Medialisierung der Gesellschaft - Fallstudie Medien und Terrorismus

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Details
Autor: Paul Eschenhagen
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges
Veranstaltung: Medialisierung der Gesellschaft - Zur Klärung eines Konzepts
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Institut für Publizistik)
Jahr: 2003
Seiten: 27
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 480 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-26703-8
ISBN (Buch): 978-3-638-64805-9
Die Arbeit besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil befasst sich allgemein mit dem Thema "Medialisierung", d.h. dem Zusammenwirken von Medien und Gesellschaft. Hier wird vor allem auf die Rolle der Medien in der Politik eingegangen. Im zweiten Teil wird das Phänomen der Medialisierung auf den internationalen Terrorismus übertragen. Dabei erfolgt zuerst eine Definition von "Terrorismus", danach folgen Fallbeispiele des Zusammenspiels von Medien und Terroristen.
Zusammenfassung / Abstract
Kann man von Terrorismus sprechen, ohne daran teilzunehmen? Iwan Kaliajew, in Albert Camus „Les Justes“ Das Konzept der Medialisierung1 beschreibt allgemein die zunehmende Bedeutungssteigerung der Massenmedien, vor allem für die politische Kommunikation. Dabei ist zu untersuchen, ob – und wenn, wie weit – die Medien mit ihrer systemeigenen Logik der Selektion, Produktion und Publikation von Themen, Meinungen und Einstellungen mittlerweile den Prozess der politischen Kommunikation bestimmen, wie es zum Beispiel Meyer (2001, 2002) auch für die Bundesrepublik Deutschland beobachtet. Oder ob nicht eher doch die Politik – und die politische Öffentlichkeitsarbeit – die Kontrolle über die publizierten Inhalte besitzt und die Medien für ihre Zwecke instrumentalisiert. Mit dieser Frage der politischen Kommunikation beschäftigt sich das zweite Kapitel, in dem nach den Grundlagen des Konzepts der Medialisierung ein Vorschlag der Verbindung von System- und Akteurstheorie vorgestellt wird, der vor allem auf Jarren & Donges (2002a, b) zurückgeht und die empirische Untersuchung der Beziehungen zwischen sozialen Systemen ermöglicht . Das zweite Unterkapitel befasst sich zunächst mit dem Konzept der politischen Kommunikationskultur, mit dem die Interaktionen und Einstellungen im etablierten Handlungssystem der politischen Kommunikation beschrieben und untersucht werden können, um dieses dann am Beispiel der Medialisierung des politischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland zu konkretisieren. Dabei zeigt sich, wie anschließend dargestellt werden soll, dass die zunehmende Medialisierung zu einem Rückkoppelungseffekt bei den Medien selbst führt: der „Metaberichterstattung“, d.h. der Berichterstattung über das eigene Metier Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Im dritten Kapitel soll das Konzept der Medialisierung anhand einer Fallstudie zum Phänomen des internationalen Terrorismus konkretisiert werden. Die Hypothese dabei lautet, dass der internationale Terrorismus fundamental auf auf das Zusammenspiel mit der internationalen Medienöffentlichkeit angewiesen ist, weil er durch sie seine eigentliche Wirkung entfaltet. Terroristen legen planen die Anschläge so, dass sie möglichst gut der Medienlogik entsprechen, um die vorhandene Medienagenda zu überlagern und andere Medienereignisse zu überschatten. Im ersten Unterkapitel wird der Begriff „Terrorismus“ näher definiert; der internationale Terrorismus erscheint als dessen besonders medialisierte Form.. Kapitel 3.2 stellt einige ausgewählte, Beispiele für internationalen Terrorismus vor und fokussiert sich dabei auf Medienberichterstattung und die Interaktionen – soweit diese möglich waren – von Terroristen und Journalisten. In Kapitel 3.3 wird versucht, auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse den Terrorismus in die System- bzw. Handlungstheorie einzuordnen. Dabei wird konzentriert sich die Arbeit wiederum auf die Beziehungen zwischen den Massenmedien und dem internationalem Terrorismus. Das letzte Kapitel fasst die Resultate zusammen und wagt einen Ausblick auf mögliche weitere Forschungen.
Textauszug (computergeneriert)
Medialisierung der Gesellschaft
Fallstudie Medien und Terrorismus
von: Paul Eschenhagen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Medialisierung der Gesellschaft 2
2.1 Theoretische Grundlagen – Medialisierung als Konzept 2
2.1.1 Medialisierung und die Mediengesellschaft 2
2.1.2 Interpenetrationsansatz und Handlungssystem 3
2.2 Medialisierung der Politik 5
2.2.1 Das politische Kommunikationssystem 5
2.2.2 Politische Kommunikationskultur 6
2.2.3 Medialisierung der Politik in Deutschland 8
2.3 Metaberichterstattung als Konsequenz der Medialisierung 9
3. Medien und Terrorismus 10
3.1 Einführung 10
3.1.1 Terrorismus – eine Definition 10
3.1.2 Internationaler Terrorismus – medialisierter Terrorismus 12
3.2 Theater des Terrors – Beispiele für medialisierten Terrorismus 13
3.2.1 Bombenanschlag auf das King-David-Hotel in Jerusalem, 1946 13
3.2.2 TWA Flug 847 – Medienspektakel Flugzeugentführung, 1985 14
3.2.3 Der 11. September 2001 – Katastrophe in Echtzeit 16
3.3 Terrorvision – Warum Terroristen Medien brauchen 18
4. Fazit 21
4.1 Medialisierung und politische Kommunikationskultur 21
4.2 Terrorismus im Licht von Globalisierung und Medialisierung 23
5. Literatur 24
1. Einleitung
Kann man von Terrorismus sprechen, ohne daran teilzunehmen? Iwan Kaliajew, in Albert Camus „Les Justes“ Das Konzept der Medialisierung1 beschreibt allgemein die zunehmende Bedeutungssteigerung der Massenmedien, vor allem für die politische Kommunikation. Dabei ist zu untersuchen, ob – und wenn, wie weit – die Medien mit ihrer systemeigenen Logik der Selektion, Produktion und Publikation von Themen, Meinungen und Einstellungen mittlerweile den Prozess der politischen Kommunikation bestimmen, wie es zum Beispiel Meyer (2001, 2002) auch für die Bundesrepublik Deutschland beobachtet. Oder ob nicht eher doch die Politik – und die politische Öffentlichkeitsarbeit – die Kontrolle über die publizierten Inhalte besitzt und die Medien für ihre Zwecke instrumentalisiert. Mit dieser Frage der politischen Kommunikation beschäftigt sich das zweite Kapitel, in dem nach den Grundlagen des Konzepts der Medialisierung ein Vorschlag der Verbindung von System- und Akteurstheorie vorgestellt wird, der vor allem auf Jarren & Donges (2002a, b) zurückgeht und die empirische Untersuchung der Beziehungen zwischen sozialen Systemen ermöglicht . Das zweite Unterkapitel befasst sich zunächst mit dem Konzept der politischen Kommunikationskultur, mit dem die Interaktionen und Einstellungen im etablierten Handlungssystem der politischen Kommunikation beschrieben und untersucht werden können, um dieses dann am Beispiel der Medialisierung des politischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland zu konkretisieren.
Dabei zeigt sich, wie anschließend dargestellt werden soll, dass die zunehmende Medialisierung zu einem Rückkoppelungseffekt bei den Medien selbst führt: der „Metaberichterstattung“, d.h. der Berichterstattung über das eigene Metier Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Im dritten Kapitel soll das Konzept der Medialisierung anhand einer Fallstudie zum Phänomen des internationalen Terrorismus konkretisiert werden. Die Hypothese dabei lautet, dass der internationale Terrorismus fundamental auf auf das Zusammenspiel mit der internationalen Medienöffentlichkeit angewiesen ist, weil er durch sie seine eigentliche Wirkung entfaltet. Terroristen legen planen die Anschläge so, dass sie möglichst gut der Medienlogik entsprechen, um die vorhandene Medienagenda zu überlagern und andere Medienereignisse zu überschatten. Im ersten Unterkapitel wird der Begriff „Terrorismus“ näher definiert; der internationale Terrorismus erscheint als dessen besonders medialisierte Form.. Kapitel 3.2 stellt einige ausgewählte, Beispiele für internationalen Terrorismus vor und fokussiert sich dabei auf Medienberichterstattung und die Interaktionen – soweit diese möglich waren – von Terroristen und Journalisten. In Kapitel 3.3 wird versucht, auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse den Terrorismus in die System- bzw. Handlungstheorie einzuordnen. Dabei wird konzentriert sich die Arbeit wiederum auf die Beziehungen zwischen den Massenmedien und dem internationalem Terrorismus. Das letzte Kapitel fasst die Resultate zusammen und wagt einen Ausblick auf mögliche weitere Forschungen.
2. Medialisierung der Gesellschaft
2.1 Theoretische Grundlagen – Medialisierung als Konzept
2.1.1 Medialisierung und die Mediengesellschaft
[...]
1 Der ebenfalls oft benutzte Terminus „Mediatisierung“ (engl. „mediation“) wird hier nicht verwendet, da er in dreifacher Hinsicht missverstanden werden kann. Erstens bezeichnet er die Aufhebung der Reichsunmittelbarkeit eines weltlichen Reichsstandes durch den Reichsdeputationsausschuss und dessen territoriales Aufgehen in einem anderen Reichsstand des Heiligen Römischen Reiches zu Beginn des 19. Jhd. und ist somit schon belegt (hier irrt Schulz (2003, S. 465), da er von der „Herstellung der Reichsunmittelbarkeit“ spricht). Zweitens besteht die Gefahr der Verwechslung mit dem phonetisch ähnlichen Begriff „Mediation“, d.h. die Konfliktlösung durch Einschalten einer neutralen Instanz. Drittens wird der Begriff in der Systemtheorie bei der Modellierung demokratischer Prozesse zur Unterscheidung von Vermittlungssystemen verwendet, zu denen Parteien, Interessengruppen und vielfach auch die Massenmedien gezählt werden. (vgl. Schulz 2003, S. 465).
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