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Als die Ökologiebewegung zur Partei 'Die Grünen' wurde

Intermediate Examination Paper, 2003, 37 Pages
Author: Tobias Düring
Subject: Politics - Political Systems - History

Details

Event: Politische Parteien und soziale Bewegungen
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Partei, Grünen, Politische, Parteien, Bewegungen
Category: Intermediate Examination Paper
Year: 2003
Pages: 37
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V23036
ISBN (E-book): 978-3-638-26240-8

File size: 478 KB
Notes :
Umfangreiche Recherche zu Gründungsgründen. Weiterer Schwerpunkt ist der allgemeine Verlauf sozialer Bewegungen.



Excerpt (computer-generated)

Von der Ökologiebewegung zur Partei Die Grünen

 


von: Tobias Düring

INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG 2

TEIL I – THEORETISCHE GRUNDLAGEN 3

1. Begriff der sozialen Bewegung  3
2. Begriff der Institutionalisierung  5
3. Theorien zum Verlauf sozialer Bewegungen 6

3.1 Lineare Modelle – das Stufentheorem 6
3.2 Das Zyklentheorem  7
3.3 Alternative Theorien zu der Entwicklung sozialer Bewegungen 8

4. Begriff der politischen Partei 9

4.1 Abgrenzung zwischen politischer Partei und politischer Vereinigung  10
4.2 Abgrenzung zwischen sozialer Bewegung und Partei 11

TEIL II - DIE ÖKOLOGIEBEWEGUNG UND IHR KONTEXT 14

1. Die Ökologiebewegung  14
2. Rolle der Bürgerinitiativbewegung  14
3. Die Neuen Sozialen Bewegungen (NSB)  15

TEIL III - GRÜNDE FÜR DIE PARTEIBILDUNG 18

1. Gesellschaftlicher Wandel 19

1.1 Zweifel am unbegrenzten Wachstum  19
1.2 Umwelt als neues Thema in Politik und Gesellschaft  19
1.3 Wandel gesellschaftlicher Werte  20
1.4 Einfluss der 68’er Bewegung und der neue Politikstil  20
1.5 Änderung der gesellschaftlichen Konfliktlinien 20

2. Defizite in der Politik  22

2.1 Fehlende Oppositionspolitik 22
2.2 Unzufriedenheit mit den Entscheidungen der Regierung 22
2.3 Es gab keine ausreichende Interessensvertretung für die Umwelt  22

3. Innere Faktoren: Strömungen der Ökologiebewegung 23

3.1 Insgesamt keine fundamentale Opposition gegen das politische System  23
3.2 Zusammenschluss der grünen Splitterparteien durch Minimalkonsens  24

4. Suche der NSB nach Handlungsmöglichkeiten für die Umsetzung ihrer Ziele  26

4.1 Vorübergehendes Scheitern der Anti-AkW-Bewegung 26
4.2 Die Umweltbewegung braucht staatliche Instanzen für ihre Zielumsetzung 27
4.3 Staatliche finanzielle Unterstützung der Umweltbewegung  28
4.4 Parteienstatus birgt viele Vorteile  28

5. Welche Umstände hätten die Neuen Sozialen Bewegung schwächen können?  29

ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBEMERKUNG 31

LITERATURVERZEICHNIS 33

 


 

 

EINLEITUNG

In dieser Arbeit werde ich untersuchen, warum die Ökologiebewegung die Bundespartei Die Grünen hervorbringen musste. Indirekt stellt sich damit auch die Frage, ob die Ökologiebewegung die Bundespartei Die Grünen überhaupt hervorbringen musste. Die Fragestellung erschien mir interessant, weil ich vielfach in sozialen Bewegungen, insbesondere der Ökologiebewegung aktiv war bzw. bin. Mit dieser Arbeit konnte ich die Zusammenhänge zwischen einer stark institutionalisierten Institution und einer fluiden sozialen Bewegungen näher betrachten.

Im ersten Teil werde ich die Begriffe „soziale Bewegung“ und „politische Partei“ und das allgemeine Verhältnis zwischen ihnen betrachten. Nachdem ich die theoretischen Grundlagen bearbeitet habe werde ich im zweiten Teil auf den Begriff der Ökologiebewegung und ihren Kontext mit den Neuen Sozialen Bewegungen und der Bürgerinitiativbewegung eingehen. Im dritten Teil nenne ich konkrete Gründe für die Bildung der Partei Die Grünen. In der Schlussbemerkung werde ich zurück auf die Forschungsfrage kommen, um sie nach den vorhergehend beschriebenen Sachverhalten zusammenfassend zu beantworten.

TEIL I – THEORETISCHE GRUNDLAGEN

1. Begriff der sozialen Bewegung

Joachim Raschke definiert den Begriff der sozialen Bewegung wie folgt: „Soziale Bewegung ist ein mobilisierender kollektiver Akteur, der mit einer gewissen Kontinuität auf der Grundlage hoher symbolischer Integration und geringer Rollenspezifikation mittels variabler Organisations- und Aktionsformen das Ziel verfolgt, grundlegenderen sozialen Wandel herbeizuführen, zu verhindern oder rückgängig zu machen.“1 Die Definition werde ich nach den Angaben von Raschke erläutern:2 Mobilisierung: „Die Machtgrundlage jeder sozialen Bewegung ist prekär; sie ist nicht durch Institutionalisierung gesichert. Deshalb wird Mobilisierung von Unterstützung mehr noch als bei anderen Vermittlungsformen zur Existenzbedingung sozialer Bewegung. Die aktive, permanente Suche nach Unterstützung, das In-Bewegung- Bleiben, ist deshalb ein Merkmal sozialer Bewegung.“3 Kollektiver Akteur: Individuen bildeten über eine Bewegung einen kollektiven Handlungszusammenhang. Die Bewegung verhalte sich nicht passiv, sondern wie ein Akteur, der versuche Einfluss auf den Lauf der Dinge zu bekommen. Gewisse Kontinuität: Zur Abgrenzung von „kollektiven Episoden“, wie z.B. „Panik“, „Manie“ oder „feindseliger Ausbruch“ sei ein gewisser Grad an Kontinuität sinnvoll. Raschke schlägt mehrere Jahre vor.

Hohe symbolische Integration: Die Menschen in sozialen Bewegungen unterschieden zwischen Individuen, die „dafür“ und die „dagegen“ sind. Das sich ergebende Wir- Gefühl manifestiere sich u.a. auch in Mode, Umgangsformen, Sprache und politischen Symbolen.

Geringe Rollenspezifikation: Verglichen mit formalen Organisationen wiesen soziale Bewegungen eine geringe Ausdifferenzierung und Festschreibung von Rollen aus. Die Rollenspezifikation wachse mit den Organisationsgrad der Bewegung. Es gäbe weniger verbindliche und instabilere Rollendifferenzierungen, wie z.B. Eliten, Aktive und Sympathisanten. Variable Organisations- und Aktionsformen: Soziale Bewegungen können nicht anhand ihrer Organisations- oder Aktionsformen definiert werden. In einer sozialen Bewegung können von direkten Aktionen bis zu institutionalisierten Aktionen alle Aktionsformen möglich sein. Genauso verhält es sich mit der Organisationsform. In einer Bewegung könne es ganz unterschiedliche Organisationsformen geben, die auch in Umfang und Bedeutung variierten.

[...]


1 Raschke, Joachim 1987: Zum Begriff der sozialen Bewegung, in: Roth, Roland/ Rucht, Dieter (Hrsg.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland, S.19-29, hier: S. 21. Siehe auch Raschke, Joachim 1985: Soziale Bewegungen – Ein historisch-systematischer Grundriß, S. 76 ff.
2 Vgl. Raschke, Joachim 1987: Zum Begriff der sozialen Bewegung, in: Roth, Roland/ Rucht, Dieter (Hrsg.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland, S.19-29, hier: S. 21 ff.
3 Ebenda S. 21.


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