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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 24 Pages
Author: Petra Leitmeir
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
Tags: Hesse, Anfängen, Hermann, Hesse-, Jahre, Werk, Kult
Year: 2003
Pages: 24
Grade: 2
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-27084-7
ISBN (Book): 978-3-638-69190-1
File size: 259 KB
Die Arbeit bietet einen umfangreichen Überblick über die Rezeption von Hermann Hesses Siddharta mit Zusammenfassung und Prognose für die Zukunft.
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Abstract
Diese Hausarbeit hat sich in einem ersten Teil zum Ziel gesetzt, die „Siddharta“-Rezeption von den Anfängen in den 20er Jahren bis Mitte der 70er darzustellen. Ich beschränke mich aus Gründen des Umfangs hauptsächlich auf die „feuilletonistische“ Rezeption in den mir zugänglichen Quellen aus dem deutschsprachigen Raum und den USA und gehe kurz auf die thematischen Schwerpunkte der wissenschaftlichen Rezeption ein, die in den 70er Jahren begann. Ein Extra-Kapitel beleuchtet die Ergebnisse der Re-Lektüre im deutschen Feuilleton zum 125jährigen Geburtstag Hesses genauer. Im zweiten Teil diskutiere ich einige Thesen zur Hesse Rezeption aus verschiedenen Zeiten und, soweit sie nicht von sich aus spezifisch auf „Siddharta“ bezogen sind, wende ich sie auf diesen Roman an. Der zweite Teil möchte die Frage klären, die diese Einleitung bereits anzureißen versucht: Warum wird „Siddharta“ immer wieder über Generationen hinweg von Millionen Menschen gelesen? Ein zweiter Grund warum es sich lohnt, die Rezeption von Siddharta genauer zu untersuchen, ist die Frage nach den Akzentverschiebungen in den verschiedenen „Rezeptionswellen“, wie ich sie genannt habe. Wie ich in meinem ersten Teil zeigen möchte, betont die zeitgenössische Rezeption andere Aspekte als die Rezeption in den 60er und 70er Jahren. Um die „Schwerpunktthemen“ der Rezeptionswellen, die sich bei meinen Untersuchungen herauskristallisiert haben, besser verständlich zu machen, stelle ich jeder Welle kurz ein paar zeitgeschichtliche oder geistesgeschichtliche Voraussetzungen voran. Ein dritter Grund für die Beschäftigung mit der „Siddharta“-Rezeption ist, dass die viel beschworene sprachliche wie inhaltliche „Erhabenheit“ des „Siddharta“ über einige Problematiken hinwegtäuscht, warum z.B. Burkhard Müller in der SZ zum Hesse-Jubiläum 1992 überspitzt formuliert: „Nein, ich glaube Hermann Hesse seine Kokosbäume nicht.“
Excerpt (computer-generated)
Hesse lesen
Die „Siddharta“-Rezeption von den Anfängen bis heute
von: Petra Leitmeir
Inhaltsverzeichnis
Einführung 2
I) Darstellung der „Siddharta“- Rezeption
1. Zur Entstehung 3
2. Die Rezeption
2.1. Erste Rezeptionswelle 1922-30 4
2.1.a) zeit- und ideengeschichtliche Voraussetzungen
2.1.b) Themen der Rezeption der 20er Jahre
2.2. Zweite Rezeptionswelle nach 1945 9
2.2.a) zeitgeschichtliche Voraussetzungen
2.2.b) Themen der Rezeption
2.3. Dritte Rezeptionswelle Mitte 50er bis Mitte 60er Jahre 10
2.3.a) zeitgeschichtliche Voraussetzungen
2.3.b) Themen der Rezeption
2.4. Vierte Rezeptionswelle nach 1970 13
2.4.a) Voraussetzungen für die Rezeption nach 1970
2.4.b) Themen der Rezeption
2.5. Hesses 125.Geburtstag: Re-lektüre zum Jubiläum 15
II) Bewertung der Rezeption
1. Zusammenfassung der Rezeptionsentwicklung 18
2. Thesen für die Zukunft: Warum wird Hesse immer noch gelesen und wird auch weiterhin gelesen werden?
Einführung
Am 2. Juli 2002 hätte Hesse 125.Geburtstag gehabt. Grund genug für das Feuilleton der gängigen Tageszeitungen einmal wieder mit vernichtenden Urteilen über seine „Bestseller“ Glasperlenspiel, Siddharta, Steppenwolf um sich zu werfen- oder sich leidenschaftlich zu ihm zu bekennen, wie die junge Schriftstellerin Anke Velmeke: „Mit ‚Siddharta‘ las ich zum ersten Mal ein Buch, das mir vom Anfang bis zum Ende streng durchkomponiert schien. Bis heute bildet dieses Ideal einen der Pole, zwischen denen sich mein eigenes Schreiben bewegt.“1 Kaum einer der „Bekenner“ vergißt jedoch zu betonen, dass die Begeisterung einer Lektüre im jugendlichen Alter entspringt, von welcher er sich mittlerweile längst distanziert und das Verhältnis zu Hesse neu überdacht hat, gerade so, als müsse die Begeisterung für Hesses Texte irgendwie entschuldigt werden. In der Literaturwissenschaft gilt Hesse immer noch als „Außenseiter“, als einer, der „nur“ Weltanschauung vermittelt, die literarische Qualität seiner Texte wird immer wieder in Frage gestellt. Lohnt es sich überhaupt noch, die „Siddharta“-Rezeption genauer zu untersuchen? Ja, erstens, weil Siddharta überhaupt in einem Umfang rezipiert worden ist, welcher nach den Gründen für diesen fragen lässt: Der Roman wurde bisher in 39 Sprachen übersetzt, darunter 13 indische Dialekte, japanisch, chinesisch, europäische und viele außereuropäische Sprachen. Die Weltauflage beträgt mittlerweile zweistellige Millionenziffern, in den USA wurden davon mehr als 5 Millionen Exemplare verkauft.2 Diese Hausarbeit hat sich in einem ersten Teil zum Ziel gesetzt, die „Siddharta“-Rezeption von den Anfängen in den 20er Jahren bis Mitte der 70er darzustellen. Ich beschränke mich aus Gründen des Umfangs hauptsächlich auf die „feuilletonistische“ Rezeption in den mir zugänglichen Quellen aus dem deutschsprachigen Raum und den USA und gehe kurz auf die thematischen Schwerpunkte der wissenschaftlichen Rezeption ein, die in den 70er Jahren begann. Ein Extra-Kapitel beleuchtet die Ergebnisse der Re-lektüre im deutschen Feuilleton zum 125jährigen Geburtstag Hesses genauer. Im zweiten Teil diskutiere ich einige Thesen zur Hesse Rezeption aus verschiedenen Zeiten und, soweit sie nicht von sich aus spezifisch auf „Siddharta“ bezogen sind, wende ich sie auf diesen Roman an. Der zweite Teil möchte die Frage klären, die diese Einleitung bereits anzureißen versucht: Warum wird „Siddharta“ immer wieder über Generationen hinweg von Millionen Menschen gelesen? Ein zweiter Grund warum es sich lohnt, die Rezeption von Siddharta genauer zu untersuchen, ist die Frage nach den Akzentverschiebungen in den verschiedenen „Rezeptionswellen“, wie ich sie genannt habe. Wie ich in meinem ersten Teil zeigen möchte, betont die zeitgenössische Rezeption andere Aspekte als die Rezeption in den 60er und 70er Jahren. Um die „Schwerpunktthemen“ der Rezeptionswellen, die sich bei meinen Untersuchungen herauskristallisiert haben, besser verständlich zu machen, stelle ich jeder Welle kurz ein paar zeitgeschichtliche oder geistesgeschichtliche Voraussetzungen voran. Ein dritter Grund für die Beschäftigung mit der „Siddharta“-Rezeption ist, dass die viel beschworene sprachliche wie inhaltliche „Erhabenheit“ des „Siddharta“ über einige Problematiken hinwegtäuscht, warum z.B. Burkhard Müller in der SZ zum Hesse-Jubiläum 1992 überspitzt formuliert: „Nein, ich glaube Hermann Hesse seine Kokosbäume nicht.“3
I) Darstellung der „Siddharta“- Rezeption
1. Zur Entstehung 4
[...]
1 Anke Velmeke: Geh deinen eigenen Weg. In: Die Welt, 29.6.02
2 Die Zahlen entstammen dem Kommentar von Heribert Kuhn der kommentierten Ausgabe von Siddharta, Suhrkamp Basis Bibliothek, 1.Auflage 1998, S.152-153
3 Burkhard Müller: Der Humor des Nachtpfauenauges. In: Süddeutsche Zeitung, 2.7.02
4 Die Entstehung beschränkt sich nur auf ein paar wesentliche Aspekte und kann in aller Ausführlichkeit nachgelesen werden bei Volker Michels: Einführung. In: Materialien zu Hermann Hesses Siddharta. Zweiter Band. Suhrkamp. Frankfurt/Main 1976, S.7-25
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