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Termpaper, 2004, 21 Pages
Author: Lena Gorelik
Subject: Politics - Political Systems - Germany
Details
Tags: Deutschland, Bundespräsidentin, Frauen, Geschichte, Bundespräsidentenwahlen
Year: 2004
Pages: 21
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26163-0
File size: 260 KB
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Excerpt (computer-generated)
„Ist Deutschland reif für eine Bundespräsidentin?“ –
Frauen in der Geschichte der Bundespräsidentenwahlen
von: Lena Gorelik
Inhalt
Einleitung 2
1 Frauen in der Geschichte der Bundespräsidentenwahlen 3
1.1 Hildegard Hamm-Brücher in der Bundespräsidentenwahl 1994 3
1.2 Dagmar Schipanski in der Bundespräsidentenwahl 1999 6
2 Frauen bei der Bundespräsidentenwahl 2004 8
2.1 Die diskutierten Kandidatinnen 8
2.2 Einschätzung der Medien und der Politiker 10
2.3 Bewertung der Rolle dieser Frauen für die Bundespräsidentenwahl 11
3 Vergleich der Situationen der Frauen bei den Bundespräsidentenwahlen 1994, 1999 und 2004 14
Schlussbetrachtung 16
Literatur 18
Einleitung
Die Bundespräsidentenwahl 2004 steht an, viele mögliche Kandidaten wurden dabei im Vorfeld diskutiert. Auch mehrere Frauennamen sind in dieser Diskussion gefallen.1 Doch wirkliche Chancen wurden den Kandidatinnen von den beobachtenden Medien, Politikern und Politikwissenschaftlern nicht eingerechnet. Woran liegt dies? Waren es möglicherweise die falschen Frauen, oder will Deutschland vielleicht gar keine Frau als Bundespräsidentin haben? Während für unsere Nachbarländer eine Frau im höchsten Amt zur Normalität gehört, scheinen die Parteien in Deutschland, Frauen erst dann für das Amt des Bundespräsidenten vorzuschlagen, wenn sie kaum noch Hoffnung auf eine Mehrheit in der Bundesversammlung haben. Möglicherweise tun sie dies nur, um die so genannte Frauenquote zu erfüllen.
Mit diesen Fragen soll sich diese Arbeit beschäftigen. Dabei sollen als erstes die Rollen der in vergangenen Bundespräsidentenwahlen aufgestellten Frauen anhand der politischgesellschaftlichen Situation und der Presseberichte analysiert werden. Im zweiten Teil wird die Bundespräsidentenwahl 2004 betrachtet. Abschließend sollen beide Teile verglichen werden. Fragen wie „Haben Frauen heute mehr Chancen auf das höchste Staatsamt als früher?“ sollen beantwortet werden. Dabei wird auch in Betracht gezogen, dass die Parteienpolitik bei der Bundespräsidentenwahl – leider, weil nicht vom Grundgesetz vorgesehen – eine große Rolle spielt. Deshalb soll auch der Einfluss dieser auf die Aufstellung und die Rolle der aufgestellten Frauen betrachtet werden. Genauso wird die Überlegung aufgestellt, inwiefern die Frauen selbst Schuld daran tragen, dass sie hauptsächlich nur als Zählkandidatinnen gelten.
In der Schlussbetrachtung werde ich versuchen, die Erkenntnisse aus dem Vergleich zusammenfassend, die Fragestellung dieser Arbeit „Ist Deutschland reif für eine Bundespräsidentin?“ zu beantworten. Es gibt auf diese Frage keine allgemeingültige Antwort, aber ich hoffe, durch meine vergleichenden Betrachtungen eine Anregung zum Nachdenken geben zu können. Dabei soll diese Arbeit, die sich mit einem für Deutschland aktuellen Thema beschäftigt, möglichst verständlich geschrieben sein.
1. Frauen in der Geschichte der Bundespräsidentenwahlen
Elf Bundespräsidentenwahlen hat die Bundesrepublik Deutschland bereits erlebt, die zwölfte steht vor der Tür. Aber Gesine Schwan, die nach langem Hin und Her für die Bundespräsidentenwahl 2004 von der SPD nominiert wurde, ist erst die fünfte Frau, die für das höchste Staatsamt vorgeschlagen wurde, eine Bundespräsidentin hat Deutschland noch kein einziges Mal erlebt. Die erste nominierte Frau war 1979 die Gegenkandidatin von Karl Carstens Annemarie Renger. Die ehemalige Präsidentin der Bundesversammlung wurde zwar von der SPD für die Wahl nominiert, es war aber von vorneherein klar, dass Carstens die Wahl für sich entscheiden würde.2 Sie wurde nur als Zählkandidatin gehandelt.3 Die nächste nominierte Frau war die damals 73-jährige Schriftstellerin Luise Rinser, die bei der Bundespräsidentenwahl 1984 von den Grünen als Gegenkandidatin zu Richard von Weizsäcker aufgestellt wurde. Wegen der parteipolitischen Konstellation in der Bundesversammlung hatte sie keine Chance auf eine Wahl; aus demselben Grund hatte die SPD auf einen eigenen Kandidaten verzichtet.4 Sie erhielt bei der Wahl nur 68 von 1028 abgegebenen Stimmen. Hier wird besonders deutlich, dass die im Bundestag neue Partei „Die Grünen“ Luise Rinser – die einzige parteilose Kandidatin5 – nur nominierte, um zu zeigen, dass sie den Job des Bundespräsidenten einer Frau zutrauten. Dieser Teil der Arbeit soll sich mit den beiden anderen bislang nominierten Frauen genauer beschäftigen, nämlich mit Dr. Hildegard Hamm-Brücher und Dagmar Schipanski. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Rolle sie für die jeweilige Bundespräsidentenwahl und ihre jeweilige Partei gespielt haben.
1.1 Hildegard Hamm-Brücher in der Bundespräsidentenwahl 1994
[...]
1 Ausführliche Zitate, Quellen und Belege s. Teil 2. Das gilt für den gesamten Absatz.
2 vgl. Winter, Ingelore M.: „Unsere Bundespräsidenten. Von Theodor Heuss bis Johannes Rau. Acht Porträts.“ S. 155
3 vgl. Scholz, Günther/Süskind, Martin E.: „Die Bundespräsidenten. Von Theodor Heuss bis Johannes Rau“, S. 276
4 vgl. ebd. S. 558f
5 Billing, Werner: „Der Kampf um die Besetzung des höchsten Staatsamtes. Auswahl und Wahl des Bundespräsidenten 1994“, S. 596
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