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Jugendstil - Die Auseinandersetzung des Gestalters mit der Maschine um die Jahrhundertwende

Referat (Ausarbeitung), 2004, 14 Seiten
Autor: Sabrina Tibourtine
Fach: Design (Industrie, Grafik, Mode)

Details

Kategorie: Referat (Ausarbeitung)
Jahr: 2004
Seiten: 14
Note: 1.0
Literaturverzeichnis: ~ 22  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V23187
ISBN (E-Book): 978-3-638-26357-3
ISBN (Buch): 978-3-638-94038-2
Dateigröße: 186 KB

Zusammenfassung / Abstract

Ab der zweiten. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich vor allem in Großbritannien eine neue Entwicklung. Es war eine Zeit voller Umbrüche. Die fortschreitende Industrialisierung, die Vernunft, die Wissenschaft und die Sicherheit zählten auf der einen Seite zu den neuen Schlagwörtern, aber auch ein klarer Sozialismus. Es war die Zeit des Marxismus, des Sozialismus und des Liberalismus, die Parlamentsreform in England erteilte das Wahlrecht für Landarbeiter und Bergleute. Plötzlich mussten sich alle für eine Gesinnung entscheiden, die Moderne läutete ein. Vor allem in England, wo die Industrialisierung besonders früh begann, machten sich die Gestalter Gedanken um ihre Auswirkung und um die Auswirkung der Maschine im Besonderen. Wurden sie, die Gestalter nun der Maschine unterworfen? Mussten sie nun auf Qualität verzichten- zugunsten einer maschinellen Herstellung von Gegenständen, die man aufgrund der Maschine auf einfache Formen reduzieren musste? Die Maschine konnte doch gar nicht mit der Qualitätsarbeit und den Gestaltungsergebnissen menschlicher Handarbeit mithalten! Gestalter und Sozialkritiker wie William Morris fühlten sich überdies abgestoßen durch die schlechten Arbeitsbedingungen, die die Industrie bot und die dadurch entstehenden Elendsviertel. Auch befürchteten sie die Verkümmerung der handwerklichen Fähigkeiten durch den Einfluss der Maschine.


Textauszug (computergeneriert)

Jugendstil
Die Auseinandersetzung des Gestalters mit
der Maschine um die Jahrhundertwende

 

 

von: Sabrina Tibourtine

Inhaltsverzeichnis

1. Der geschichtliche Hintergrund

2. Der Konflikt

3. Die Arts & Crafts Bewegung und William Morris

4. Ruskin als Vordenker

5. Der Konflikt in kompakt

6. Situation im Deutschen Reich

7. Erkenntnis: Maschine als Hilfsmittel

8. Der Deutsche Werkbund

9. Ziel des Deutschen Werkbundes

10. Die Akzeptanz und Macht des DWB

11. Der Werkbundstreit um die Typisierung: Van de Velde versus Muthesius

12. Vereinigung im Gropius’schen Bauhaus

13. Mein Abriss


 

 

 

 

Die Auseinandersetzung des Gestalters mit der Maschine um die Jahrhundertwende

Ab der zweiten. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich vor allem in Großbritannien eine neue Entwicklung. Es war eine Zeit voller Umbrüche. Die fortschreitende Industrialisierung, die Vernunft, die Wissenschaft und die Sicherheit zählten auf der einen Seite zu den neuen Schlagwörtern, aber auch ein klarer Sozialismus. Es war die Zeit des Marxismus, des Sozialismus und des Liberalismus, die Parlamentsreform in England erteilte das Wahlrecht für Landarbeiter und Bergleute. Plötzlich mussten sich alle für eine Gesinnung entscheiden, die Moderne läutete ein. Vor allem in England, wo die Industrialisierung besonders früh begann, machten sich die Gestalter Gedanken um ihre Auswirkung und um die Auswirkung der Maschine im Besonderen. Wurde der Gestalter der Maschine unterworfen? Musste man jetzt auf Qualität verzichten zugunsten einer maschinellen Herstellung von Gegenständen, die man aufgrund der Maschine auf einfache Formen reduzieren musste? Die Maschine konnte doch gar nicht mit der Qualitätsarbeit und den Gestaltungsergebnissen menschlicher Handarbeit mithalten! Sozialkritiker wie William Morris, auf den ich später noch zu sprechen komme, fühlten sich überdies abgestoßen durch die schlechten Arbeitsbedingungen, die die Industrie bot und die dadurch entstehenden Elendsviertel. Auch befürchteten sie die Verkümmerung der handwerklichen Fähigkeiten durch den Einfluss der Maschine. William Morris schreibt dazu: „Für ihre Arbeitgeber sind sie (die Arbeiter, Anm. von mir), obwohl es Menschen sind, dennoch Teil des Maschinenparks der Werkstatt oder der Fabrik, sie sind Proletarier, menschliche Wesen, die arbeiten, um zu leben, damit sie leben können, um zu arbeiten, und so weiter in endloser Folge. Ihre Rolle als Ha ndwerker, als Hersteller von Gegenständen nach freiem Willen, ist ausgespielt.“1

Der geschichtliche Hintergrund

Der Konflikt

Eine Kulturkrise begann, und viele Gestalter begannen sich gegen die Maschine und die Industrialisierung aufzulehnen, um zu vermeiden, nur noch Hilfsmittel der Maschine zu sein. Sie, die Industrialisierung, brachte „gesellschaftliche und mentale Strukturveränderungen“ hervor und gefährdete den „Lebensbezug aller Künste“.2

[...]


1 Gerda Breuer, „Ästhetik der schönen Genügsamkeit“, Braunschweig/Wiesbaden, 1998, S. 128, Gerda Breuer verwendet den Quellentext aus: William Morris, „The Aims of Art, 1887 (Neuauflage 1975, Osnabrück)
2 Ebenda, S. 12


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