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Chancen und Risiken der Einführung neuer Steuerungsmodelle in der öffentlichen Verwaltung

Textbook, 2000, 35 Pages
Author: Stefan Nickel
Subject: Organisation and Administration

Details

Category: Textbook
Year: 2000
Pages: 35
Language: German
Archive No.: V23838
ISBN (E-book): 978-3-638-26871-4
ISBN (Book): 978-3-638-67973-2
File size: 202 KB
Notes :
Eine Broschüre für die Praxis. Der Verfasser, Jahrgang 1963, war während bzw. nach der Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt bei einer hessischen Kommune beschäftigt. Zurzeit steht er als Amtsrat im Hochschulbereich im Dienst des Landes Rheinland-Pfalz. Im Rahmen einer Nebentätigkeit unterrichtet er seit 1993 als nebenamtlicher Dozent beim Hessischen Verwaltungsschulverband am Verwaltungsseminar Darmstadt in den Fächern Organisation, Personalwesen und Kommunalrecht sowie nunmehr auch als Lehrbeauftragter an der Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, Abteilung Darmstadt im Fach Dienstrecht. In seiner Heimatstadt ist der Autor seit 1993 bis dato ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen als parteiloses Mitglied in der Kommunalpolitik tätig.


Abstract

Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen für die öffentliche Verwaltung ändern sich in immer stärkeren Maße. Die angespannte Finanzsituation mit der Notwendigkeit einer Haushaltskonsolidierung zwingt insbesondere die Städte und Gemeinden seit Jahren zu Überlegungen, wie Haushaltsmittel eingespart bzw. effektiver eingesetzt werden können. Bisher wird die Verwaltung von der Politik im wesentlichen über die Zuteilung von Ressourcen in Gestalt des i.d.R. jährlich zu verabschiedenden Haushaltsplans gesteuert. Politische Zielvorgaben für die Verwaltung, bezogen auf die Kosten und die Qualität von kommunalen Leistungen sind nur teilweise bzw. überhaupt nicht vorhanden. Mit der Einführung von neuen Steuerungssystemen wird ein verändertes Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung notwendig werden. Aus dem Verständnis der politischen Gremien heraus strukturell zu steuern, sollte die Politik über das „Was“, die Verwaltung über das „Wie“ entscheiden. Das „Was“ sollte demnach die Entscheidung beinhalten, welche Leistungen (Produkte) und mit welchem Standard sie angeboten werden. Die Art der Ausführung, also das „Wie“ ist Sache der Verwaltung. Die Verwaltungsmodernisierung wird ein langfristiger von kritischer Selbstreflektion begleiteter, wenn nicht permanenter Entwicklungsprozess sein.


Excerpt (computer-generated)

Chancen und Risiken der Einführung Neuer
Steuerungsmodelle in der öffentlichen Verwaltung

 


von: Stefan Nickel

Gliederung

1. Ausgangssituation 1

1.1 Öffentliche Verwaltung 1
1.2 Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger 1
1.3 Motivation der Verwaltungsmitarbeiter 2
1.4 Reformen 2

2. Rollenverständnis von Politik und Verwaltung 3

3. Leitbild und Ziele 4

4. Instrumente 5

4.1 Budgetierung 6
4.2 Produktbildung 6
4.3 Dezentrale Ressourcenverantwortung 6
4.4 Contract-Management 8
4.5 Controlling und Berichtswesen 9
4.6 Doppik 10
4.7 Kosten- und Leistungsrechnung 11
4.8 Personal- und Organisationsentwicklung 12

5. Umsetzungsempfehlungen 12

5.1 Projektorganisation 12
5.2 Projektschritte 13
5.3 Budgetierung 14
5.4 Produktermittlung 15
5.5 Internes Rechnungswesen (Kosten- und Leistungsrechnung) 16
5.6 Controlling und Berichtswesen 17
5.7 Geschäftsprozessoptimierung 18

6. Chancen und Risiken 18

7. Personalvertretung und Mitarbeiterbeteiligung 21

8. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) 21

9. Einzelmaßnahmen 22

10. Der weitere Weg 22

11. Schlussbetrachtung 23

Anhang (Glossar) 26
 

 


 

 


 

1. Ausgangssituation

Die ökonomischen, ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen für die öffentliche Verwaltung ändern sich in immer stärkeren Maße. Die angespannte Finanzsituation mit der Notwendigkeit einer Haushaltskonsolidierung zwingt insbesondere die Städte und Gemeinden seit Jahren zu Überlegungen, wie Haushaltsmittel eingespart bzw. effektiver eingesetzt werden können.

1.1 Öffentliche Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung ist grundsätzlich in zwei Bereiche differenzierbar. Auf der einen Seite steht die Eingriffs- oder Ordnungsverwaltung zur Erfüllung der hoheitlichen Aufgaben. In der Leistungsverwaltung werden andererseits neben der Durchführung von Leistungsgesetzen auch Güter und Dienstleistungen für Einzelne oder Bevölkerungsgruppen angeboten.

Die Ordnungsverwaltung ist das traditionelle Modell der öffentlichen Verwaltung und ist im hoheitlichen Denken und Handeln auch im Bereich der Leistungsverwaltung bis in die jüngste Zeit noch mitunter stark ausgeprägt. Nahezu alle Verwaltungen haben in der Vergangenheit die Dienstleistungserstellung zu wenig vorausschauend geplant und eher auf Anforderungen reagiert. Informationen über kommunale Leistungen sind schwer nachzuvollziehen, oft unvollständig und erfüllen nicht den gewünschten Informationsbedarf. Statt dessen sind die finanziellen und personellen Kapazitäten konkret benannt. Die Verwaltung wird nicht generell aufgrund von Leistungszielen geführt, sondern über zur Verfügung gestellten Ressourcen (Mittelveranschlagung im Haushaltsplan). Dies führt zu einer input-orientierten Steuerung.

1.2 Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger

Nicht zuletzt aufgrund eines gestiegenen Selbstbewusstseins einhergehend mit einem gesellschaftlichen Wertewandel, der dem Staat und seinen Einrichtungen zunehmend Stefan Nickel - Chancen und Risiken der Einführung NSM kritischer gegenübersteht, erwarten die Bürgerinnen1 und Bürger heute insbesondere von ihrer Kommunalverwaltung, dass sie weniger mit hoheitlichen Instrumenten arbeitet, sondern die Dienstleistung in den Vordergrund stellt (Stichwort: Kundenorientierung). In der Kommune erleben die Bürger Politik und politische Entscheidungen unmittelbar. Von den hier Verantwortung tragenden Frauen und Männern erwarten die Menschen für die von ihnen aufgebrachten Mittel entsprechende qualitative und quantitative Leistungen. Die Kommunalverwaltung soll diese Dienstleistungen darüber hinaus möglichst kostengünstig anbieten.

1.3 Motivation der Verwaltungsmitarbeiter

[...]


1 Zur besseren Lesbarkeit des Textes wird nachfolgend die männliche Schreibweise verwendet.


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