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Die Choreographie "Love Songs" von William Forsythe - Eine vergleichende Bewegungsanalyse

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Claudia Schnurbus
Subject: Theater Studies

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V24034
ISBN (E-book): 978-3-638-27011-3
ISBN (Book): 978-3-638-64821-9
File size: 564 KB
Notes :
Bei der Hausarbeit handelt es sich um eine Bewegungsanalyse der Fernsehfassung der Choreographie "Love Songs" von Forsythe. Die Fernsehsendung, in der diese Choreographie gezeigt wurde, hiess: Joffrey - Visitenkarte einer New Yorker Kompagnie. Mit den Choreographien Love Songs von William Forsythe und Round of ngvon Gerald Arpino. (1989), R.: Thomas Grimm. Gestützt habe ich mich auf das Vokabular Peter M. Boenischs, der sich wiederum hauptsächlich an Rudolf von Laban orientiert. (s. Einl.)


Abstract

Der amerikanische Tänzer und Choreograph William Forsythe (*1949) ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Choreographen. Einst als enfant terrible des Balletts bezeichnet, genießt er heute Ruhm und Anerkennung in Europa und der ganzen Welt. (Vgl. Gaby von Rauner, S.7). 1979 entstand am Stuttgarter Ballett jedoch das Stück „Love Songs“, für das William Forsythe später eine spezielle Fassung für das Fernsehen ausarbeitete. Er ließ das Stück also nicht einfach bei einer Aufführung abfilmen, sondern studierte mit den Tänzern eine ganz neue Version ein, in der mit filmischen Mitteln bewusst gearbeitet und gespielt wird. Aufgrund dessen und auch aufgrund der Tatsache, dass „Love Songs“ eine eher frühe Choreographie ist, kann man es nicht unbedingt als ein typisches Forsythe-Werk bezeichnen. Dass das klassische Ballett und dessen Bewegungssprache der Ausgangspunkt und das Reflexionsgebiet für Forsythe darstellen, ist an diesem Stück noch sehr deutlich zu erkennen In dieser Arbeit sollen zwei Lieder bzw. Tänze aus diesem Stück – jeweils ein Solo von einer Tänzerin – analysiert und miteinander verglichen werden. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf der spezifischen Raumausnutzung und den dynamischen Qualitäten der Bewegungsaktionen im Zusammenspiel mit den anderen Merkmalen, durch die die Emotionen der Liedtexte visualisiert werden. Dabei werde ich unter anderem auf die Besonderheiten der Fernsehfassungen eingehen, also darauf, inwieweit verschiedene Kameraeinstellungen und -positionen sowie andere filmische Mittel eine Rolle spielen. Ich werde das Vokabular und die Analysemethode benutzen, die Peter M. Boenisch in seinem Buch körPERformance 1.0 : Theorie und Analyse von Körper- und Bewegungsdarstellungen im zeitgenössischen Theater im "Kapitel 3: Ein Modell zur Analyse von Körperzeichen" (S.88-152) vorstellt. Boenisch wiederum stützt sich hauptsächlich auf Rudolf von Labans Vokabular, Notations- und Analysemethoden, u.a. aber auch auf Janet Adshead und Claudia Jeschke.


Excerpt (computer-generated)

Die Choreographie „Love Songs“ von William Forsythe
Eine vergleichende Bewegungsanalyse

 


von: Claudia Schnurbus

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 4

2. Das Stück „Love Songs“ 5

2.1. Besonderheiten der Fernsehfassung 5
2.2. Struktur und Aufbau 6
2.3. Kostüme und Raum 7

3. Bewegungsanalyse Nr.1 : If You Gotta Make a Fool of Somebody 7

3.1. Liedtext 7
3.2. Raumskizze 8
3.3. Tabellarisches Bewegungsprotokoll 8
3.4. Erste Beobachtungen 11
3.5. Analyse der Konstitution von Körperzeichen 12

3.5.1. Basisanalyse der Körperzeichen 12
3.5.2. Räumliche Qualität der Körperzeichen 12
3.5.3. Dynamische Qualität der Körperzeichen 13

3.6. Die Konkatenation und Signifikation von Körperzeichen 13

3.6.1. Basisprinzip der syntagmatischen Organisation 13
3.6.2. Relationen: Raum – Basismerkmale – dynamische Qualitäten – filmische Mittel 14

4. Bewegungsanalyse Nr.2 : Make it Easy on Yourself 15

4.1. Liedtext und Inhalt 15
4.2. Raumskizze 16
4.3. Tabellarisches Bewegungsprotokoll 16
4.4. Erste Beobachtungen 19
4.5. Analyse der Konstitution der Körperzeichen 19

4.5.1. Basisanalyse der Körperzeichen 19
4.5.2. Analyse der räumlichen Qualität der Körperzeichen 20
4.5.3. Analyse der dynamischen Qualität der Körperzeichen 20

4.6. Konkatenation und Signifikation der Körperzeichen 21

4.6.1. Basisprinzip der syntagmatischen Organisation 21
4.6.2. Relationen: Basismerkmale – Raum – Dynamik – filmische Mittel 21
4.6.3. Wiederholungen und Spiegelungen 23

5. Fazit 23

6. Literatur- und Filmverzeichnis 25

 

 

 


 

1. Einleitung

Der amerikanische Tänzer und Choreograph William Forsythe (*1949) ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Choreographen. Einst als enfant terrible des Balletts bezeichnet, genießt er heute Ruhm und Anerkennung in Europa und der ganzen Welt. (Vgl. Gaby von Rauner, S.7).

Forsythe ist bekannt für seine neue Art des Tanztheaters und ganz eigene Tanzphilosophie: Er sieht den Tanz und somit auch ein Tanzstück nie als ein vollendetes und somit statisches Werk an, sondern als einen stetigen Prozess. Zudem sind viele seiner Werke selbst auf der Bühne noch stark von Improvisation geprägt. Das Stück „Artifact“ zum Beispiel entstand in den 80er Jahren und ist seitdem ständig weiterentwickelt und verändert worden. (Vgl. S.19). Aufgrund dieser Tanzphilosophie vermeidet Forsythe es, seine Werke auf Video aufzeichnen zu lassen, da diese Aufzeic hnung die Aufführung sozusagen einfrieren und nur eine der möglichen Fassungen wiedergeben würde. Hieraus ergibt sich für eine Bewegungsanalyse des „Forsytheschen Stils“ das Problem, dass nur wenige Aufzeichnungen von Forsythe-Stücken existieren. Für eine genaue Analyse sind Videoaufzeichnungen jedoch nicht nur hilfreich, sondern nahezu unverzichtbar.

1979 entstand am Stuttgarter Ballett jedoch das Stück „Love Songs“, für das William Forsythe später eine spezielle Fassung für das Fernsehen ausarbeitete. Er ließ das Stück also nicht einfach bei einer Aufführung abfilmen, sondern studierte mit den Tänzern eine ganz neue Version ein, in der mit filmischen Mitteln bewusst gearbeitet und gespielt wird.1 Aufgrund dessen und auch aufgrund der Tatsache, dass „Love Songs“ eine eher frühe Choreographie ist, kann man es nicht unbedingt als ein typisches Forsythe-Werk bezeichnen. Dass das klassische Ballett und dessen Bewegungssprache der Ausgangspunkt und das Reflexionsgebiet für Forsythe darstellen, ist an diesem Stück noch sehr deutlich zu erkennen In dieser Arbeit sollen zwei Lieder bzw. Tänze aus diesem Stück – jeweils ein Solo von einer Tänzerin – analysiert und miteinander verglichen werden. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf der spezifischen Raumausnutzung und den dynamischen Qualitäten der Bewegungsaktionen im Zusammenspiel mit den anderen Merkmalen, durch die die Emotionen der Liedtexte visualisiert werden. Dabei werde ich unter anderem auf die Besonderheiten der Fernsehfassungen eingehen, also darauf, inwieweit verschiedene Kameraeinstellungen und -positionen sowie andere filmische Mittel eine Rolle spielen.

Ich werde das Vokabular und die Analysemethode benutzen, die Peter M. Boenisch in seinem Buch körPERformance 1.0 : Theorie und Analyse von Körper- und Bewegungsdarstellungen im zeitgenössischen Theater in dem Kapitel 03. RESET_: Ein Modell zur Analyse von Körperzeichen. (S.88-152) vorstellt. Boenisch wiederum stützt sich hauptsächlich auf Rudolf von Labans Vokabular, Notations- und Analysemethoden, u.a. aber auch auf Janet Adshead und Claudia Jeschke.

2. Das Stück „Love Songs“

2.1. Besonderheiten der Fernsehfassung

[...]


1 Information aus dem Interview in der Sendung Joffrey – Visitenkarte einer Kompagnie (s. Filmverzeichnis)


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