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Masse und Macht

Termpaper, 2002, 22 Pages
Author: Diplom-Sozialwissenschaftler Fabian Böer
Subject: Psychology - Social Psychology

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 22
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V23405
ISBN (E-book): 978-3-638-26532-4

File size: 182 KB


Excerpt (computer-generated)

Masse und Macht

 

 

von: Fabian Böer

Inhalt

Einleitung 3

"Umschlagen der Berührungsfurcht" 4
"Offene und geschlossene Masse" 5
"Die Entladung" 5
"Zerstörungssucht" 6
"Der Ausbruch" 7
"Verfolgungsgefühl" 7
"Zähmung der Massen in den Weltreligionen" 8
"Panik" 9
"Die Masse als Ring" 9
"Die Eigenschaften der Masse" 10
"Rhythmus" 10
"Stockung" 11
"Langsamkeit oder die Ferne des Ziels" 12
"Die unsichtbaren Massen" 12
"Einteilung nach dem tragenden Affekt" 13
"Hetzmassen" 13
"Fluchtmassen" 14
"Verbotsmassen" 15
"Umkehrungsmassen" 15
"Festmassen" 16
"Die Doppelmasse: Männer und Frauen. Die Lebenden und die Toten" 16
"Die Doppelmasse: Der Krieg" 17
"Massenkristalle" 17
"Massensymbole" 18

Schluss 20

Literaturverzeichnis 22



 

 


Elias Canetti

25. Juli 1905 geboren in Rustschuk (ehemals türkisch, später bulgarisch) erstes von drei Kindern spanisch-jüdischer Eltern, Sprache der Eltern: Spanisch des 15. Jahrhunderts
1911 Übersiedlung der Familie nach Manchester, Canetti lernt Englisch
1913 nach Tod des Vaters Übersiedlung nach Wien, Canetti lernt unterwegs Französisch, in Wien Deutsch, die Sprache, in der er schreibt
1924-29 Chemiestudium, Promotion zum Dr. phil.
1930/31 Roman "Die Blendung"
1932 Theaterstücke "Hochzeit" und "Komödie der Eitelkeit"
1938 Emigration aus Österreich über Paris nach London
1960 "Masse und Macht"
1965 "Aufzeichnungen 1942-1948"
1968 "Die Stimme von Marrakesch"
1970 "Alle vergeudete Verehrung"
1973 "Die Provinz des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972"
1977 "Die gerettete Zunge"
1980 "Die Fackel im Ohr. Lebensgeschichte 1921-1931"
1981 Canetti erhält den Nobelpreis für Literatur
1983 Canetti erhält das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
1987 "Das Geheimherz der Uhr. Aufzeichnungen 1973-1985"
1992 "Die Fliegenpein"
1994 "Nachträge aus Hampstead"
14. August 1994 gestorben in Zürich

Elias Canettis Theorie der Masse

Untersucht man das Phänomen der Masse bei Elias Canetti, stößt man unausweichlich auf die Frage, inwiefern sich Canetti mit seinen Ausführungen von Gustave Le Bons "Psychologie der Massen",1895, beziehungsweise Sigmund Freuds "Massenpsychologie und Ich-Analyse", 1921, unterscheidet. Canetti ignoriere Le Bon und Freud, sagen die einen, und führen als Beweis das Nicht-Vorhandensein derer beiden oben genannten Werke in Canettis Literaturverzeichnis an. (Peter Voß und Marcel Reich-Ranicki, 2001) Canetti zeige seinem Lieblingsfeind Freud die Zähne, behaupten die anderen. (Richard Kämmerlings, 1999) Dass ein Autor, der sich mit Masse und Massen beschäftigt, zweifellos auch mit Le Bons "Psychologie der Massen" und Freuds "Massenpsychologie und Ich-Analyse" in Berührung kommt, steht eigentlich außer Frage. Inwieweit aber das Werk Canettis den "Massen?Klassikern" die Zähne zeigt, wird sich zeigen. "Antwort ist Unfreiheit und darum falsch", so ein Zitat von Canetti. "Alles soll neu sein, frei, einmalig, selbst gedacht, frisch gedacht, Ordnung störend", schreibt Hermann Kurzke in der FAZ über den Schriftsteller. Beschäftigt man sich eingehender mit "Masse und Macht", wird schnell deutlich, dass sich Canetti dennoch auf Le Bon und Freud bezieht, eine Antwort gibt, sie keinesfalls ignoriert. Dabei geht er zweifellos eigene Wege, überschreitet arbeitsteilige Grenzen zwischen Wissenschaft und Literatur.

Der Reiz des Vergleiches von "Psychologie der Massen", "Massenpsychologie und Ich?Analyse" sowie "Masse und Macht" entsteht nicht zuletzt dadurch, dass zwischen Canettis und Freuds Werken ein Weltkrieg und den Werken Canettis und Le Bons sogar zwei Weltkriege stattfanden, ohne Frage Ereignisse, die auf massenphänomenale Untersuchungen großen Einfluss ausübten. Interessant dabei ist, dass Canetti in seinem gesamten Kapitel "Masse" größtenteils an den Weltkriegen "vorbeischreibt", vielleicht, um sich selbst vor Freud keinen Vorteil zu verschaffen und einen Vergleich zu ermöglichen. "Es sollen die Beispiele aus jüngster Zeit hier nicht gehäuft werden. Sie sind noch in frischer Erinnerung aller"(S. 61, Masse und Macht), so Canetti selbst dazu. Das oben erwähnte Kapitel "Masse" ist in 24 Unterkapitel eingeteilt, die folgend, einzeln und in Canettis gewählter Reihenfolge, behandelt werden sollen. Dabei wird erst der Inhalt wiedergegeben und anschließend Stellung genommen beziehungsweise ein Vergleich zu Le Bon und Freud hergestellt.

Umschlagen der Berührungsfurcht

[...]


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