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Subtitle: Entnommen aus: C. G. Jung: "Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten"
Presentation (Elaboration), 1997, 19 Pages
Author: M. A. Frank Findeiß
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: University of Bonn (Philosophisches Seminar A)
Tags: Wirkungen, Unbewussten, Bewusstsein, Jung, Kulturanthropologie, Beiträge, Psychoanalyse
Year: 1997
Pages: 19
Grade: unbenotet; mit Erfolg
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26281-1
ISBN (Book): 978-3-638-94204-1
File size: 204 KB
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Abstract
Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf den ersten Teil des Jungschen Werkes „Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten“, welcher mit „Die Wirkungen des Unbewussten auf das Bewusstsein“ betitelt und noch einmal in vier Kapitel aufgeteilt ist. Meiner Meinung nach wird darin die gesamte Bandbreite der wichtigsten Begriffe der Jungschen Psychologie erläutert. Deren Funktion innerhalb des ganzen Systems der Psyche, unter der Jung „die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge, der bewussten sowohl wie der unbewussten“1 versteht, ist für den Unkundigen auf diesem Gebiet auf den ersten Blick nicht so leicht verständlich, wie das Freudsche „System“; dies mag darauf zurückzuführen sein, dass die Begriffe sehr eng miteinander verwoben und zugleich voneinander differenziert sind, so paradox das auch klingen mag, womit jedoch der Hauptcharakter der Begriffe erfasst ist, der sich darin zeigt, dass sie sich meist in Paaren „ambivalent-komplementär“ zueinander verhalten. Eines der hierbei wichtigsten zu erläuternden Begriffspaare stellt das des „Bewusstseins – Unbewussten“ dar. Zwischen diesen beiden „Sphären“ steht das Ich mit schwerpunktmäßiger Beziehung zum Bewusstsein, aber mit der Fähigkeit, die Inhalte aus dem Unbewussten bewusst zu machen. Das Bewusstsein spaltet sich nach Jung in ein individuelles und kollektives und das Unbewusste in ein persönliches und kollektives auf – doch dazu später genaueres. Der Begriff des Unbewussten ist bereits sehr früh wissenschaftlich behandelt worden. Carl Gustav Carus, ein Naturphilosoph, gilt als Begründer der Psychologie vom Unbewussten durch seine Arbeit über die „Psyche“ (1846) und vor Freud befasste sich desweiteren auch schon Eduard von Hartmann in seiner Arbeit „Philosophie des Unbewussten“ (1869) mit diesem Thema. Der Unterschied zwischen Jung und Freud in Bezug auf Charakterisierung des Unbewussten liegt darin, dass Freud das Unbewusste lediglich als Sammelort für vergessene und verdrängte persönliche Inhalte sah, während Jung ihm auch eine eigene (psychische) Aktivität zusprach, „die von der persönlichen Erfahrung abweichend und auch objektiver als diese sei, da sie sich direkt auf die phylogenetische und instinktive Basis der menschlichen Rasse bezieht“2. Andererseits sprach er Freud die schon ansatzweise entdeckte archaisch-mythologische Denkweise des Unbewussten zu, die er (Jung) dann ausführlicher durch das Archetypen- Konzept darstellte. [...]
Excerpt (computer-generated)
„Die Wirkungen des Unbewussten auf das Bewusstsein“
aus: C. G. Jung: „Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten“
von: Frank Findeiß
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG 2 - 3
II. ERSTES KAPITEL: „DAS PERSÖNLICHE UND DAS KOLLEKTIVE UNBEWUSSTE“ 4 - 7
III. ZWEITES KAPITEL: „DIE FOLGEERSCHEINUNGEN DER ASSIMILATION DES UNBEWUSSTEN“ 8 - 12
IV. DRITTES KAPITEL: „DIE PERSONA ALS EIN AUSSCHNITT AUS DER KOLLEKTIVPSYCHE" 13 - 14
V. VIERTES KAPITEL: „DIE VERSUCHE ZUR BEFREIUNG DER INDIVIDUALITÄT AUS DER KOLLEKTIVPSYCHE“ 15 - 16
VI. VERWENDETE LITERATUR 17
I. Einleitung
Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf den ersten Teil des Jungschen Werkes „Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten“, welcher mit „Die Wirkungen des Unbewussten auf das Bewusstsein“ betitelt und noch einmal in vier Kapitel aufgeteilt ist. Meiner Meinung nach wird darin die gesamte Bandbreite der wichtigsten Begriffe der Jungschen Psychologie erläutert. Deren Funktion innerhalb des ganzen Systems der Psyche, unter der Jung „die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge, der bewussten sowohl wie der unbewussten“1 versteht, ist für den Unkundigen auf diesem Gebiet auf den ersten Blick nicht so leicht verständlich, wie das Freudsche „System“; dies mag darauf zurückzuführen sein, dass die Begriffe sehr eng miteinander verwoben und zugleich voneinander differenziert sind, so paradox das auch klingen mag, womit jedoch der Hauptcharakter der Begriffe erfasst ist, der sich darin zeigt, dass sie sich meist in Paaren „ambivalent-komplementär“ zueinander verhalten. Eines der hierbei wichtigsten zu erläuternden Begriffspaare stellt das des „Bewusstseins – Unbewussten“ dar. Zwischen diesen beiden „Sphären“ steht das Ich mit schwerpunktmäßiger Beziehung zum Bewusstsein, aber mit der Fähigkeit, die Inhalte aus dem Unbewussten bewusst zu machen. Das Bewusstsein spaltet sich nach Jung in ein individuelles und kollektives und das Unbewusste in ein persönliches und kollektives auf – doch dazu später genaueres. Der Begriff des Unbewussten ist bereits sehr früh wissenschaftlich behandelt worden. Carl Gustav Carus, ein Naturphilosoph, gilt als Begründer der Psychologie vom Unbewussten durch seine Arbeit über die „Psyche“ (1846) und vor Freud befasste sich desweiteren auch schon Eduard von Hartmann in seiner Arbeit „Philosophie des Unbewussten“ (1869) mit diesem Thema. Der Unterschied zwischen Jung und Freud in Bezug auf Charakterisierung des Unbewussten liegt darin, dass Freud das Unbewusste lediglich als Sammelort für vergessene und verdrängte persönliche Inhalte sah, während Jung ihm auch eine eigene (psychische) Aktivität zusprach, „die von der persönlichen Erfahrung abweichend und auch objektiver als diese sei, da sie sich direkt auf die phylogenetische und instinktive Basis der menschlichen Rasse bezieht“2. Andererseits sprach er Freud die schon ansatzweise entdeckte archaisch-mythologische Denkweise des Unbewussten zu, die er (Jung) dann ausführlicher durch das Archetypen- Konzept darstellte.
Ein weiterer Punkt, der mir zum Verständnis der folgenden Schilderungen noch wichtig erscheint, ist das Entstehungsjahr dieser Arbeit, die aus dem Jahre 1928 datiert. „Sein eigentliches Werk hat Jung erst in der zweiten Hälfte seines Lebens geschaffen“3 heißt es in Metzlers Philosophenlexikon zu Jung (1875-1961). Dies ist insoweit interessant, da Jung der zweiten Hälfte des Lebens – in der er sich selber befand, als er dieses Werk verfasste – die Beschäftigung bzw. die Konfrontation des Ich mit dem Selbst zuschreibt. Das Selbst bezeichnet er als den eigentlichen Mittelpunkt zwischen Bewusstsein und Unbewusstem, welche beiden es zugleich – und damit auch das Ich, das ausschließlich das Bewusstseinszentrum darstellt – umschließt. Diese Beschäftigung mit dem Selbst, die bei Jung vermutlich aus einer persönlichen Krise in den Jahren 1913-1918 resultiert, setzt einen Prozess der Individuation, der Selbstwerdung des Menschen zu einer Ganzheit in Gang. Er nennt drei Eigenschaften, die für eine Individuation von Nöten sind:
[...]
1 Jacobi, Jolande: Die Psychologie von C. G. Jung; Fischer Taschenbuchverlag; Frankfurt/M.; 1978; S. 17
2 Samuels, Andrew: Wörterbuch Jungscher Psychologie; DTV; April 1991; S. 229
3 Lutz, Bernd (Hrsg.): Metzler Philosophen-Lexikon; Verlag J. B. Metzler; Stuttgart/ Weimar; 2. Auflage 1995, S. 436
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