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Die Auswirkungen des Baseler Akkordes auf die Finanzierungsmöglichkeiten mittelständischer Unternehmen

Diploma Thesis, 2003, 97 Pages
Author: Sandra Kübert
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 97
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V23240
ISBN (E-book): 978-3-638-26404-4

File size: 570 KB


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Aschaffenburg
Fachbereich Wirtschaft und Recht

Die Auswirkungen des Baseler Akkordes auf die Finanzierungsmöglichkeiten mittelständischer Unternehmen

Diplomarbeit von

Sandra Kübert

23. Dezember 2003

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS ... V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... IX
TABELLENVERZEICHNIS ... X
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... XI

1 EINFÜHRUNG ... 1

2 DIE NEUE BASELER EIGENKAPITALVEREINBARUNG ... 3
2.1 Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht ... 3
2.2 Der Weg von Basel I zu Basel II ... 4
2.2.1 Die bisherige Regelung ... 4
2.2.2 Notwendigkeit einer Neuerung ... 6
2.3 Die drei Säulen ... 7
2.3.1 Überblick ... 7
2.3.2 Mindestkapitalanforderungen (1. Säule) ... 8
2.3.2.1 Überblick über die Mindestkapitalanforderungen ... 8
2.3.2.2 Kreditrisiko ... 9
2.3.2.2.1 Überblick über das Kreditrisiko ... 9
2.3.2.2.2 Standardsatz ... 10
2.3.2.2.3 Auf internen Ratings basierender Ansatz (IRB-Ansatz) ... 12
2.3.2.2.3.1 Überblick ... 12
2.3.2.2.3.2 IRB-Basisansatz ... 14
2.3.2.2.3.3 Fortgeschrittener IRB-Ansatz ... 15
2.3.2.3 Operationelles Risiko ... 15
2.3.2.4 Marktpreisrisiko ... 17
2.3.3 Aufsichtliches Überprüfungsverfahren (2. Säule) ... 18
2.3.4 Erweiterte Offenlegung (3. Säule) ... 19

3 DER DEUTSCHE MITTELSTAND ... 21
3.1 Begriffsabgrenzung ... 21
3.2 Ökonomische Bedeutung ... 22
3.3 Finanzierungssituation ... 23
3.4 Insolvenzentwicklung ... 25
3.5 Vorbereitungsstand auf Basel II ... 26
3.6 Wesentliche Punkte von Basel II für den Mittelstand ... 27
3.6.1 Das Retailgeschäft ... 27
3.6.2 Sicherheiten ... 28
3.6.3 Laufzeit ... 30

4 RATING ... 31
4.1 Definition und Symbolik des Rating ... 31
4.2 Ratingagenturen und Ratingkosten ... 32
4.3 Nutzen eines Ratings ... 34
4.4 Ratingkriterien ... 35
4.5 Internes und externes Rating ... 36
4.6 Vergleich zwischen internem und externem Rating ... 38

5 KONSEQUENZEN FÜR DIE MITTELSTANDSFINANZIERUNG ... 40
5.1 Überblick ... 40
5.2 Kreditverknappung ... 40
5.3 Kreditverteuerung ... 41
5.4 Prozyklische Verschlechterung von Finanzierungsbedingungen ... 46
5.5 Veränderung der Kunde-Bank-Beziehung ... 49

6 LÖSUNGSANSÄTZE ... 52
6.1 Alternative Finanzierungsquellen ... 52
6.1.1 Überblick ... 52
6.1.2 Private Equity ... 53
6.1.2.1 Überblick ... 53
6.1.2.2 Mezzanine-Finanzierung ... 54
6.1.2.2.1 Überblick ... 54
6.1.2.2.2 Stille Gesellschaft ... 55
6.1.2.2.3 Nachrangdarlehen ... 56
6.1.2.2.4 Zusammenfassung ... 57
6.1.2.3 Venture Capital ... 58
6.1.3 Leasing ... 60
6.1.4 Forderungsverkauf ... 62
6.1.4.1 Factoring ... 62
6.1.4.2 Fortfaitierung ... 64
6.1.4.3 Asset-Backed-Securities ... 64
6.2 Ausrichtung des Unternehmens auf Basel II ... 67

7 FAZIT ... 69

ANHANG ... 71

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS ... 79

 

1 Einführung
Seit Veröffentlichung des 1. Konsultationspapiers zur neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung im Juni 1999 ist das Thema Basel II vor allem in Deutschland ein "Dauerbrenner". Im Zentrum der Diskussion steht hierbei vor allem die erste Säule des neuen Akkordes, die sich unter anderem mit der Berechnung der Mindesteigenkapitalanforderungen für das Kreditrisiko befasst.
Im Gegensatz zum aktuell gültigen Akkord soll die von den Banken bei einer Kreditvergabe geforderte Mindestkapitalunterlegung zukünftig nicht mehr pauschal 8% betragen, sondern von der Bonität des Kreditnehmers abhängen. Diese wird anhand von Ratings ermittelt. Dabei gibt es die Möglichkeit, Ratings externer Agenturen wie bspw. Moody`s oder Standard & Poor`s zur Bonitätseinschätzung heranzuziehen oder den Kreditnehmer durch die kreditgebende Bank (=intern) beurteilen zu lassen. Bei einer Kreditvergabe ist jedoch in jedem Fall ein Rating als Grundlage für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung erforderlich.
Da Eigenkapitalunterlegung und somit Kosten des Kreditinstituts für die Kreditvergabe zukünftig je nach Rating bzw. Bonität des Kreditnehmers variieren, werden auch die Kreditkonditionen vom Rating und somit von der Bonität abhängen.
Diese Tatsache hat die Befürchtung entstehen lassen, dass die Kreditversorgung des Mittelstandes, der als "Rückgrat der deutschen Wirtschaft"1 gilt, in Gefahr ist. Neben einer Kreditverknappung und/oder einer Kreditverteuerung wird sogar mit einem Rückzug der Banken aus dem Mittelstandsgeschäft gerechnet.
Ziel dieser Arbeit ist es, diesen Befürchtungen auf den Grund zu gehen und die Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierungsmöglichkeiten mittelständischer Unternehmen aufzuzeigen.
Hierzu wird im 2. Kapitel die neue Eigenkapitalvereinbarung vorgestellt. Nach einem kurzen Überblick über Entstehung und Aufgaben des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht und den aktuellen Akkord werden die Gründe für die Reform erläutert. Im Anschluss daran werden die drei Säulen der neuen Eigenkapitalvereinbarung vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf den Mindestkapitalanforderungen (1. Säule) und hierbei speziell auf dem Kreditrisiko liegt. Dies beinhaltet eine Erläuterung des Standardsatzes, bei dem das Rating einer externen Agentur zugrunde liegt und des internen Ratingansatzes, beim dem die Bank die Bonität des Kreditnehmers selbst beurteilt. Die Vorstellung des aufsichtlichen Überprüfungsverfahrens (2. Säule) und der erweiterten Offenlegung (3. Säule) bilden den Abschluss dieses Kapitels.

Im 3. Kapitel werden zuerst ökonomische Bedeutung, Finanzierungssituation und Insolvenzentwicklung des deutschen Mittelstandes dargestellt. Anschließend wird untersucht, inwieweit die mittelständischen Unternehmen sich bereits auf die Einführung von Basel II vorbereitet haben. Als Abschluss dieses Kapitels werden die für den Mittelstand wesentlichen Punkte der neuen Eigenkapitalvereinbarung genannt.
Das 4. Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Rating. Neben der Definition und Symbolik des Ratings werden in diesem Kapitel Ratingagenturen und -kosten dargestellt. Außerdem wird der Nutzen aufgezeigt, den ein Rating mit sich bringen kann. Es folgt eine Erläuterung der für das Rating wesentlichen Kriterien. Dieses Kapitel endet mit der Beschreibung des internen und externen Ratings und einem Vergleich zwischen beiden Systemen.
Im 5. Kapitel werden die Konsequenzen der neuen Regelung für die Finanzierung des Mittelstandes untersucht. Es wird geprüft, ob die Befürchtungen bezüglich Kreditverknappung und/oder Kreditverteuerung berechtigt sind und ob Basel II eine stärkere prozyklische Wirkung entfaltet als der gültige Akkord. Am Ende dieses Kapitels wird dargestellt, wie sich die Kunde-Bank-Beziehung nach Einführung der neuen Eigenkapitalvereinbarung entwickeln wird.
Im 6. Kapitel wird aufgezeigt, wie mittelständische Unternehmen ihr Rating und somit ihre Kreditkonditionen verbessern können. Nach der Vorstellung einer Auswahl alternativer Finanzierungsinstrumente werden im letzten Punkt Ansätze aufgezeigt, die der allgemeinen Vorbereitung auf Basel II dienen.
Den Abschluss dieser Arbeit bildet das 7. Kapitel mit einem Fazit.

2 Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung
2.1 Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht
Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, der im Dezember 1974 von den Zentralbankpräsidenten der G10-Länder2 gegründet wurde, setzt sich heute aus Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden und den Zentralbanken von 13 Ländern3 zusammen.4 Anlass für die Gründung des Ausschusses war die Anfang der 70er Jahre einsetzende Globalisierung des Bankgeschäfts, die den einzelnen nationalen Bankenaufsichtsbehörden zunehmend die Überwachung der Risikosituation von international tätigen Kreditinstituten erschwerte.

Die Aufgaben des Ausschusses liegen daher in der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden, der Diskussion von bankrechtlichen Fragestellungen und in der Folge in der Verabschiedung entsprechender Richtlinien, die für eine internationale Harmonisierung sorgen sollen.5 Oberstes Ziel des Ausschusses ist die Stärkung und Sicherung der Bonität und Stabilität des nationalen und internationalen Finanzsystems.

Der Ausschuss tagt vierteljährlich in der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich6 (BIZ) in Basel, wo sich auch sein ständiges Sekretariat befindet.

Seine Empfehlungen sind zwar für die nationalen Aufsichtsbehörden nicht unmittelbar verbindlich, finden jedoch über EU-Richtlinien Eingang in die nationalen Aufsichtsregeln. Auch viele nicht zu den EU-Staaten zählende Länder übernehmen die Empfehlungen des Ausschusses in ihr Aufsichtssystem.

[...]


1 Ohoven, M. (2001), S. 18

2 Zur Entstehung und Zusammensetzung der Ländergruppe G10 vgl. BIZ (2002), S. 3.

3 Hierzu gehören: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Schweden, die Schweiz, Spanien, das Vereinigte Königreich sowie die Vereinigten Staaten von Amerika.

4 Zu dieser und den folgenden Ausführungen vgl. Gromer, S./Everling, O. (2001), S. 11-15, BIZ (2002), S. 3, Thiemann, B. (2001), S. 9 sowie Hückmann, C. (2002), S. 21-22.

5 Dick, M. (2003), S. 2

6 Die BIZ hat sich zur Aufgabe gemacht, die internationale Zusammenarbeit im Währungs- und Finanzbereich zu fördern und dient als „Bank der Zentralbanken“. Für nähere Informationen vgl. BIZ (2002).


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