Existenzgründung im Bereich "Schülernachhilfe"

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Details
Autor: Christian Theiss
Fach: Wirtschaft - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Institution/Hochschule: Fachhochschule München (Wirtschaftsingenieurwesen)
Jahr: 2003
Seiten: 117
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 621 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-26873-8
Textauszug (computergeneriert)
D i p l o m a r b e i t
Existenzgründung im Bereich „Schülernachhilfe“
von
Christian Kot
13.11.2003
V o r w o r t
„Nachhilfe stellt inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar“
Institut der Deutschen Wirtschaft
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ... 6
Abbildungsverzeichnis ... 8
Tabellenverzeichnis ... 8
Verzeichnis des Anhangs ... 8
I. Betrachtungen zur Existenzgründung im Bereich “Schülernachhilfe“ ... 9
1. Einführung ... 9
1.1 Ziel und Gang der Arbeit ... 9
1.2 Momentane Situation der Nachhilfe ... 9
1.3 Zukunftsprognosen ... 11
1.3.1 Pisa und ihre Folgen ... 11
1.3.2 Prognosen und Vermutungen ... 13
1.4 Zahlen und Fakten ... 14
1.4.1 Allgemeine Fragen zur Nachhilfe ... 14
1.4.2 Schülerumfrage ... 18
1.4.3 Studie ... 20
2. Geschäftsidee ... 21
2.1 Rahmenbedingungen ... 21
2.1.1 Besondere stattliche Auflagen ... 21
2.1.2 Freiwillige Auflagen / INA ... 22
2.2 Vorraussetzungen/Berufsbild/Ausbildung ... 24
3. Freier Beruf oder Gewerbe? ... 25
3.1 Die ähnlichen Berufe ... 25
3.2 Die Tätigkeitsberufe ... 27
3.2.1 Wissenschaftliche Tätigkeit ... 27
3.2.2 Unterrichtende Tätigkeit ... 27
3.3 Abgrenzung zum Gewerbe ... 27
3.4 Gemischte und untrennbar gemischte Tätigkeiten ... 28
3.5 Beispiele aus der Rechtsprechung ... 30
3.5.1 Fahrschule ... 30
3.5.2 Sportschule ... 31
3.5.3 Fazit ... 33
3.6 Standesrechtliche Besonderheiten ... 33
3.6.1 Berufsrechtliche Unterschiede ... 34
3.6.2 Steuerrechtliche Unterschiede ... 35
4. Schulrecht ... 36
4.1 Schule ... 37
4.2 Ersatzschule ... 37
4.3 Verfahren ... 39
4.4 Ergänzungsschule ... 40
4.5 Freie Unterrichtseinteilung ... 41
II. Allgemeine Betrachtungen zur Existenzgründung ... 42
5. Art der Gründung ... 42
5.1 Neugründung ... 42
5.2 Kleingründung ... 42
5.3 Teamgründung ... 43
5.4 Franchise ... 43
5.5 Standortwahl ... 44
5.6 Betriebsräume ... 45
6. Unternehmenskonzept ... 46
6.1 Äußere Einflussfaktoren ... 46
6.2 Gewinnplanung ... 46
6.3 Umsatz ... 47
6.4 Liquiditätsplan ... 48
7. Unternehmen und Recht ... 48
7.1 Steuerrecht ... 48
7.1.1 Umsatzsteuer ... 48
7.1.2 Einkommenssteuer ... 51
7.1.3 Gewerbesteuer ... 51
7.1.4 Aufzeichnungs- und Buchführungspflichten ... 51
7.2 Gewerberecht ... 52
7.2.1 Anmelden ... 52
7.2.2 Anzeigen ... 52
7.2.3 Gewerbeschein ... 53
7.2.4 Finanzamtanmeldung ... 53
7.2.5 Steuernummer ... 53
7.3 Gesellschaftsrecht ... 54
7.3.1 Rechtsformen ... 54
7.3.2 Eintragung ins Handelsregister ... 54
7.3.3 Kleingewerbe ... 55
7.3.4 Einzel-Unternehmer ... 55
7.3.5 BGB-Gesellschaft / GbR ... 56
7.3.6 eingetragener Kaufmann / eingetragenen Kauffrau (e. Kfm. / e. Kfr.) ... 56
7.3.7 Kommanditgesellschaft ... 57
7.3.8 Gesellschaft mit beschränkter Haftung ... 57
7.3.9 Partnerschaftsgesellschaft ... 57
7.4 Versicherungsrecht ... 59
7.4.1 Sachversicherungen ... 59
7.4.2 Vermögensversicherungen ... 60
7.4.3 Rechtsschutzversicherung ... 60
7.5 Arbeitsrecht ... 61
7.5.1 Einstellung von Mitarbeitern ... 61
7.5.2 Lohnsteuer ... 62
7.5.3 Betriebsnummer ... 64
7.5.4 Sozialversicherungsausweis ... 64
7.5.5 Meldepflicht und Meldefrist ... 64
7.5.6 Sozialabgaben ... 64
7.5.7 Freie Mitarbeiter ... 65
8. Finanzierung ... 66
8.1 Leasing ... 66
8.2 Bonitätsprüfung ... 67
8.3 Staatliche Fördermaßnahmen ... 68
8.4 Formen öffentlicher Finanzierung ... 68
8.4.1 ERP – Existenz ... 69
8.4.2 ERP – Eigenkapitalhilfe ... 70
8.4.3 DtA – Existenz ... 70
8.4.4 DtA – Startgeld ... 70
8.4.5 DtA – Mikrodarlehen ... 70
8.4.6 Bayerische Mittelstandsprogramm ... 70
8.5 Bürgschaften ... 71
8.6 Kapitalbeteiligungen ... 71
9. Soziale Sicherung des Unternehmers ... 72
9.1 Eigenverantwortung ... 72
9.2 Krankenversicherung ... 72
9.2.1 Gesetzliche Krankenversicherung ... 72
9.2.2 Krankentagegeld ... 73
9.2.3 Familienversicherung ... 73
9.2.4 Private Krankenversicherung ... 73
9.2.5 Selbständige Nebentätigkeit von Studenten ... 74
9.3 Pflegeversicherung ... 74
9.4 Rentenversicherung ... 74
9.4.1 Pflichtversicherung für Selbständige ... 75
9.4.2 Pflichtversicherung auf Antrag ... 75
9.4.3 Befreiung von der Pflichtversicherung ... 76
9.4.4 Mehrfachversicherung ... 76
9.4.5 Selbständige Nebentätigkeit ... 76
9.4.6 Studenten ... 77
9.4.7 Anschriften der LVA/BfA ... 77
9.4.8 Staatlich geförderte Altersversicherung ... 77
9.5 Gesetzliche Unfallversicherung ... 77
9.5.1 Berufsgenossenschaft und Unternehmensgründung ... 78
9.5.2 Versicherungsfälle ... 78
9.5.3 Versicherter Personenkreis ... 78
9.5.4 Meldung von Versicherungsfällen ... 79
9.5.5 Unternehmerversicherung ... 79
9.5.6 Beitragszahlung ... 80
9.6 Arbeitslosenversicherung ... 80
9.7 Berufsunfähigkeitsversicherung ... 80
III. Beispielbusinessplan ... 82
Erläuterungen zum Plan ... 82
1. Beschreibung des Gründungvorhabens ... 82
2. Persönliche Angaben ... 82
3. Angaben zur Qualifikation und Berufserfahrung ... 83
4. Rechtliche Vorraussetzungen ... 83
5. Rechtsform ... 83
6. Marktbeschreibung ... 84
6.1 Kunden ... 84
6.2 Wettbewerb ... 84
7. Organisation ... 85
8. Rechnungswesen ... 86
9. Dienstleistungsprogramm ... 86
10. Geplante Anfangswerbung ... 86
11. Standortwahl ... 87
12. Investitionen zur Gründung ... 88
13. Finanzierungsplan ... 89
14. Kapitaldienst (Zins- und Tilgungsbelastung) ... 90
15. Personalplan ... 91
16. Laufende Kosten ... 91
17. Privatentnahmen ... 92
18. Umsatzplanung ... 92
19. Ertragsvorschau ... 95
20. Liquiditätsplan ... 96
21. Anhang zum Businessplan ... ... 97
21.a Beispielvertrag zwischen einer Schülernachhilfe und ihrem Kunden ... 98
21.b Dienstleistungsangebot und Preisliste ... 100
Anhang ... 101
Literaturverzeichnis ... 114
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
AG Aktiengesellschaft
AO Abgabenordnung
AOK Allgemeine Ortskrankenkasse
AZ Aktenzeichen
BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft
BfA Bundesversicherungsanstalt für Angestellte
BFH Bundesfinanzhof
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BRD Bundesrepublik Deutschland
ca. circa
d.h. dass heißt
DL Deutscher Lehrerverband
DtA Deutsche Ausgleichsbank
e. Kfm. Eingetragener Kaufmann
e. Kfr. Eingetragene Kauffrau
EFG Europäisches Finanzgericht
ERP European Recovery Program (Europäisches Wiederaufbauprogramm)
EStG Einkommensteuergesetz
EU Europäische Union
FG Finanzgericht
ff. fortfahrend
GbR Gesellschaft bürgerlichen Rechts
GbRmbH Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit beschränkter Haftung
GewStG Gewerbesteuergesetz
GG Grundgesetz
GKV Gesetzliche Krankenversicherung
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HGB Handelsgesetzbuch
HWK Handwerkskammer
i. d. R. in der Regel
IHK Industrie- und Handelskammer
IJF Institut für Jugendforschung
INA Interessenverband Nachhilfeschulen
IPN Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften
IW Instituts der Deutschen Wirtschaft
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
KG Kommanditgesellschaft
KStG Körperschaftssteuergesetz
LVA Landesversicherungsanstalt (Arbeiterrentenversicherung)
Nr. Nummer
NRW Nordrhein-Westfalen
OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
OHG offene Handelgesellschaft
o. V. ohne Verfasser
PartG Partnerschaftsgesellschaft
PartGG Partnerschaftsgesellschaftsgesetz
PKV Private Krankenversicherung
Prof. Professor
S. Seite
TA Technische Anleitung
Tel. Telefon
UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
UStG Umsatzsteuergesetz
VBE Verband Bildung und Erziehung
vgl. vergleiche
VHS Volkshochschule
z.B. zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Problemfächer bei Nachhilfeschülern ... 16
Abb. 2: Notenverbesserungen in Prozent nach Monaten ... 17
Abb. 3: Gründerinformationen ... 81
Abb. 4: Nachhilfebeteiligung pro Klasse in Prozent ... 93
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Nachhilfeschulen nach Jahrgangsstufen und Schultypen 1994 in Prozent ... 14
Tab. 2: Nachhilfeschulen nach Jahrgangsstufen und Schultypen 1994 in Prozent (ohne Gesamtschule) ... 15
Tab. 3: Schüler/-innen an allgemein bildenden Schulen nach Schularten im Schuljahr 98/99 und 01/02 ... 17
Tab. 4: Was erwarten Sie von Ihrer Nachhilfeschule? ... 18
Tab. 5: Was ist ein guter Lehrer? ... 18
Tab. 6: Sind Sie zufrieden mit Ihrer INA – Nachhilfeschule? ... 19
Tab. 7: Was erwarten Sie von Ihrem Nachhilfelehrer? ... 19
Tab. 8: Was ist guter Unterricht in der Nachhilfeschule? ... 19
Tab. 9: Vor- und Nachteile der Freien Mitarbeiter ... 65
Tab. 10: Fixe Personalkosten ... 85
Tab. 11: Gründungsinvestitionen ... 88
Tab. 12: Finanzierungsplan ... 89
Tab. 13: Annuitätsrechnung ... 90
Tab. 14: Personalplan ... 91
Tab. 15: Laufende Kosten ... 91
Tab. 16: Privatentnahmen ... 92
Tab. 17: Ertragsvorschau ... 95
Tab. 18: Liquiditätsplan ... 96
Verzeichnis des Anhangs
Anlage 1: Umsatzsteuerbefreiungsantrag ... 102
Anlage 2: Rechtsformen ... 103
Anlage 3: Vertrag über freie Mitarbeit ... 104
Anlage 4: Finanzierungsformen ... 108
Anlage 5: Beitragsbemessungsgrenzen ... 109
Anlage 6: Kontaktadressen ... 110
I. Betrachtungen zur Existenzgründung im Bereich “Schülernachhilfe“
1. Einführung
1.1 Ziel und Gang der Arbeit
Das vorrangige Ziel dieser Arbeit ist es, einem interessierten Existenzgründer, der eine „(Nachhilfe-)Schule“ eröffnen möchte, einen ersten Einblick in die grundlegenden Fragen der Unternehmensgründung zu vermitteln. Es wird im Besonderen darauf hingewiesen, dass sich diese Diplomarbeit in erster Linie mit der Neugründung einer solchen Unternehmung beschäftigt.
Diese Arbeit ist in drei Abschnitte unterteilt, wobei der erste, einen allgemeinen Überblick über die Betätigung als selbständiger Lehrer, mit Schwerpunkt „Schülernachhilfe“, geben soll und Informationen zum Nachhilfemarkt bereitstellt. Da die Eröffnung einer „Nachhilfeschule“ gewerblich wie auch freiberuflich erfolgen kann, wird hier auch eine Einführung in die jeweils zu beachtenden gewerblichen als auch freiberuflichen „Standesregeln“ gegeben. Zusätzlich erfolgt eine kurze Einführung ins Schulrecht.
Im zweiten, dem größten Teil, werden allgemeine Informationen zur selbständigen Tätigkeit gegeben.
Im dritten Abschnitt wird ein Beispielbusinessplan vorgestellt, der die relativ abstrakten Ausführungen der ersten Abschnitte näher bringen soll und als Hilfsmittel für betriebswirtschaftliche Berechnungen sowie als Unternehmenskonzept, z.B. für ein Bankgespräch, dienen kann.
Um möglichst tief in die Materie einzudringen, sind mehrer Interviews durchgeführt worden. Rede und Antwort standen Mitarbeiter des Existenzgründerbüros in München, Angestellte des Kultusministeriums Bayern, Beamte der Regierung Oberbayern, Nachhilfe-gebende Studenten, Eltern von Nachhilfeschülern, die Nachhilfeschüler selbst sowie Inhaber und Mitarbeiter von bereits existierenden Nachhilfeschulen, usw.
1.2 Momentane Situation der Nachhilfe
Längst wird in Deutschland wieder Schulgeld bezahlt. Bereits 1995 hatte eine Studie ergeben, dass Eltern in Deutschland jede Woche 30 Millionen Mark für Nachhilfe ausgeben1. Inzwischen sollen es europaweit bereits 18 Milliarden Euro pro Jahr sein, mit denen Eltern versuchen, ihren Kindern im Kampf um eine berufliche Zukunft bessere Startchancen zu verschaffen. Ließ sich vor vier Jahren erst jeder fünfte Schüler nachmittags helfen, so gaben Eltern jetzt an, dass jeder dritte Schüler an allgemein bildenden Schulen Nachhilfe bekommt, in der Pubertät sogar fast jeder zweite. "Nachhilfe stellt inzwischen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar", bilanziert das IW durch eine eigene Studie2.
Bundesweit fallen jährlich Millionen von Unterrichtsstunden in den Schulen aus. Laut Deutschem Lehrerverband (DL) haben die Länder insgesamt, unter dem Druck leerer Kassen und wachsender Schülerzahlen, den Unterricht um rund ein Zehntel gekürzt - bei einem im internationalen Vergleich ohnehin niedrigen Stundenkonto3. Kein Wunder, dass bei solch massivem Unterrichtsausfall Eltern auf die Idee kommen, ihrem Kind Zusatzunterricht zu organisieren. Dabei werden Schulnoten immer entscheidender für Berufs- und Lebenschancen. Durchschnitt reicht auch im Gymnasium längst nicht mehr. Arbeitgeber kritisieren die geringe Leistungsstärke der Schulabgänger. Im internationalen Vergleich erscheinen deutsche Schul- und Hochschulabsolventen zu alt und zu unflexibel, und in Wissenstests schneiden sie erschreckend mäßig ab (siehe TIMSS, die internationale Studie zu Mathematik und Naturwissenschaften)4. So sind es zunehmend die Eltern, die den Lernstress auslösen. Außerdem schicken, im Wettlauf um den bestmöglichen Abschluss, viele Eltern ihre Kinder auf eine Schule, die sie überfordert. Eine Schulkarriere, die auf Dauer zur Qual wird: Gingen 1960 nur 15 Prozent aller 13jährigen aufs Gymnasium, waren es 1980 bereits 27 Prozent, heute sind es nahezu 40 Prozent. Etwa jeder Dritte besucht nicht die seiner Begabung entsprechende Schulform. Folglich entsteht auf dem Arbeitsmarkt durch die stetig steigende Zahl der Abiturienten ein noch nie da gewesener Verdrängungswettbewerb, der letztlich die Hauptschüler trifft. Für sie wird in Deutschland am wenigsten für Nachhilfe ausgegeben5.
Durchschnittlich lernen die Nachhilfe-Schüler monatlich acht Stunden zusätzlich, vor allem in Mathe, Englisch und Deutsch. Manche brauchen bis zu 50 Extra-Stunden. "Ohne Nachhilfe würde ein Drittel durchfallen", schätzten Pädagogen. Obwohl die außerschulischen Paukanstalten boomen, blieben im Schuljahr 1997/98 mehr als 62000 Gymnasiasten sitzen - rund 2000 mehr als im Vorjahr. Die Schulen können aus Finanzmangel kaum noch gegensteuern. Die Klassen werden größer, die Lehrer älter, und immer mehr Arbeitsgemeinschaften und Förderkurse fallen den Einsparungsmaßnahmen der Finanzminister zum Opfer.
Einen Markt haben sich die Institute in Bayern, Brandenburg, Hessen und Nordrhein- Westfalen erschlossen. Hier können Schüler, die das Klassenziel mit Mangelhaft in zwei Hauptfächern zunächst nicht erreicht haben, zu Schuljahresbeginn in einer Nachprüfung doch noch den Sprung in die nächste Klasse schaffen - die Nachhilfe- Schulen bieten die Vorbereitung während der Ferien.
"Chancengleichheit wird zu einer bildungspolitischen Farce: Der Ausbau der Nachhilfe zu einem gewinnträchtigen Markt pädagogischer Angebote bedeutet nichts anderes als eine schleichende Privatisierung öffentlicher Bildung", sagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).
In dieser Situation ist es alarmierend, dass Eltern in ihrer Not den drohenden Chancenverlust durch selbstfinanzierte Nachhilfe auszugleichen gezwungen sind. Über ein Drittel aller Schüler an weiterführenden Schulen erhielten Nachhilfe. Dass bereits an Grundschulen 20% der Schüler/innen Nachhilfeunterricht erhielten, sei noch alarmierender. Für außerschulischen Nachhilfeunterricht gäben Eltern alleine in NRW pro Jahr 200 Millionen Euro für Nachhilfelehrer und -institute aus. Würden die von Eltern finanzierten und die unbezahlt erbrachten Nachhilfeleistungen summiert, dürfte der Betrag von jährlich 2,3 Milliarden Euro nicht zu hoch angesetzt sein, wie jüngste Umfragen belegen6.
[....]
1 vgl. Hurrelmann, Klaus/Klocke, Andreas: Nachhilfeunterricht – eine Domäne der gehobenen Schichten. Bielefeld 1995
2 vgl. Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln; Nr. 8; 25/02/1999
3 vgl. http://www.lehrerverband.de/landtag.htm - 04/10/2002
4 vgl. http://www.isb.bayern.de/gym/math_inf/int_stud/timss.htm - 03/08/03
5 vgl. Hurrelmann, Klaus/Klocke, Andreas: Nachhilfeunterricht – eine Domäne der gehobenen Schichten. Bielefeld 1995
6 vgl. Karin Baumann: Gutes Geschäft mit schlechten Noten. Süddeutsche Zeitung; 15.07.99;
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