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Frauenerwerbstätigkeit im internationalen Vergleich: Welche Rolle spielt "der Staat"?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 26 Pages
Author: Andrea Müller
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 26
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V23506
ISBN (E-book): 978-3-638-26616-1

File size: 327 KB
Notes :
Das Thema liegt an der Schnittstelle von Soziologie und Politikwissenschaften und ist entsprechend bearbeitet.



Excerpt (computer-generated)

Frauenerwerbstätigkeit im internationalen Vergleich:
Welche Rolle spielt "der Staat"?

 


von: Andrea Müller

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG 3

1. QUANTITATIVE UND QUALITATIVE UNTERSCHIEDE IN DEN ERWERBSMUSTERN VON MÄNNERN UND FRAUEN IN DEN WESTLICHEN INDUSTRIENATIONEN  4

1.1. ERWERBSBETEILIGUNG  4
1.2. FRAUENERWERBSTÄTIGKEIT IM DREI-LÄNDER-VERGLEICH 6

2. ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZU INTERNATIONALEN DIFFERENZEN DER GENDER GAPS AM ARBEITSMARKT UND DEM EINFLUß STAATLICHER POLITIKEN 7

2.1. ZUM STAATSBEGRIFF  7
2.2. INTERNATIONAL VERGLEICHENDE THEORIEANSÄTZE ZUR WEIBLICHEN ERWERBSTÄTIGKEIT IM RAHMEN DER PUBLIC POLICY FORSCHUNG 9
2.3. MAINSTREAM BZW. „MALE-STREAM“-ANSÄTZE DER PUBLIC POLICY FORSCHUNG 10

2.3.1. Die politisch-institutionalistische Theorie: Manfred G. Schmidts „Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern im Industrie10
2.3.2. Die Theorie der Machtressourcen organisierter Interessen: Esping-Andersens „Three Worlds of Welfare Capitalism“  15

2.4. FEMINISTISCHE PUBLIC POLICY FORSCHUNG 18

2.4.1. Die politikwissenschaftliche Perspektive: Von Wahls „Gleichstellungsregime“  19
2.4.2. Die soziologische Perspektive: Kulturelle Kontextualisierung: Pfau-Effingers „Kultur und Frauenerwerbstätigkeit in Europa“  23

3. AUSBLICK 25

LITERATURVERZEICHNIS  26

 


 

 

 

Einleitung

Seit den 60er Jahren hat sich die Struktur der Arbeitsmärkte in den westlichen Industrienationen grundlegend verändert. Neben sektoralen Umwälzungen, in deren Folge eine zunehmende Tertiärisierung die bisherige Dominanz des industriellen Sektors zurückdrängte und den Weg in die sogenannte Dienstleistungsgesellschaft bereitete1, beschäftigte die internationale Erwerbsforschung vor allem die Veränderung hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Erwerbsbeteiligung und deren Ausprägungen, die in einem engen Zusammenhang mit diesem Strukturwandel stehen. Der allgemein beobachtete Trend von steigenden Frauen- und sinkenden Männererwerbsquoten fand Ende der 80er pointiert seinen Ausdruck in der These von der „Feminisierung der Erwerbsarbeit“ (Hagen/Jenson/Reddy 1988). Als Erklärungsansätze wurde die „nachholende Individualisierung der Frau“2 ebenso herangezogen wie Modernisierungs- und Konvergenztheorien, welche die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Abhängigkeit vom Niveau der ökonomischen Entwicklung betrachten3, Humankapital-Theorien wiederum sahen in der Egalisierung des Zugangs zu Bildung und der damit einhergehenden Verringerung des Bildungsabstandes zwischen Männern und Frauen – die Bildungschancen haben sich heute sogar etwas zugunsten der Frauen verschoben - Hauptursachen für die Veränderung in den Erwerbsmustern von Frauen.4

Besonders die international-vergleichende Public Policy Forschung beschäftigte sich mit dem Zusammenhang von Staatstätigkeiten und der Erwerbsorientierung von Frauen, wobei vor allem die Auswirkungen wohlfahrtsstaatlicher Politiken untersucht wurden. Diese Ansätze beruhen implizit oder explizit auf der Grundannahme, daß Frauen aufgrund ihrer vorwiegenden Verantwortung für den Reproduktionsbereich der Gesellschaft in besonderem Maße abhängig sind von der Ausgestaltung wohlfahrtsstaatlicher Politiken. Steigende Erwerbsorientierung von Frauen geht einher mit einer „doppelten Vergesellschaftung“5 der Frau, ein Terminus, der den strukturellen Widerspruch von bezahlter Erwerbstätigkeit und unbezahlter Reproduktionsarbeit in der kapitalistisch orientierten Marktwirtschaft bezeichnet: die Ausrichtung des Arbeitsmarktes an einer vollzeitverfügbaren männlichen Normalerwerbsbiographie, die sich historisch mit der Industrialisierung herausgebildet hat, kollidiert mit den Anforderungen von Kindererziehung und Familienarbeit. Besonders erwerbstätige Mütter sehen sich daher mit widersprüchlichen Sphären konfrontiert, die es zu vereinbaren gilt. Wohlfahrtsstaatliche Politiken können dazu beitragen, diesen Konflikt zu verschärfen oder abzumildern. 6

1. Quantitative und qualitative Unterschiede in den Erwerbsmustern von Männern und Frauen in den westlichen Industrienationen

In den 80er Jahren lag das Interesse der Forschung vor allem auf der rein quantitativen Erfassen der Erwerbsbeteiligung von Frauen. In den 90ern wandte sich die Aufmerksamkeit verstärkt den unterschiedlichen Formen dieser Erwerbsbeteiligung zu, das Bild wurde differenzierter. Zum einen hat hier die Frauenforschung viel dazu beigetragen, indem sie eine ausschließliche Orientierung an der Erwerbsbeteiligung bei der Bewertung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten als Verschleierung der Ungleichheiten zwischen den Erwerbstätigen beiderlei Geschlechts identifizierte. Auf der anderen Seite ist diese Entwicklung nicht zu trennen von einer steigenden Qualität und Differenziertheit verfügbarer empirischer Daten und den erfolgreichen Bemühungen der EU und anderer supranationaler Insitutionen, statistische Daten kompatibel zu machen bzw. zu erheben.

1.1. Erwerbsbeteiligung

[...]


1 Manche Länder wie...entwickelten sich aber auch von einer vorwiegend argrarisch geprägten direkt in die Dienstleistungsgesellschaft.
2 Beck-Gernsheim
3 Schmidt (1993), 25
4 Schmidt (1993), 23
5 Kreckel (1993)
6 von Wahl (1999), 12ff.


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