'Ein Kind um jeden Preis ?' Ethische Aspekte der Reproduktionsmedizin am Beispiel Deutschlands

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Details
Autor: Dana Russow
Fach: Ethik
Institution/Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin - Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (Pflege/ Pflegemanagement)
Jahr: 2002
Seiten: 31
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 410 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-26843-1
Textauszug (computergeneriert)
„Ein Kind um jeden Preis ?“ Ethische Aspekte der
Reproduktionsmedizin am Beispiel Deutschlands
von: Dana Russow
1. Einleitung 2
1.1. Wozu brauchen wir die Reproduktionsmedizin? 2
1.2. Verfahren der Reproduktionsmedizin 5
1.3. Statistische Erhebungen 6
1.4. Fallbeispiele 8
2. Optionen und Alternativen 10
2.1. Adoption 10
2.2. Verzicht 10
2.3. Fehlhandlungen 11
3. Rechtliche Grundlagen 11
3.1. Grundgesetz 11
3.2. Embryonenschutzgesetz 12
3.3. Strafgesetz 12
3.4. Richtlinien der Bundesärztekammer 13
3.5. Sozialgesetz 13
3.6. Christliche Dogmen 13
4. Pro und Contra zur Reproduktionsmedizin 14
5. Die ethische Diskussion 15
6. Schlussfolgerungen 22
7. Erklärung medizinischer Fachbegriffe 24
8. Quellenverzeichnis 26
Inhalt
1. Einleitung
1.1. Wozu brauchen wir die Reproduktionsmedizin?
Nachdem im Jahr 1964 durch die Legalisierung des Antikontrazeptivums „Pille“ als Verhütungsmittel bei Menschen im fortpflanzungsfähigen Alter eine neue Art der Lebensplanung ermöglicht wurde, entschieden sich immer mehr Frauen im gebärfähigen Alter, die berufliche Karriere an die erste Stelle ihrer Lebensziele zu stellen. 1 Das Bild von Elternschaft und der Rolle der Frau in der Gesellschaft wurde dadurch erstmals erheblich verändert. In der Bundesrepublik Deutschland nutzten zum damaligen Zeitpunkt viele Frauen diese Möglichkeit der Familienplanung, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass die Chance, ab einem Alter von 35 Jahren und darüber hinaus schwanger zu werden, erheblich abnimmt, da ihrem Körper - und damit ihrem Kinderwunsch - Grenzen gesetzt sind.2 In der damaligen DDR waren aufgrund der Doppelbelastungen der Mütter durch Arbeit und Kindererziehung ein Geburtenrückgang zu verzeichnen, der 1975 sein Tief von 52,3 Geburten je 1000 Frauen erreichte.3 Auf Beschluss des IX. Parteitages der SED im Jahre 1976 wurden weitgreifende soziale Maßnahmen wirksam.
Diese beinhalteten beispielsweise die Erhöhung der Geburtenbeihilfe, zinslose Ehekredite für Familien, Erweiterung des Wohnungsbaues, Förderung der staatlichen Kinderbetreuung sowie bei der Geburt des zweiten Kindes ein Jahr Freistellung von der Arbeit bei voller Lohnfortzahlung. Danach war ein Geburtenanstieg zu verzeichnen, der im Jahre 1980 bereits bei 67,4 /1000 Frauen lag. 4 Durch die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten im Jahre 1990 änderte sich besonders in den neuen Bundesländern die Lage. Ausgelöst durch tiefgreifende soziale und politische Umstrukturierungen und damit ausgelöste Existenzängste dürfte Deutschland in den Jahren 1990 – 1995 die niedrigste Geburtenrate der Welt gehabt haben. 5 Inzwischen ist die Anzahl der geborenen Kinder in den neuen Bundesländern wieder angestiegen, hat jedoch noch nicht wieder den Stand von 1989 erreicht.
Laut statistischem Bundesamt „... nehmen seit 1995 die Geburtenzahlen in den neuen Ländern und Berlin-Ost wieder zu: 1995 wurden 6,5 % mehr Kinder geboren als 1994 und 1996 11,3 % mehr als 1995. 1996 wurden dort 93.300 Kinder lebend geboren, allerdings immer noch weniger als halb so viele wie im Jahr 1989.“ 6 Bei der Unvereinbarkeit von Arbeits- und Privatbiographie in der heutigen Gesellschaft ist jedoch das Problem des unerfüllten Kinderwunsches bei vielen Frauen im fortgeschrittenen Alter an die erste Stelle gerückt. Nach dem Aufbau einer beruflichen Karriere und der damit entstandenen sozialen Sicherheit fehlt nur noch die abgeschlossene Familienplanung, um auch das private Glück zu vervollkommnen.
[...]
1 Vgl. Österreichische Hebammenzeitung, 7.Jg, Ausg. 5/01, Oktober 2001
2 ebd.
3 Vgl. Peter Borowsky „Zeiten des Wandels“
4 Vgl. Österreichische Hebammenzeitung, 7.Jg, Ausg. 5/01, Oktober 2001
5 Vgl. Österreichische Hebammenzeitung, 7.Jg, Ausg. 5/01, Oktober 2001
6 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 02.10.1997
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