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Intermediate Examination Paper, 2000, 23 Pages
Author: Melanie Koßmann
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine" (Germanistisches Institut)
Tags: Gottfried, Keller, Romeo, Julia, Dorfe, Thematisches, Proseminar, Gottfried, Keller
Year: 2000
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26348-1
File size: 223 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
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Excerpt (computer-generated)
Gottfried Keller: Romeo und Julia auf dem Dorfe
von: Melanie Koßmann
Inhalt
1.) Einleitung Seite 2
2.) Das Literaturgeschichtliche Umfeld Seite 3
2.1 Die literarische Tradition des Romeo und Julia – Stoffes Seite 3
2.2 Der Gegensatz Stadt / Land bei Keller Seite 3
2.3 Elemente des bürgerlichen und poetischen Realismus Seite 4
3.) Inhaltsstruktur Seite 5
3.1 Erzählanfang Seite 5
3.2 Der Wendepunkt Seite 9
3.3 Die zwei Schlußfassungen Seite 13
4.) Personencharakteristik Seite 13
5.) Symbole und ihre Funktionen Seite 18
6.) Schlußbemerkung Seite 21
7.) Literaturverzeichnis Seite 22
1.) Einleitung
In dieser Arbeit soll die Novelle „Romeo und Julia aus dem Dorfe“ von Gottfried Keller besprochen werden. Die Erzählung erschien 1856 zusammen mit vier weiteren unter dem Titel „Die Leute von Seldwyla“.
Die Novelle spielt nicht im Veroneser Stadtadel, sondern „auf dem Dorfe“, in der kleinbürgerlich-bäuerlichen Welt des 19. Jahrhunderts. Das erste Kapitel dieser Arbeit „Das literaturgeschichtliche Umfeld“ soll einen ersten Einblick in diese Welt vermitteln. Es behandelt die literarische Tradition des Romeo und Julia – Stoffes und verdeutlicht den Gegensatz Stadt / Land aus der Sicht Kellers. Um diese Zeit noch besser einordnen zu können, soll eine kurze Darstellung der Epoche (poetischer und bürgerlicher Realismus) gegeben werden, in der Keller gewirkt hat. Die Inhaltsstruktur wurde zum besseren Verständnis in drei Teile gegliedert: Der Erzählanfang, der Wendepunkt der Erzählung und die beiden Schlußfassungen. Die Novelle besteht sozusagen aus zwei Handlungssträngen und es gilt aufzuzeigen, durch welche Mittel es der Autor schafft, daß die Erzählung dennoch ihre Einheit bewahrt. Eine Personencharakteristik soll Aufschluß über die Menschen geben, die diese Handlung tragen und zeigen, in welch unterschiedlicher Weise Keller diese Charaktere dargestellt hat. In der Novelle finden sich zahlreiche Symbole. Diese Symbole, die oft leitmotivischer Art sind, sollen aufgezeigt und ihre Funktionen gedeutet werden. In dieser Arbeit werden allerdings nur drei besonders aussagekräftige Bilder behandelt: Haus, Feld und Fluß.
2.) Das literaturgeschichtliche Umfeld
2.1 Die literarische Tradition des Romeo- und Julia-Stoffes
Keller sah in Shakespeares Romeo und Julia nicht ein unwiederholbares Kunstprodukt, sondern ein uraltes Paradigma für die schicksalhafte Beziehung von Liebe und Tod. Er hatte ein sicheres Gespür für das Archetypische dieses Stoffes. Die Entlehnung eines Shakespearetitels für Kellers Novelle hat sicher auch den Charakter einer Huldigung an den großen Briten. Denn Keller verehrte Shakespeare und schätzte vor allem seine szenische Gestaltungskraft. Keller kannte ihn nicht nur aus der Lektüre, sondern auch von Aufführungen des königlichen Schauspielhauses zur Zeit seiner Berliner Theaterleidenschaft. 1855 begann Keller mit der Niederschrift der Novelle. Er hat den Stoff der sozialen Wirklichkeit seiner Zeit entnommen, nicht etwa dem Drama Shakespeares. Einzig das Parellelmotiv zum Tode des Tybalt, die Niederschlagung des alten Marti, könnte von der Shakespearelektüre angeregt sein. Einem Züricher Zeitungsartikel aus dem Jahre 1847 entnimmt Keller den Freitod Romeos und Julias nach einer durchtanzten Nacht. Er hat diesen Bericht sorgfältig aufgehoben und erst acht Jahre später in seiner Novelle verwendet. Ebenfalls aus dem Jahr 1847 ist eine Tagebuchnotiz, die das Motiv der verfeindeten Bauern andeutet. Der Titel der Novelle will nicht sagen, daß hier ein barocker Dramenstoff in eine Dorfgeschichte transportiert ist, sondern daß die Grundmotive großer Dichtung sich ständig wiederholen, im alltäglichen Leben wie in der Kunst.
Im 17. Jahrhundert kursierten in Deutschland zahlreiche Romeo und Julia – Erzählungen. Sie enthielten nach dem Vorbild barocker Poetologie stets eine moralische Nutzanwendung. Die Tugendlehren wurden mit einer Klage über die Sittenlosigkeit der Zeit verbunden. Keller kehrt hingegen im 19. Jahrhundert die Anklage um: Nicht die Liebenden sind sittenlos, sondern die bigotten bürgerlichen Tugendrichter. Im Gegensatz zu Shakespeares Drama, in dem es am Schluß zur Versöhnung beider verfeindeter Familien kommt und sie ihre Schuld einsehen, läßt Keller seine Novelle mit dem harten, unbarmherzigen moralischen Verdikt eines bürgerlichen Zeitungsblattes enden. Die bürgerliche Gesellschaft verdammt sich damit selbst.
2.2 Der Gegensatz Stadt / Land bei Keller
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