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Angstfragebögen in Bezug auf Schulangst

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 42 Pages
Author: Julia Gerstberger
Subject: Psychology - Diagnostics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 42
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V23286
ISBN (E-book): 978-3-638-26432-7

File size: 142 KB
Notes :
Ausführliche, weit ausholende Arbeit (Kommentar Dozent)



Excerpt (computer-generated)

Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Abteilung Pädagogische Psychologie
Hauptseminararbeit zum Thema:

Angstfragebögen in Bezug auf Schulangst

Julia Gerstberger

 

Inhaltsverzeichnis

1 Definitionen
1.1 Angst S. 4
1.2 Schulangst S. 6

2 Was ist Angst? S. 6
2.1 Angststörungen S. 7
2.2 Panik S. 9

3 Entstehung von Angst S. 9

4 Entstehung von Schulangst S. 10

5 Schulangst und Lernerfolg S. 12

6 Körperliche Symptome und Verhaltensmuster S. 14

7 Lösungsvorschläge für das Problem der Schulangst S. 15

8 Was kann man gegen Schulangst tun? S. 16

9 Wie lässt sich Angst erfassen? S. 17

10 Anhang
10.1 Der Schulangstfragebogen für Kinder S. 19
10.2 Die Prüfungsskala für Kinder S. 20
10.3 Die allgemeine Angstskala für Kinder S. 25
10.4 Probleme bei der Anwendung der Skalen durch Lehrer S. 27
10.5 Der Angstfragebogen – Angststörungen selbst erkennen S. 28
10.5.1 Fragen zur Panikstörung S. 28
10.5.2 Fragen zur generalisierten Angststörung S. 29
10.5.3 Fragen zur Agoraphobie S. 30
10.5.4 Fragen zur sozialen Phobie S. 32
10.5.5 Fragen zur spezifischen Phobie S. 33

11 Literatur für Eltern und Lehrer / Infoadressen S. 35

12 Literaturverzeichnis S. 38

 

1 Definitionen

1.1 Angst

Angst ist ein sehr komplexes Phänomen, welches sich nicht nur anhand der vielen verschiedenen Möglichkeiten der Ursachen zeigt, sondern auch in den vielfältigen Definitionen. So findet sich selbst innerhalb der Psychologie keine einheitliche Begriffsbestimmung. Die Psychoanalyse nach FREUD beispielsweise definiert Angst als „Affektzustand, der aus einer Erregungssteigerung, aus Reaktionen zur Abfuhr dieser Erregung, aus der Wahrnehmung dieser Erregung und ihrer Abfuhr und aus einem, den Verlauf begleitenden Unlusterlebnis besteht “ (KROHNE 1981).

Eine weitere Definition, die eher kognitiv ausgerichtet ist, findet sich bei ESSER, wo Angst beschrieben wird „als ein emotionaler Zustand des Organismus, bestimmt durch einen als betont unangenehm erlebten Erregungsanstieg angesichts der Wahrnehmung einer komplexen und mehrdeutigen Gefahrensituation, in der eine adäquate Reaktion des Individuums nicht möglich erscheint “ (ESSER 1978).

Ebenso kann man Angst definieren als einen „Spannungszustand mit somatischen, psychischen und motorischen Reaktionen, der durch die Antizipation, die aktuelle Empfindung oder die Erinnerung gekennzeichnet ist“ (GRAEBE 1992). 

Die wesentlichen Grundzüge der Angst sind nach GROSSMANN und WINKEL (1977) folgende:

  • „Anthropologische“, dies bedeutet, dass Angst eine erlernte Verhaltensweise ist (da z.B. nicht alle Menschen in der gleichen Situation Angst haben) und daher vermeidbar.
  • „Situative“, es sind immer Außenreize nötig, damit Angst ausgelöst wird.
  • „Komplexe“, Angst ist ein komplexes Phänomen, d.h. nicht monokausal.
  • „Neurotisierende“, Angst führt zu Verhaltensstörungen.
  • „Konflikthafte“, es besteht ein Konflikt zwischen Ich und Über-Ich (Ich und Über-Ich sind aus dem Instanzenmodell nach FREUD entnommen).

Hier soll ein grober Überblick der verschiedenen Aspekte der Angst gegeben werden. Es sollen und können an dieser Stelle nicht alle Definitionen zum Thema Angst aufge zählt werden. Vielmehr soll versucht werden, eine gewisse Gemeinsamkeit in der Begriffsbildung zu finden. Dabei fällt auf, dass es eigentlich nur wenige Übereinstimmungen gibt, die sich darauf beziehen, dass Angst mit einer Erregungssteigerung verbunden is t und dass dieser Zustand äußerst unangenehm ist. Alle weiteren Komponenten der Begriffsbestimmungen sind gekennzeichnet durch die verschiedenen psychologischen Ansätze und dementsprechend unterschiedlich.

Umso erstaunlicher ist es daher, dass andere, der Angst sehr ähnliche Konstrukte, wie z.B. Furcht oder Phobie, in der Literatur relativ eindeutig dargestellt sind. So lässt sich die Furcht dadurch beschreiben, dass sie auf konkrete Objekte bezogen und nicht, wie die Angst, sehr unbestimmt ist. Daher sind die Reaktionsmöglichkeiten bei Furcht auch wesentlich bewusster und angepasster, wohingegen sie bei der Angst oft wahllos und unangemessen erscheinen. Angst ist häufig dadurch gekennzeichnet, dass die Stimuluskonfiguration mehrdeutig ist, d.h. die Art, Intensität oder der Auftretenszeitpunkt der Gefahr können nicht eindeutig bestimmt werden oder die Informationen über die Situation sind zwar eindeutig, aber eine angemessene Reaktion ist in diesem Moment nicht möglich (KROHNE 1981; SCHLUNG 1987). 

Dies lässt sich besser an einem Beispiel verdeutlichen: Wenn ich kurz vor einer sehr wichtigen Prüfung stehe, weiß ich meist noch nicht, welche Anforderungen bezüglich der Aufgabeninhalte und -schwierigkeiten an mich gestellt werden, d.h. die Situation ist für mich sehr unklar. Ebenso ist keine angemessene Reaktion möglich, da ein Ausweichen mit Sicherheit negativere Konsequenzen nach sich ziehen würde, als sich der Situation auszusetzen. In diesem Moment empfinde ich dann keine Furcht, sondern Angst. Wenn ich aber beispielsweise auf der Straße einem Hund begegne, der nicht angeleint ist und auf mich zugerannt kommt, dann empfinde ich eher Furcht als Angst, da ich für mich mittlerweile angemessene Reaktionsweisen gefunden habe, um die Situation zu entschärfen, indem ich dem Hund sehr selbstbewusst gegenübertrete.

Neben Furcht und Angst wird auch der Begriff der Phobie häufig in der Literatur zur Angstforschung erwähnt. Er stammt aus der Psychoanalyse und beschreibt eine „übertriebene, unrealistische Angst vor Dingen der Umgebung“ (SCHLUNG 1987). Diese Dinge sind Objekte, Orte oder Personen, die normalerweise nicht mit Ängsten in Verbindung gebracht werden. Dies ist dadurch zu erklären, dass bei einer Phobie ungelöste innere Konflikte auf bestimmte Objekte übertragen werden (SCHLUNG 1987). So sind die Ängste vor bestimmten Tieren, wie z.B. Mäusen, die ja vollkommen harmlos sind und daher die Angst objektiv nicht zu erklären ist, eher als Phobien zu bezeichnen.

1.2 Schulangst

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