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Scholary Paper (Seminar), 2002, 19 Pages
Author: Hardy Jackson
Subject: Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Details
Institution/College: University of Münster (Philosophie)
Tags: Möglichkeiten, Rechtfertigung, Theorien, Proseminar, Einführung, Wissenschaftstheorie
Year: 2002
Pages: 19
Grade: voll gut (2+)
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26287-3
ISBN (Book): 978-3-638-75975-5
File size: 165 KB
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Abstract
Wie geht die Wissenschaft vor, wenn sie Theorien überprüft, um sie anschließend anzuerkennen oder zu verwerfen; oder: wie sollte sie sinnvoller Weise vorgehen. Unter welchen Bedingungen können Theorien als widerlegt verworfen werden und wie kann man deren Gültigkeit nachweisen. Welche Kriterien sind ausschlaggebend darüber, wie eine Theorie beurteilt wird? Eine Frage, von der man meinen sollte, daß sich die Antwort während der Jahrhunderte, in der es so etwas wie Wissenschaft im heutigen Sinne gibt, herauskristallisiert hätte. Angesichts der enormen Errungenschaften der modernen Wissenschaft und der weitgehenden Übereinstimmung in den Weltbildern von Wissenschaftlern und anderen Menschen (nicht unbedingt in den Fragen der Metaphysik, aber in denen der Physik und anderer Naturwissenschaften, als dem Arbeitsbereich der empirischen Wissenschaft) müßte man vermuten, daß auch über die erwähnten Kriterien und Vorgehensweisen ein prinzipieller Konsens herrschte. Weshalb dieses gerade nicht der Fall ist und warum es möglicherweise gar keine vernünftigen Kriterien gibt, soll hier gezeigt werden. Die wichtigsten theoretischen Ansätze - Induktivismus, Falsifikationismus, Positivismus und erkenntnis-theoretischer Anarchismus - sowie ihre Vertreter (Popper, Feyerabend u.A.) werden in diesem Aufsatz vorgestellt und diskutiert.
Excerpt (computer-generated)
Möglichkeiten der Überprüfung und Rechtfertigung
von wissenschaftlichen Theorien
von: Hardy Jackson
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die verschiedenen Ansätze in der Geschichte der Wissenschaftstheorie. (Induktivismus, Falsifikationismus, erkenntnis-theoretischer Anarchismus) 1
3. Die grundlegenden Probleme. 5
a) Die Unzuverlässigkeit von Beobachtungsaussagen 5
b) Die Theorieabhängigkeit von Beobachtung 7
c) Die Inkommensurabilität verschiedener Theorien 9
4. Die Folgen für die klassischen Methodologien. 10
a) Der Induktivismus 10
b) Der Falsifikationismus 14
5. Abschließende Bemerkungen 16
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Wie geht die Wissenschaft vor, wenn sie Theorien überprüft, um sie anschließend anzuerkennen oder zu verwerfen; oder: wie sollte sie sinnvoller Weise vorgehen. Unter welchen Bedingungen können Theorien als widerlegt verworfen werden und wie kann man deren Gültigkeit nachweisen. Welche Kriterien sind ausschlaggebend darüber, wie eine Theorie beurteilt wird?
Eine Frage, von der man meinen sollte, daß sich die Antwort während der Jahrhunderte, in der es so etwas wie Wissenschaft im heutigen Sinne gibt, herauskristallisiert hätte. Angesichts der enormen Errungenschaften der modernen Wissenschaft und der weitgehenden Übereinstimmung in den Weltbildern von Wissenschaftlern und anderen Menschen (nicht unbedingt in den Fragen der Metaphysik, aber in denen der Physik und anderer Naturwissenschaften, als dem Arbeitsbereich der empirischen Wissenschaft) müßte man vermuten, daß auch über die erwähnten Kriterien und Vorgehensweisen ein prinzipieller Konsens herrschte. Weshalb dieses gerade nicht der Fall ist und warum es möglicherweise gar keine vernünftigen Kriterien gibt, soll hier gezeigt werden.
2. Die wichtigsten Ansätze in der Geschichte der Wissenschaftstheorie
Laien und Nichtwissenschaftler, und auch viele Wissenschaftler werden diese Fragen auf den ersten Blick vielleicht wenig problematisch finden. Man müsse eine Theorie halt empirischen Prüfungen unterziehen, bis man sagen könne, ob sie richtig oder falsch sei. Diese Auffassung entspricht der klassischen Ansicht des Induktivismus. Ihm zufolge wird eine Theorie dann als wahr akzeptiert, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind:
1. Viele empirische Daten bestätigen die Voraussagen der Theorie.
2. Dies Bestätigungen müssen unter verschiedensten Bedingungen zustande gekommen seien.
3. Es darf kein Faktum geben, welches der Theorie widerspricht.
Treffen diese Punkte alle zu, so kann man die betreffende Theorie als verifiziert ansehen. Wird jedoch auch nur ein Gegenbeispiel im Sinne von Bedingung drei gefunden, so gilt sie als falsifiziert. An dem Beispiel der Theorie g = 9,81 m/s2 , also daß die Erdbeschleunigung 9,81 m/s2 beträgt, sieht das etwa so aus: Wissenschaftler lassen irgendwo einen Gegenstand fallen, messen dabei Fallhöhe und Fallzeit und berechnen daraus die durchschnittliche Beschleunigung. Stimmt der erhaltene Wert mit der Theorie überein, wird das Experiment noch oft unter anderen Bedingungen wiederholt, z.B. an anderen Orten mit anderen Fallgegenständen. Bestätigen alle Versuche das erste Ergebnis, so wird die Theorie angenommen. Zeigt sich jedoch, daß unter einer speziellen Bedingung die Formel ein falsches Ergebnis liefert, so wird sie verworfen. Zwei Problem bei dieser Vorgehensweise sind jedoch offensichtlich. Die ersten beiden Voraussetzung für die Anerkennung der Theorie sind sehr vage. Daher gibt es in Bezug auf die Entscheidungen für oder gegen eine Theorie einen erheblichen Ermessensspielraum. So stellt sich etwa die Frage, inwieweit die Umstände der Experimente variiert werden müssen.. Spielt bei obigem Versuch das Klima (Temperatur etc.) eine Rolle oder vielleicht auch die Tageszeit, und müssen die diese Faktoren auch mit einbezogen und variiert werden? Im Prinzip gibt es unendlich viele Randbedingungen bei Experimenten, und es muß entschieden werden, welche relevant sein könnten und welche man außen vor läßt.
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