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Schizophrenie - eine soziologische Betrachtungsweise

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 16 Pages
Author: Dr. Monique Zimmermann-Stenzel
Subject: Sociology - Medical Care

Details

Event: Seminar "Epidemiologische Großstudien"
Institution/College: University of Heidelberg (Institut für Soziologie)
Tags: Schizophrenie, Betrachtungsweise, Seminar, Epidemiologische, Großstudien
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2000
Pages: 16
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V23079
ISBN (E-book): 978-3-638-26271-2

File size: 170 KB
Notes :
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der soziologisch relevanten Einflussfaktoren Geschlecht, Alter, Familienstand, sozioökonomischer Status, Wohnortsgröße und soziale bzw. geographische Mobilität auf das Krankheitsbild der Schizophrenie. Hierzu werden auch die Drift-Hypothese und die Stress-Hypothese herangezogen.



Excerpt (computer-generated)

Schizophrenie
- eine soziologische Betrachtungsweise -

 


von: Monique Zimmermann

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung  3

2. Definition von Schizophrenie 3

3. Prävalenz und Inzidenz von Schizophrenie 4

4. Soziologisch relevante Einflussfaktoren  7

5. Zusammenfassung und Diskussion  12

6. Literatur  16

 


 

 

1. Einleitung und Problemstellung

Mehr als jede andere psychische Krankheit hat die Schizophrenie in den letzten Jahrzehnten die psychiatrische Forschung dominiert, obwohl die Ursachen von schizophrenen Erkrankungen noch weitgehend unbekannt sind. Schizophrenie hat einschneidende soziale und ökonomische Folgen, da die Betroffenen meist schon im jüngeren Alter erkranken und sie durch die Krankheit oft langfristig stark beeinträchtigt sind (Statistisches Bundesamt, 1998:1).

Daher ist die Erkenntnis psychiatrisch-epidemiologischer Untersuchungen von so großer Bedeutung, „dass genetische Faktoren nur einen Teilfaktor in einem komplexen, multifaktoriell bedingten Krankheitsgeschehen darstellen, und dass hier soziale Faktoren eine mindestens ebenso große Rolle spielen“ (von Cranach, 1972: 166). Diese Tatsache, dass gerade auch soziale Faktoren eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, ist für den Erkrankten sicherlich von größerer Wichtigkeit als die genetischen Faktoren, weil soziale Einflüsse im Gegensatz zu genetischen veränderbar sind. Durch zusätzliche Kenntnisse über soziale Einflüsse können sich therapeutische Möglichkeiten ergeben, die die Gesundungschancen verbessern. Diese soziologisch relevanten Einflussfaktoren sollen in dieser Arbeit vorgestellt und diskutiert werden.

Zuerst werde ich jedoch beschreiben, was unter Schizophrenie verstanden wird und dann einen Überblick über die Verbreitung der Schizophrenie in verschiedenen Ländern geben, um zu zeigen, inwiefern Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Kulturen bestehen.

2. Definition von Schizophrenie

Um Prävalenz und Inzidenz von Schizophrenie sinnvoll betrachten zu können, muss man zunächst definieren, was genau unter Schizophrenie verstanden werden soll. Da aber eindeutige biologische Merkmale fehlen, muss die Schizophrenie anhand von Krankheitszeichen und Symptomen kategorisiert werden.

Die Entwicklung einheitlicher diagnostischer Kriterien und standardisierter Diagnoseinstrumente ist in der jüngsten Zeit deutlich forciert worden (Statistisches Bundesamt, 1998:3). In dieser Arbeit soll aber nur auf zwei unterschiedlich weit gefasste Definitionen der letzten 30 Jahre eingegangen und die vielfältige Begriffsgeschichte vernachlässigt werden. 1. Enge Definition. „Ein wichtiger Schritt hin zu einer reliablen Schizophreniediagnostik war die von Wing et al. 1974 entwickelte Present State Examination zusammen mit dem EDVgestützten CATEGO-Algorithmus, ein operationalisiertes Verfahren der Diagnosefindung. Die Schizophreniediagnose stützt sich dabei vornehmlich auf spezifische Manifestationen von Wahn und Halluzinationen, wie sie von Kurt Schneider (1887-1967) als die Symptome 1. Ranges der Schizophrenie konzipiert worden waren“ (Olbrich, 1999: 406-407). Als Symptome 1. Ranges nach Schneider ist folgendes zu verstehen: dialogische Stimmen, kommentierende Stimmen, Gedankenlautwerden, leibliche Beeinflussungserlebnisse, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Gefühl des Gemachten und Wahnwahrnehmungen (Olbrich, 1999:413).

[...]


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