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Termpaper, 2004, 32 Pages
Author: Master of Science in Public Health and Administration Franziska Bittner
Subject: Health Science
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Neubrandenburg
Tags: Legitimation, Anspruch, Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsberichte, Hofberichte, Gesundheitsberichterstattung
Year: 2004
Pages: 32
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-27250-6
ISBN (Book): 978-3-638-64831-8
File size: 313 KB
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Abstract
Seitens unterschiedlicher Initiativen wurde seit 1970 auf Landes-, Bundes- und Körperschaftsebene versucht, die Informationsgrundlagen der Gesundheitsberichterstattung (GBE) zu verbessern. Diese Versuche zeichnen sich jedoch durch mangelnde Routinisierung, geringe Ressourcen sowie einer problematischen Wahrnehmung im öffentlichen und politischen Rahmen aus. So beruht die Möglichkeit einer staatlichen Gesundheitsberichterstattung auf demAnspruch, „dass ein auf Sachverstand und Wissenschaft gebautes Urteil möglich ist und dass im demokratischen Prozess die Expertise jenseits von Interessenspartikularität organisiert werden kann“. GBE ist in ihren öffentlich wirksamen Formen durch 2 Extreme gekennzeichnet: (1) Es existiert eine aktuelle Medienberichterstattung über gesundheitsrelevante Belange, die durch Expertendissens, Interessenspartikularität und Emotionalisierung gekennzeichnet ist. (2) Dem steht eine staatliche Berichterstattung gegenüber, „die immer im Verdacht steht, auf der Oberfläche von Politikmarketing und politischer Profilierung als Hofberichte stehen zubleiben“. [Borgers, Streich, 1996, S.596] Aus diesem Grund erhebt die GBE den Anspruch fachlicher Legitimation – zumindest sollte sie das – woraus sich die Notwendigkeit ergibt, diese beiden Extreme zu über-winden. Denn eine derartige GBE ist durch gesundheitspolitische Relevanz ihrer Themen, fachliche Qualität ihrer Informationen und Neutralität gegenüber Partikularinteressen gekennzeichnet. [Borgers, Streich, 1996, S.596] Im Rahmen dieser Arbeit, soll geprüft werden, ob die derzeitig praktizierte GBE den genannten Ansprüchen gerecht wird, oder ob sie doch eher eine Hofberichterstattung darstellt. Ausgehend von dem Jahresgutachten des "Sachverständigenrates der Konzertierten Aktion" von 1987 werden die Zielkonflikte zwischen der Ressourcenknappheit und den Zielen der Medizin dargestellt, denen sich ein kurzer historischer Abriss der Entwicklung der GBE in den letzten dreißig Jahren anschließt. Darauf aufbauend wird die aktuelle GBE zur Diskussion gestellt, indem u.a. Fragen nach der Orientierungsfunktion der GBE und ihrer Rolle im Rahmen der Öffentlichkeit debattiert werden. Die Arbeit endet mit abschließenden Überlegungen.
Excerpt (computer-generated)
LEGITIMATION UND ANSPRUCH EINER GBE:
GESUNDHEITSBERICHTE ODER HOFBERICHTE?
von: Franziska Bittner
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 AUSGANGSPUNKT: DAS JAHRESGUTACHTEN DES SACHVERSTÄNDIGENRATES FÜR DIE KONZERTIERTE AKTION IM GESUNDHEITSWESEN 4
2.1 ZIELKONFLIKTE ZWISCHEN DER KNAPPHEIT DER RESSOURCEN UND DEN ZIELEN DER MEDIZIN 5
2.2 WAS BEDEUTET GBE IM SINNE DES SACHVERSTÄNDIGENRATES? 6
3 DIE ENTWICKLUNG DER GBE VON 1870/71 BIS 2003 – EIN KURZER HISTORISCHER ABRISS 8
3.1 PHASE 1: DAS DEUTSCHE REICH 8
3.2 PHASE 2: DAS DRITTE REICH 9
3.3 PHASE 3: VON DER NACHKRIEGSZEIT BIS ZU DEN 70ERN 9
3.4 PHASE 4: DIE 80ER – EIN NEUBEGINN 10
3.5 PHASE 5: DIE ROUTINEPHASE 12
4 DIE GBE ZUR DISKUSSION GESTELLT 13
4.1 DAS SCHEITERN DER ROUTINISIERUNG 13
4.2 GBE UND ÖFFENTLICHKEIT 16
5 ABSCHLIEßENDE ÜBERLEGUNGEN 24
ANMERKUNGEN 25
1 ANHANG 27
LITERATURVERZEICHNIS 30
1 Einleitung
Seitens unterschiedlicher Initiativen wurde seit 1970 auf Landes-, Bundes- und Körperschaftsebene versucht, die Informationsgrundlagen der Gesundheitsberichterstattung (GBE) zu verbessern. Diese Versuche zeichnen sich jedoch durch mangelnde Routinisierung, geringe Ressourcen sowie einer problematischen Wahrnehmung im öffentlichen und politischen Rahmen aus. So beruht die Möglichkeit einer staatlichen Gesundheitsberichterstattung auf dem Anspruch, „dass ein auf Sachverstand und Wissenschaft gebautes Urteil möglich ist und dass im demokratischen Prozess die Expertise jenseits von Interessenspartikularität organisiert werden kann“1.2 GBE ist in ihren öffentlich wirksamen Formen durch 2 Extreme gekennzeichnet: (1) Es existiert eine aktuelle Medienberichterstattung über gesundheitsrelevante Belange, die durch Expertendissens, Interessenspartikularität und Emotionalisierung gekennzeichnet ist. (2) Dem steht eine staatliche Berichterstattung gegenüber, „die immer im Verdacht steht, auf der Oberfläche von Politikmarketing und politischer Profilierung als Hofberichte stehen zubleiben “1.2
Aus diesem Grund erhebt die GBE den Anspruch fachlicher Legitimation – zumindest sollte sie das – woraus sich die Notwendigkeit ergibt, diese beiden Extreme zu überwinden. Denn eine derartige GBE ist durch gesundheitspolitische Relevanz ihrer Themen, fachliche Qualität ihrer Informationen und Neutralität gegenüber Partikularinteressen gekennzeichnet.2 Im Rahmen dieser Arbeit, soll geprüft werden, ob die derzeitig praktizierte GBE den genannten Ansprüchen gerecht wird, oder ob sie doch eher eine Hofberichterstattung darstellt. Ausgehend von dem Jahresgutachten des Sachverständigenrates der Konzertierten Aktion von 1987 werden die Zielkonflikte zwischen der Ressourcenknappheit und den Zielen der Medizin dargestellt, denen sich ein kurzer historischer Abriss der Entwicklung der GBE in den letzten dreißig Jahren anschließt. Darauf aufbauend wird die aktuelle GBE zur Diskussion gestellt, indem u.a. Fragen nach der Orientierungsfunktion der GBE und ihrer Rolle im Rahmen der Öffentlichkeit debattiert werden. Die Arbeit endet mit abschließenden Überlegungen.
2 Ausgangspunkt: Das Jahresgutachten des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen
[...]
1 (Borgers, Streich, 1996, S.596)
2 (Borgers, Streich, 1996, S.596)
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