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Rollendistanz bei Schizophrenie

Scholary Paper (Seminar), 1997, 20 Pages
Author: Dr. Monique Zimmermann-Stenzel
Subject: Sociology - Medical Care

Details

Event: Proseminar "Einführung in die Medizinsoziologie"
Institution/College: University of Heidelberg (Institut für Soziologie)
Tags: Rollendistanz, Schizophrenie, Proseminar, Einführung, Medizinsoziologie
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1997
Pages: 20
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V23080
ISBN (E-book): 978-3-638-26272-9

File size: 193 KB
Notes :
Die Arbeit geht anhand des modernen Klassikers Erving Goffman und verschiedenen Fallanalysen der Frage nach,wie eine schizophrene Person ihre soziale Rollen ausübt und inwiefern es hierbei zu Rollendistanz kommt bzw.kommen kann.



Excerpt (computer-generated)

Rollendistanz bei Schizophrenie

 


von: Monique Zimmermann

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG 3

2. ROLLENDISTANZ  4

3. FALLANALYSE EINER SCHIZOPHRENEN PSYCHOSE  11

4. BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG 16

5. LITERATURVERZEICHNIS  20

 

 

 



1. Einleitung

Erving Goffman schreibt in seinem Buch „Interaktion: Spaß am Spiel, Rollendistanz“ in dem Kapitel „Rollendistanz“ über die Situation des Individuums, das an gewisse Rollen gebunden ist, mit denen es sich jedoch nicht immer identifizieren kann Diese Nicht- Identifikation des Individuums mit der ihm auferlegten Rolle wird dabei oftmals durch Rollendistanz ausgedrückt, d.h. das Individuum erfüllt zwar die Aufgaben der Rolle, macht aber deutlich, daß er dies nur widerwillig tut. Dabei stellt sich die Frage, wie sich diese Rollendistanz bei an Schizophrenie erkrankten Personen ausdrückt.

2. Rollendistanz

Da der Begriff der Rolle in der Soziologie oftmals sehr allgemein verwendet wird, definiert Goffman zunächst Begriffe der Rollentheorie. Dabei ist ein „Status [ist] eine Position in einem System oder Schema von Positionen und durch reziproke Bindungen auf die anderen Positionen in der Einheit bezogen, durch Rechte und Pflichten, die die Inhaber binden.“1 Das System oder Schema beansprucht jedoch nur einen Teil des Individuums. „Die Rolle besteht in der Tätigkeit, in der sich der Inhaber engagiert, handelte er lediglich im Sinn der normativen Forderungen, die jemandem in seiner Position auferlegt werden. Die Rolle in diesem normativen Sinn ist vom Rollenspiel oder vom Rollenverhalten zu unterscheiden, dem tatsächlichen Verhalten eines besonderen Individuums, während es in seiner Position „im Dienst“ ist.“2 Das Rollenverhalten des Individuums wird durch einen Kreis direkter sozialer Situationen mit Rollenpartnern deutlich, d.h. mit bedeutsamen Bezugspersonen. Dabei bezeichnet Goffman verschiedene Rollenpartner oder Rollenbeziehungen als Rollensatz.

Er schreibt weiter, daß die „Über“-Rolle, die einer Position entspricht, in Rollenabschnitte, bzw. –teile oder Unterrollen zerfällt, von denen jede mit einer besonderen Art von Rollenpartnern zu tun hat. Soziale Veränderungen in einer Rolle finden demnach aufgrund von Verlust oder Gewinn an Rollenpartnern statt, innerhalb eines speziellen Sektors einer Rolle, der den Rollenträger mit einem bestimmten Rollenpartner verbindet. Der Rolleninhaber, der eine bestimmte Position einnimmt, muß ein ganzes Bündel von Verhaltensweisen annehmen, das die entsprechende Rolle umfaßt. Nach Goffman bewirkt die Einnahme einer Rolle eine gewisse Unfreiheit des menschlichen Willens: „Rolle bedeutet also einen sozialen Determinismus und eine Lehrmeinung über Sozialisation. [...] Die Rolle ist damit die Grundeinheit der Sozialisation. Durch Rollen werden in einer Gesellschaft Aufgaben zugewiesen und Vorbereitungen getroffen, um deren Durchführung zu erzwingen.“3

[...]


1 Goffman, Erving (1973) Interaktion, S. 95
2 Goffman, Erving (1973) Interaktion, S. 95
3 Goffman, Erving (1973) Interaktion, S. 97


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