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Über das deutsche Lied "So trincken wir alle" von Orlando di Lasso close

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Über das deutsche Lied "So trincken wir alle" von Orlando di Lasso

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 22 Pages
Author: Marc Leonardi
Subject: Musicology

Details

Event: Chanson und Lied im 15. und 16. Jahrhundert
Institution/College: University of Koblenz-Landau (Institut für Musikwissenschaft und Musik)
Tags: Lied, Orlando, Lasso, Chanson, Lied, Jahrhundert
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 22
Grade: 3,0
Language: German
Archive No.: V23694
ISBN (E-book): 978-3-638-26770-0
ISBN (Book): 978-3-638-84814-5
File size: 849 KB

Abstract

Das Lied So trincken wir alle stammt aus dem Dritte[n] Theil Schöner / Newer / Teutscher Lieder / mit fünff Stimmen / sampt einem zu end gesetzten Französischen frölichen Liedlein / welche nit allein lieblich zusingen / sonder auch auff allerley Instrumenten zugebrauchen. Von Orlando di Lasso, F. Bay. Capellmeister Componiert, selbst Corrigiert, und in Truck verordnet worden. Getruckt zu München / bey Adam Berg. Cum gratia & priuilegio Cæs: Maiest: M. D. LXXVI. (1576). Das Original der Handschrift umfasst 11 Lieder und eine französische Chanson (Las ie n’irai plus) und liegt heute in der Bayerischen Staatsbibliothek München. Der erste Teil Newe Teütsche Liedlein mit Fünff Stimmen umfasst 15 Lieder und wurde 1567 in München veröffentlicht, der zweite Teil Der ander theil Teutscher Lieder mit fünf Stimmen mit ebenfalls 15 Liedern erschien 1572 am gleichen Ort. Für die nachfolgende Analyse liegt ein Faksimile des Exemplars der Neuen Gesamtausgabe zugrunde.


Excerpt (computer-generated)

Orlando di Lasso: Das deutsche Lied
"So trincken wir alle"

 


von: Marc Leonardi

Gliederung

1. Orlando di Lasso (1532 – 1594)  5

1.1. Erste Lebensjahre  5
1.2. In Diensten von Gonzaga 5
1.3. Neapel und Rom 5
1.4. Aufenthalt in Antwerpen 6
1.5. Lassos Hauptwirken in München 7
1.6. Lassos Werk 9

2. Lassos Kompositionen  11

2.1. Allgemeine Anmerkungen 11
2.2. Zu den Texten und Inhalten der Lieder 12
2.3. Ausgaben und Drucke  13

3. Zum Lied selbst 15

3.1. Liedtext: So trincken wir alle 15
3.2. Entstehung und Herkunft  16
3.3. Analyse 18

4. Abschließende Bemerkungen 22

5. Literatur 23

 

 

 

 


1. Orlando di Lasso (1532 – 1594)

1.1. Erste Lebensjahre

Orlando di Lasso, der Princeps musicorum (dt. „Fürst der Musiker“), wie er von seinen Zeitgenossen genannt wurde, war Kapellmeister der Bayerischen Herzöge Albrecht V. und Wilhelm V., dem Sohn Albrechts V. Lasso wurde 1530 oder noch wahrscheinlicher 1532 (laut van den Borren) in Mons im Hennegau geboren, von seinen Eltern ist nichts definitiv bekannt. Die Schreibform seines Namens schwankt zwischen lateinischer, französischer und italienischer Fassung, die letztere gebrauchte Lasso selbst. Als Knabe gehörte er wahrscheinlich dem Chor von St. Nicolas in Mons an (was jedoch nicht bewiesen ist) und wurde vermutlich mit den wichtigsten Motetten-Publikationen von 1538-1542 (Buglhat in Ferrara, Petreius in Nürnberg) und den Messedrucken von Attaingnant (Paris 1541) vertraut.

1.2. In Diensten von Gonzaga

Im Alter von 12 Jahren trat Lasso in die Dienste von Ferrante Gonzaga, einem jüngeren Sohn aus dem Hause der Herzöge von Mantua, welcher als General unter Karl V. kaiserliche Truppen befehligte. Gonzaga war 1544 in den Niederlanden unterwegs. Auf seinem Weg nach Süden durch Frankreich wurde er von Orlando di Lasso begleitet. Nach einem Aufenthalt in Fontainebleau in der Nähe von Paris kehrte Gonzaga Anfang 1545 nach Mantua in Italien zurück, wo er bis Mitte September bis zu seiner Reise nach Sizilien blieb. Von Palermo aus schließlich wurde Gonzaga als Reichsgouverneur nach Mailand berufen, wo Lasso wiederum in seinem Gefolge anscheinend die Jahre 1546 – 49 verbrachte. Möglicherweise hat er zu dieser Zeit andere Musiker in Diensten Gonzagas kennen gelernt, insbesondere Hoste da Reggio, einen Madrigal-Komponisten, der sämtliche mus ikalischen Gruppen, welche Gonzaga unterhielt, leitete. Während des Aufenthaltes an den Höfen in Mantua und Mailand gewann Lasso Eindrücke von weltlichen Festen in Italien.

1.3. Neapel und Rom

1549 ging Lasso nach Neapel, wo er in Diensten von Constantino Castrioto stand und im Haushalt des Dichters G. B. d’Azzia della Terza lebte, von dem er viele Anregungen erhielt, u. a. die Vermittlung von Bekanntschaften mit Mitgliedern der Accademia de’ Sereni, deren „letture“ (literarische Sitzungen) einen Einblick in die jüngsten Madrigal-Sammlungen gewährten. Hinzu kam in Neapel die Bekanntschaft mit der Stegreifkomödie (commedia dell’arte), die, seit 1534 durch zahlreiche Drucke vertreten, in der einheimischen Villaneske ihren Ausdruck fand. Ihr komisch-dialogisches Sprachgemisch mit cypriogriechischen, italienischen, hebräischen, arabischen, spanischen und deutschen Zitaten scheint den jungen Lasso gefesselt zu haben. Lasso hat in dieser Zeit mit dem Komponieren begonnen, wenngleich auch in Mailand schon Werke entstanden waren. Die Villanesken, die 1555 in Antwerpen gedruckt wurden, stammen vermutlich aus dieser Zeit.

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