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Termpaper, 2003, 16 Pages
Author: Alexandra Meier
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: University of Bayreuth (Inst. der ÄDL)
Tags: Lepra, Heinrich, Einführung, Literatur
Year: 2003
Pages: 16
Grade: Schein
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26214-9
File size: 177 KB
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Excerpt (computer-generated)
Über die Lepra des armen Heinrich
von: Alexandra Meier
Inhaltsangabe
1. Einführung
2. Lepra im Mittelalter
2.1. Die Lepra im Alltag des Mittelalters
2.2. Die magische Bedeutung der Lepra
2.3. Die kirchlich-biblische Bedeutung der Lepra
2.3.1. die alttestamentarische Bedeutung der Lepra
2.3.2. die neutestamentarische Bedeutung der Lepra
3. Die Lepra und der Arme Heinrich
3.1. Der Arme Heinrich und sein Leidensweg
3.2. Die magische Verwandlung Heinrichs
4. Zusammenfassung und Interpretation
5. Literaturangaben
1. Einführung
Die Angst vor der Lepra, dem Aussatz, ist im seelischen Leben des Mittelalters weit verbreitet. Will man den zahlreichen vor allem bildlichen Überlieferungen glauben, so begreift man die Lepra als Strafe Gottes ähnlich wie Hölle und Fegefeuer, die wissenschaftlich unerklärlichen Epidemien werden in diesem Kontext als unabwendbare Heimsuchungen gedeutet.
Von unheilbarer Krankheit befallen zu werden, war eine der quälendsten Angstvorstellungen der Zeit, um so mehr als man der Gefahr machtlos gegenüber stand. In diesem Zusammenhang fällt aber auch auf, dass der Umgang mit der Krankheit immer magisch zu sein scheint. Das gilt für den alltäglichen Umgang mit der Lepra genauso wie für ihre göttliche Ursache.
Dieser magischen Bedeutung der Lepra soll nachgegangen werden. Es wird zu zeigen sein, dass Aussatz nicht nur praktische magische Dinge mit sich bringt (vgl. 2.2), sondern der magische Moment auch der religiösen Bedeutung der Krankheit inne liegt.
2. Lepra im Mittelalter
2.1. Die Lepra im Alltag des Mittelalters
Die große, täglich neue Furcht im Mittelalter galt dem Aussatz. Ein Aussätziger bedeutete eine öffentliche Gefahr, die Gesunden hatten ein Recht sich zu schützen, und der Aussätzige wurde aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Diese Ausschließung ging ursprünglich mit großer Feierlichkeit vor sich und war bis ins 11. Jahrhundert von einem erniedrigenden Ritual begleitet, das 643 in der Edictus Rothari1 festgeschrieben wurde. Im Beisein des noch lebendigen, als aussätzig Erklärten wurde eine Totenmesse gelesen. Dann hüllte man ihn in ein Leichentuch, legte ihn in einen Sarg und warf drei Schaufeln Erde auf ihn2.
Gemäß des III. Laterankonzils von 1179 warf man die Kranken dann regelrecht aus der Stadt und schickte sie in sog. Leprosorien. Die Aussätzigen mussten eine besondere Kleidung tragen, an denen sie ihre Mitmenschen erkennen konnten. Dies war meist war es ein grauer, langer Mantel mit Kapuze. Außerdem musste er die anderen durch eine Klapper auch akustisch vorwarne n, so dass alle noch rechtzeitig vor ihm fliehen konnten. Um Ansteckung zu vermeiden durfte er die Esswaren oder Brunnenwasser nicht berühren, er durfte seine Kleider und Wäsche nicht im Fluss waschen, kein Barbier durfte ihn rasieren oder ihm das Haar schneiden.
Praktisch tat man im Mittelalter also alles, was man konnte, um sich zu schützen. Interessant ist nur, dass es im Mittelalter, wie es der Zeit entsprach, hier medizinisch begründete Maßnahmen mit religiös-magischen vereint wurden.
2.2. alltäglich magische Bedeutung der Lepra
[...]
1 Edictus Rothari, § 176.
2 Vgl. Hergemöller, S.262 f.
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