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Franz Kafkas 'Der Verschollene'

Scholary Paper (Seminar), 1998, 20 Pages
Author: Markus Züger
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1998
Pages: 20
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V23937
ISBN (E-book): 978-3-638-26938-4

File size: 233 KB


Excerpt (computer-generated)

Franz Kafkas „Der Verschollene“



von: Markus Züger

Inhalt

Einleitung 2

1. Die Frau als treibende Kraft der Romanentwicklung 4

1.1 Beeinflussung des Romanablaufs durch Frauenfiguren 4
1.2 Grundmuster in Karls Beziehungsverhalten 5
1.3 Chronologische Abfolge von Karls Frauenbeziehungen 5

2. Art und Rolle von Karls Frauenbeziehungen 6

2.1 Art der Beziehungen 6
2.2 Funktionen von Karls Beziehungspartnern 9
2.3 Explizite Personengruppen 10

3. Die Bedeutung der Sexualität 11

3.1 Karls Abneigung gegen die weibliche Sexualität 11
3.2 Sexuelle Orientierung der Frauenfiguren 12
3.3 Natur versus Konvention 13
3.4 Zur Darstellung der Sexualität 14

4. Karls kontinuierliche Entfremdung gegenüber der Weiblichkeit 16

4.1 Fokussierung auf das geistige Wesen der Frau 16
4.2 Von der passiven zur aktiven Entfremdung 16

5. Schlussbemerkungen 18

Literaturverzeichnis 19

a) Quellen 19
b) Literatur 19

 

 

 

 


Einleitung

Viele zentrale Aspekte verbergen sich in der Beziehungsgestaltung zwischen dem Romanhelden Karl Rossmann und den weiblichen Nebenfiguren. Sie betreffen in erster Linie die Problematik heterosexueller Beziehungen, können aber auch auf entlegenere Thematiken einwirken.
Erst durch die Interpretation und Analyse der Interaktion in den Frauenbeziehungen wird Karls innere Entwicklung erschliessbar. Auch greift die Analyse von Karls Beziehungsgestaltung eine grundlegende Problematik von menschlichem Zusammenleben überhaupt auf: Wie kann ich eine Beziehung gestalten und einrichten, damit sie mich auch vollumfänglich befriedigt. Dass Karl sich dann auch sein eigenes Bild der Frau schafft und dieses in seinen Beziehungen zum Ausdruck bringt und dass ihm damit eine Entwicklung im positiven Sinne ermöglicht wird, ist ein wichtiger Aspekt dieser Arbeit und wird im fünften Kapitel nochmals aufgegriffen.

Grundlegend besteht die Arbeit aus einem Themenkomplex, der Analyse der vielfältigen Beziehungsstrukturen zwischen Karl und den Frauenfiguren. Diese Beziehungen betrachte ich einerseits als spezifische Interaktion, also als Karls Einstellung gegenüber einer bestimmten Frauenfigur, andererseits als dessen umfassendes Verhalten bezüglich dem weiblichen Geschlecht. Diese Thematik verbreitere ich, indem ich noch die wichtigsten Aspekte der Verhältnisse, welche die Frauenfiguren untereinander haben, und die Wirkung der Frau auf den Roman als Ganzes betrachte. Auf alle diese Bereiche beziehe ich mich auf den für mich relevanten Ebenen der Beziehung, der Sexualität und der Entfremdung. Die Analyse befasst sich vor allem mit den wichtigen Figuren Johanna Brummer, Klara, Oberköchin, Therese, Brunelda und Fanny. Andere Frauenfiguren werde ich zu Argumentationszwecken sporadisch aufführen.

Meine Vorgehensweise wird eine rein textanalytische sein. Ich werde also alles, was primär über den Text hinausgeht, nicht behandeln (im Rahmen dieser Arbeit auch nicht behandeln können). Darunter zähle ich Bezüge zur Biografie von Kafka, Parallelen zu anderen Werken, sowohl von Kafka als auch von anderen Autoren etc. Auch werde ich mich nicht mit der Entstehungsgeschichte des Romans beschäftigen, obwohl gerade diese im Hinblick auf die Kontextualisierung der beiden, den Abschluss des Romans bildenden Fragmente von grossem Nutzen sein könnte. Innerhalb der Textanalyse werde ich soweit als möglich auf die naheliegende Thematik von Karls Männerbeziehungen verzichten. Ich erwähne diese nur, wenn sie zum unbedingten Verständnis der Argumentation notwendig sind.
Neben der unumgehbaren Wahl von wenigen Werken aus dem Kuchen relevanter Sekundärliteratur, ist es mir auch nicht möglich, alle darin enthaltenen Interpretationsansätze zur Frauenthematik auszuloten. Ich analysiere auf einer allgemeinen Grundlage. Da die Analyse auf der Entwicklung der Figur Karl Rossmann basiert, versuche ich nicht, meine Arbeit einer rein konstruktivistischen, interaktionistischen oder endogenistischen Entwicklungsebene zuzuordnen. Schliesslich treten diese Ebenen selten rein auf und können in ihrer isolierten Betrachtung ein falsches Bild auf die umfassende Interaktion im Roman werfen.

1. Die Frau als treibende Kraft der Romanentwicklung

1.1 Beeinflussung des Romanablaufs durch Frauenfiguren

[...]


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