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Hauptseminararbeit, 2003, 44 Seiten
Autor: Petra Leitmeir
Fach: Filmwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Tags: Analyse, Daumenkinograph, Aspekte, Medienseminar, Fernsehen
Jahr: 2003
Seiten: 44
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 20 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-27088-5
Dateigröße: 259 KB
Die Arbeit ist für jeden nützlich, der eine Fernseh-/Filmanalyse abliefern muss und nicht weiß, wie er dabei vorgehen soll. Sie bietet eine detaillierte Analyse eines Fernsehbeitrags, die durch zahlreiche Quellen in der Sekundärliteratur gestützt wird, unter dem Blickwinkel der visuellen Gestaltung, des Inhaltlichen Aufbaus/ der Dramaturgie und des Bild/ Tonverhältnisses. Als Anlage beigefügt sind sämtliche Protokolle: Strukturprotokoll, Sequenzprotokoll und Feinprotokoll.
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Textauszug (computergeneriert)
Analyse eines Magazinbeitrags
„Der Daumenkinograph“
in „Aspekte“ vom 29.08.03
von: Petra Leitmeir
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
I. Visuelle Gestaltung 2
1. Bildmaterial 4
2. Ebenen und Strategien der visuellen Gestaltung 4
a) Bildaufbau 4
b) Kamerawinkel und Perspektiven 7
c) Kamerabewegungen 10
d) Einstellungsgrößen 13
e) Einstellungslängen 15
f) Objektbewegungen und Schnitt 15
g) Licht 17
h) Farben 18
i) Tricks 19
II. Inhaltlicher Aufbau und Dramaturgie 20
3. Inhaltlicher Aufbau 20
4. Dramaturgie 21
a) Einleitung und Horizontbildung 21
b) Aufbau 22
c) Fortgang der Narration 23
III. Bild-Ton-Verhältnis 25
5. Verwendung von O-Tönen und Atmo 25
6. Musik 27
7. Kommentar 28
8. Bild-Text-Beziehungen 29
IV. Fazit 30
Einleitung
Die folgende Arbeit widmet sich der Analyse eines fünfminütigen Magazinbeitrags von Gerald Gieseke aus dem Kulturmagazin „Aspekte“ vom 29.8.03. Er handelt von einem Künstler, der ein wenig aussieht wie Joseph Beuys, und sein Geld mit selbst photographierten Daumenkinos verdient. Mit Kamera, Rucksack und einem Bauchladen mit sechs Daumenkinos wandert er durch Deutschland und ist dabei stets auf der Suche nach neuen, meist menschlichen „Foto-Motiven“. Der Beitrag unterschied sich erheblich von anderen Beiträgen, die ich zuvor gesichtet hatte: Filmästhetisch erschien er mir spontan von höherem Niveau, da er bewusster komponiert zu sein schien und nicht lieblos zufällige Bilder aneinander reihte, wie mir das bei manch anderem gesichteten Fernsehbeitrag vorkam. Fast hatte ich den Eindruck, es mit einem Stück filmischer „Poesie“ zu tun zu haben. Den Wurzeln dieser „Andersartigkeit“ wollte ich auf den Grund gehen.
Ein Grund für meine spontane, emotional positive Reaktion ist sicher der hohe Visualisierungsgrad des Themas: Ein Film über den (Daumenkino-)Film. Bei dieser Selbstreferentialität bietet sich eine Verfilmung geradezu an: Der Beitrag nutzt die „Macht der Bilder“ für sich und vermittelte mir so das Gefühl, es mit anspruchsvollem, „gutem“ Journalismus zu tun zu haben: „Der Informationswert eines Fernsehberichts ist um so höher“, meint Winfried Göpfert, „je mehr der Autor auf das Bild vertraut und sich nicht an den Text klammert“, denn „Bilder (...) werden vom Menschen bevorzugt wahrgenommen (...). Der starke Emotionsgehalt von Bildern beeinflusst Stimmung und Gefühle.“1 Beim wiederholten Ansehen entdeckte ich aber, dass ich dennoch nicht in der Lage war, eine zentrale journalistische Botschaft zu benennen. Einige Freunde gaben, befragt nach der zentralen Aussage des Beitrags, folgendes zu Protokoll: 1) Der Film handelt von einem Künstler, der Daumenkinos macht. 2) Der Film erzählt die Geschichte der Daumenkinos von jetzt und früher. 3) Der Film handelt von den Daumenkinos des Künstlers. 4) Der Film handelt von der Reise des Künstlers. 5) Der Film handelt von dem Unterschied des Daumenkinos im Vergleich zum Film (Anmerk. der Verf.: gemeint ist hier der Film im Allgemeinen). Darüber hinaus bemängelten fast alle, dass in dem Beitrag wichtige Informationen fehlten, die sie sich gewünscht hätten.
Ich selbst stellte fest, dass ich, obwohl ich den Beitrag grundsätzlich verständlich fand, aus der Sequenz, die über historische Daumenkinos erzählt, fast nichts behalten hatte. Somit kristallisierten sich für die Analyse zwei Leitfragen heraus, denen ich nachging: 1) Was macht den Beitrag visuell so reizvoll, dass die Assoziation mit Poesie bei mir aufkam? Wie unterstützt dies der Ton? 2) Warum ist das, was von dem Beitrag behalten wurde, derart diffus, dass ich erstens auf die Frage nach der Zentralaussage des Films fünf verschiedene Antworten erhielt und mich zweitens an fast nichts mehr erinnern konnte, was in der Sequenz über historische Daumenkinos gesagt wurde. Der Schlüssel zu Frage 1) liegt zweifellos in der ungewöhnlichen visuellen Gestaltung: Dazu gehören Bildaufbau, Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven, Kamerabewegungen und Objektbewegungen, farbliche Gestaltung, Licht und der Einsatz von Tricks wie Unschärfe, „einfrieren“ und Verzerrungen. Daher wird sich die vorliegende Arbeit schwerpunktmäßig darauf konzentrieren, diese herauszuarbeiten und an Beispielen zu erläutern. Um meine Erläuterungen verständlicher zu machen, habe ich einige Einzelbilder sowie einige Einstellungen mit Schwenks in ihrem Verlauf nachzuzeichnen versucht und im Anhang beigefügt. Zur Klärung von Frage 2) untersuche ich erstens den inhaltlichen Aufbau und die narrative Dramaturgie und zweitens das Bild-Ton-Verhältnis, wobei ich mich aus Gründen des Umfangs nur auf die Aspekte beschränke, die im Beitrag auffallen.
I. Visuelle Gestaltung
[...]
1 Göpfert 2000, S.154
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