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Kneipe als Kommunikationsfeld der Alltagskultur und was die Sozialarbeit daraus lernen kann

Diploma Thesis, 2003, 73 Pages
Author: Kathleen Laaser
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 73
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V23499
ISBN (E-book): 978-3-638-26612-3

File size: 305 KB


Excerpt (computer-generated)

Kneipe als Kommunikationsfeld der Alltagskultur
und was die Sozialarbeit daraus lernen kann

Diplomarbeit 

zur Erlangung des Grades
einer Diplom - Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin
an der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik
„Alice Salomon“;
eingereicht im Wintersemester 2003 / 04

am 26.11.2003

Projektseminar: Besondere Kinder – Besondere Hilfen

von

Kathleen Laaser

 

Inhaltsverzeichnis ...  1

Statt eines Vorworts ...  3

Einleitung  ...  4

1 Kneipe als Alltagskultur  ...  6

2 Kneipe als Kommunikationsfeld ...  18

3 Kneipenkommunikation als soziale Unterstützung  ...  25
3.1 Soziale Unterstützung in Netzwerken  ...  28
3.2 Soziale Netzwerke  ...  43
3.3 Einige Anmerkungen zum Thema Alkohol  ...  48

4 Kneipe und Sozialarbeit ...  54

Schlußbetrachtung ...  61

Literaturverzeichnis ...  64

 

Statt eines Vorworts

Die kleine Kneipe
[in Downloaddatei enthalten]

 

Einleitung

Als ich anfing, mir darüber Gedanken zu machen, womit sich meine Diplomarbeit beschäftigen sollte, faßte ich den Entschluß, ein lebensweltorientiertes Thema auszuwählen.
Ich hatte zu dieser Zeit ein Seminar, in dem das Konzept soziale Unterstützung diskutiert wurde. Als ich an diesem Abend in meine Stammkneipe ging, fiel mir auf, daß ich am Stammtisch genau das vor mir sah, was ich tagsüber in der Theorie kennengelernt hatte.
Ich erkannte, daß Kneipe ein Ort sozialer Unterstützung und Kommunikation ist und entschied mich, dies in meiner Diplomarbeit zu untersuchen, auch um Anregungen für die Sozialarbeit zu finden.

Um mich an das Thema heranzuarbeiten, betrachte ich im ersten Kapitel Kneipe als Alltagskultur. Auch die Kneipe ist ein Teil Alltagskultur für ihre Gäste und bietet ihnen damit Sicherheit, Überschaubarkeit und Planbarkeit im Alltag. Warum das so ist, stelle ich anhand der Geschichte der Kneipe dar. Ich werde herausarbeiten, daß die Bedeutung der Kneipe für ihre Gäste in der sozialen Funktion liegt.

Im zweiten Kapitel untersuche ich Kneipe als Kommunikationsfeld. Ich stelle Unterschiede und Besonderheiten im Vergleich zu anderen Kommunikationsfeldern dar.

Im dritten Kapitel werde ich den kommunikativen Austausch in der Kneipe näher als soziale Unterstützung beschreiben. Soziale Unterstützung sehe ich hier im Kontext sozialer Netzwerke. Deshalb wird an dieser Stelle eine Darstellung der Netzwerktheorie folgen. 
Um auch auf das Thema Alkohol, das zweifelsohne auch eine Rolle in der Kneipe spielt, einzugehen, werde ich hier einige Gedanken dazu darlegen. 

Im vierten Kapitel werde ich den Blick der Sozialarbeit auf die Funktion alltäglicher Bezugspunkte für den Menschen richten. Die sozialräumliche Netzwerkperspektive kann als indirekte Förderung sozialer Netzwerke, wie sie zum Beispiel die Kneipe darstellt, gesehen werden. Ich werde abschließend einige Gedanken der Sozialplanung darlegen und erklären, daß die Sozialarbeit hier einen politischen Auftrag hat, wenn sie ihre Lebensweltorientierung nicht nur theoretisch bearbeiten, sondern auch praktisch umsetzen will.

Nun noch einige formale Anmerkungen. Ich schreibe der Einfachheit halber in der männlichen Form, meine damit aber beide Geschlechter. In direkten Zitaten sind Auslassungen durch (...) gekennzeichnet, eckige Klammern [ ] stellen von mir dazugefügte Textpassagen zum sinnvollen Verständnis direkter Zitate dar. Ich benutzte die alten deutschen Rechtschreibregeln.

1 Kneipe als Alltagskultur

In diesem Kapitel werde ich die Fragen, was Kultur, insbesondere Alltagskultur ist, wie sie sich im Kneipenkontext, besonders in Quartierskneipen, in ihrer sozialen Bedingtheit darstellt, beantworten.

Das Wort Kultur stammt aus dem Lateinischen (cultura) und wird in verschiedenen Zusammenhängen benutzt. Hier interessiert der Begriff Kultur hinsichtlich seiner Beschreibung als Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft oder eines Volkes.2  
In anderen Quellen wird Kultur als Begriff bezeichnet, der sich vom Begriff der Natur, die ohne das Zutun des Menschen existiert, unterscheidet und sich auf alles, „was der Mensch als gesellschaftliches Wesen bzw. die Menschen aller Völker zu den verschiedensten Zeiten und in unterschiedlichster Weise produktiv bearbeitet oder gestalterisch hervorgebracht haben“3, bezieht. In diesem Sinn ist Kultur Bedingung und Ergebnis des denkenden und handelnden Menschen auf der Suche nach den jeweils adäquaten Lösungen seines gesellschaftlichen Seins. „Im Hinblick auf die Kommunikation bezeichnet Kultur die Fähigkeit, sich mit anderen in einer Weise auseinandersetzen zu können, die zu produktiven Ergebnissen führt, u.a. Gesprächs-, Konflikt-, Streitkultur.“4

Zusammenfassend ist also Kultur das Resultat der in der Praxis erreichten Umgestaltung und Vervollkommnung der natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt und drückt den historischen Stand der menschlichen Freiheit aus.5 Kultur kann auch verstanden werden als „Gesamtheit aller Lebensformen, die der ‚homo sapiens’ als Gattung in seiner Geschichte entwickelt hat, sowie zeitgeschichtliche Formen des Welterlebens und Weltgestaltens von Einzelpersonen, sozialen Gruppen und Gesellschaften.“6 Wenn es mir hier um Kneipe, besonders um Quartierskneipe, geht, bezieht sich Kultur auf die Gruppe der Kneipengänger.

[....]


1 ©Alexander, Peter (2003)

2 Der Begriff Kultur wird auch verwendet zur Beschreibung für: 1. die Zucht von Bakterien und anderen Lebewesen auf Nährboden ; 2. die Nutzung, Pflege und Bebauung von Ackerboden; 3. den Bestand von Forstpflanzen. vgl. wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion (1990), S. 440

3 Meyers Lexikonredaktion (1992), S. 291

4 ebd., S. 291

5 vgl. Sczilinski (1992), S. 64

6 Schwendtke (1995), S. 273


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