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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1998, 23 Pages
Author: Andrea Dittert
Subject: History - Empire, Imperialism
Details
Tags: Liberalismus, Frage, Deutschen, Reich, Bismarck
Year: 1998
Pages: 23
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-26473-0
File size: 272 KB
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Excerpt (computer-generated)
′Der′ politische Liberalismus und ′die soziale Frage′
im Deutschen Reich unter Bismarck
von: Andrea Dittert
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Zu ‘dem’ politischen Liberalismus im Kaiserreich 4
2.1 ‘Liberalismus’-Begriff und das Gemeinsame liberaler Theorien 4
2.2 Auswirkungen des politischen Kompromißzwanges auf die liberalen Parteien 5
2.3 Vorstellung der wichtigsten liberalen Parteien 1871 - 1890 7
2.3.1 Deutsche Fortschrittspartei 7
2.3.2 Nationalliberale Partei 8
2.3.3 Liberale Vereinigung 8
2.3.4 Deutsche-Freisinnige Partei 9
2.3.5 Deutsche Volkspartei 9
3 Zu ‘der sozialen Frage’ 10
3.1 Allgemeine Betrachtungen zu ‘der’ sozialen Frage 10
3.2 Gesellschaftsbild des Liberalismus und die Ablehnung ‘der sozialen Frage’ 10
3.3 Einfluß des Manchestertums auf den Umgang mit ‘der sozialen Frage’ 11
4 Zu den Konsequenzen für den Umgang mit den sozialen Problemen 13
4.1 Liberale Lösungsstrategien und dabei auftretende Problematiken 13
4.1.1 Ausdehnung der Armenfürsorge 13
4.1.2 Bildungsvereine 13
4.1.3 Genossenschaften 14
4.1.4 Gewerkschaften 15
4.2 Stellung der liberalen Parteien zu Bismarcks Sozialpolitik 16
4.2.1 Problematik der sozialpolitischen Vorstellungen Bismarcks 16
4.2.2 Beteiligung der liberalen Parteien an der Sozialpolitik zur Zeit Bismarcks 17
4.2.3 Vorgeschichte der in den 80er Jahren eingeführten gesetzlichen Arbeiterversicherungen 18
4.2.4 Stellung der einzelnen liberalen Parteien zu den gesetzlichen Arbeiterversicherungen 19
5 Fazit 20
6 Literaturverzeichnis 21
6.1 Verwendete Literatur 21
6.2 Weitere Literatur, die ebenfalls Interessantes verspricht 23
7 Anhang 24
1 Einleitung
Der Liberalismus ist wie jede politische Richtung der öffentlichen Kritik unterworfen. Einige der dabei auftretenden Vorurteile lassen sich sehr schnell widerlegen, so z.B. daß »Liberalismus« und »Staat« sich widersprechen würden. Eine der schwieriger zu widerlegenden verbreiteten Auffassungen besagt, daß »Liberalismus« und »Sozialpolitik« ein Paradox darstellten. Passend dazu ist aktuell die Bezeichnung der modernen liberalen Partei FDP als der ‘Partei der Besserverdienenden’ in aller Munde. Aufgabe dieser Arbeit soll sein, die Berechtigung dieser Aussagen im Hinblick auf die Zeit Bismarcks, in der sich die Anfänge eines modernen Sozialstaates zeigten, zu untersuchen. Als erstes muß geklärt werden, daß es den Liberalismus nicht gegeben hat. Dazu soll zum einen eine Eingrenzung all dessen erfolgen, was im 19. Jahrhundert zum Liberalismus gerechnet werden kann, also die Gemeinsamkeiten aller liberaler Gruppierungen aufgedeckt werden, zum anderen aber auch die Breite der Differenzierung innerhalb dieses großen Spektrums Verdeutlichung finden. Besonders wichtig zum Verständnis erscheint die Hervorhebung der - von den Liberalen prinzipiell sogar erwünschten - Heterogenität innerhalb der einzelnen Parteien.
Zweitens soll versucht werden, zu erklären, warum es aufgrund ihres allgemeinen Menschen- und Gesellschaftsbildes für die Liberalen keine ‘soziale Frage’ geben konnte. Vorweg ist eine allgemeine Auseinandersetzung mit der Problematik der Reduzierung aller gesellschaftlicher Problematiken auf eine einzige Frage, und die Überlegung, weshalb diese Frage ausgerechnet die Arbeiterfrage sein soll, angebracht. Im Hinblick auf die häufig zu findende Gleichsetzung des deutschen Liberalismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit dem Manchestertum muß auch berücksichtigt werden, welche Rolle das Manchestertum bei der Ablehnung der sozialen Frage spielte. Bevor man nun aus der »Leugnung der sozialen Frage«, vollständiges Desinteresse an den sozialen Problemen der Gesellschaft ableitet, sollte man sich die aus diesen Überlegungen für den Umgang mit den sozialen Problemen der Gesellschaft resultierenden Konsequenzen ansehen. Diese lassen sich zum einen in den zur Verbesserung gewählten und in der Gesellschaft umzusetzen versuchten Lösungsstrategien erkennen und zum anderen aus der Beteiligung an der parlamentarischen Auseinandersetzung mit den sozialpolitischen Reformen ablesen.
Erst nach einer umfassenden Untersuchung all dieser Teilaspekte ist eine Beurteilung der Berechtigung des Vorwurfes, daß sich die Liberalen des Kaiserreiches unter Bismarck nicht um die soziale Not der unteren Schichten ihrer Zeit kümmerten, möglich. Im Anhang findet sich eine Übersichtsgrafik, die der Orientierung innerhalb der sich fortwährend wandelnden liberalen Parteienlandschaft der Jahre 1871 - 1890 dienen soll. Bei der Auffindung der ersten Texte zu diesem Themenkomplex halfen der 1991 veröffentlichte Forschungsbericht von Hartwig Brandt und die 1992 erschienene Literaturvorstellung Hans Fenskes. Die vollständige Liste der zur Bearbeitung herangezogenen Literatur findet sich am Ende der Arbeit. Zusätzlich beinhaltet das Literaturverzeichnis - in einem gesonderten Teil - auch darüberhinausgehende Anregungen zur weiteren Lektüre.
2 Zu ‘dem’ politischen Liberalismus im Kaiserreich
2.1 ‘ Liberalismus’-Begriff und das Gemeinsame liberaler Theorien
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