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Ausländische Direktinvestitionen in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas

Diplomarbeit, 2004, 79 Seiten
Autor: Stefan Detscher
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 79
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V24440
ISBN (E-Book): 978-3-638-27314-5

Dateigröße: 488 KB
Anmerkungen :
Der Fokus dieser Arbeit ist die Analyse der Entscheidungsdeterminanten für die Tätigung von Direktinvestitionen in den Staaten Mittel- und Osteuropas. Im Anhang sind dazu detaillierte Übersichtstabellen mit aktuellen Daten aus 2004 beigefügt, so dass die Arbeit auch für die Unternehmenspraxis relevant ist. Darüberhinaus werden die Auswirkungen von Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa diskutiert genauso wie auf die Diskussion der Arbeitsplatzverlagerung nach Osteuropa eingegangen wird.



Textauszug (computergeneriert)

EUROPEAN BUSINESS SCHOOL
International University Schloss Reichartshausen

Diplomarbeit

zur Erlangung des akademischen Grades
Diplom-Kaufmann

Ausländische Direktinvestitionen in den
Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas

von

Stefan Detscher

Abgabedatum: 20. Februar 2004

 

 

Inhaltsverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ...  III

1 EINLEITUNG ...  1

2 THEORIE- UND ANALYSE-RAHMEN  ...  3
2.1 Definitorische und materielle Begriffsabgrenzung ...  3
2.2 Formen der Direktinvestitionen  ...  5
2.3 Motive für Direktinvestitionen  ...  7
2.4 Partialansätze zur Erklärung von Direktinvestitionen  ...  8
2.4.1 Makroökonomische Analyse  ...  8
2.4.2 Standortanalyse  ...  9
2.4.3 Mikroökonomische Analyse ...  10
2.5 Dunnings eklektischer Ansatz  ...  12

3 UMFANG UND ENTWICKLUNG DER DIREKTINVESTITIONEN  ...  14
3.1 Zielländer  ...  15
3.2 Herkunftsländer ...  16
3.3 Branchen  ...  17

4 DETERMINANTEN DER DIREKTINVESTITIONEN  ...  18
4.1 Politisches Risiko ...  19
4.2 Rechtliches und institutionelles Risiko ...  20
4.3 Fiskalische und monetäre Stabilität  ...  21
4.4 Marktgröße und Marktwachstum ...  23
4.5 Lohnkosten und Humankapital ...  24
4.6 Infrastrukturausstattung  ...  25
4.7 Geographische Nähe und Agglomerationsvorteile  ...  26
4.8 Privatisierungs- und Restrukturierungsprozess  ...  27
4.9 Außenhandelspolitik und rechtliche Restriktionen ...  28
4.10 Steuerliche und wirtschaftspolitische Anreize ...  30
4.11 Fazit  ...  31

5 BEDEUTUNG DER DIREKTINVESTITIONEN FÜR DIE EMPFÄNGERLÄNDER ...  32
5.1 Grundsätzliche Auswirkungen ...  32
5.2 Einzelländeranalyse  ...  36
5.2.1 Visegrád-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn  ...  36
5.2.2 Estland, Lettland und Litauen  ...  38
5.2.3 Sonderfall Slowenien  ...  39
5.2.4 Bulgarien und Rumänien  ...  40
5.3 Fazit  ...  41

6 AUSWIRKUNGEN DER DIREKTINVESTITIONEN AUF DIE HERKUNFTSLÄNDER ...  42

7 SCHLUSS  ...  44

VERZEICHNIS DES ANHANGS ...  46
ANHANG ...  47
LITERATURVERZEICHNIS ...  63

Abkürzungsverzeichnis
ADI Ausländische Direktinvestitionen
ASEAN Association of Southeast Asian Nations
(= Vereinigung südostasiatischer Staaten)
BIP Bruttoinlandsprodukt
bzgl. bezüglich
EBRD European Bank for Reconstruction and Development
(=Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung)
EIB European Investment Bank
(=Europäische Investitionsbank)
EU Europäische Union
EU-15 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
EWU Europäische Währungsunion
FDI Foreign Direct Investments
(=Ausländische Direktinvestitionen)
IMF International Monetary Fund
(=Internationaler Währungsfonds)
IWF Internationaler Währungsfonds
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
M&A Mergers & Acquisitions
(=Fusionen & Akquisitionen)
MOE Mittel- und Osteuropa
MOEL Mittel- und Osteuropäische Länder
MOEL-8 Gruppe der acht mittel- und osteuropäischen Staaten, die 2004 der Europäischen Union beitreten: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn
MOEL-10 Gruppe der MOEL-8 ergänzt um die Staaten Bulgarien und Rumänien
OECD Organisation for Economic Co-operation and Development
(=Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
OLI-Paradigma Ownership-Location-Internalization-Paradigma
UNCTAD United Nations Conference on Trade and Development
(=Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung)
USD US-Dollar

 

1 Einleitung

Fast ein halbes Jahrhundert war Europa in zwei Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme geteilt. Mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ Ende 1989 kam es in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas zu einem fundamentalen Wandel, der noch wenige Jahre zuvor als undenkbar gegolten hatte. Dabei vollzog sich eine historisch einzigartige Systemtransformation von sozialistischer Planwirtschaft hin zur Marktwirtschaft. Dieser Veränderungsprozess bedeutete jedoch große Herausforderungen für diese Länder, wie die Schaffung eines neuen wirtschaftspolitischen Ordnungsrahmens, die Liberalisierung der Märkte sowie die Privatisierung und Restrukturierung ganzer Industriesektoren. Diesen Reformprozess galt und gilt es zu meistern, um diese Volkswirtschaften sowohl zu stabilisieren als auch weiterzuentwickeln.1

Nach einer Transformationskrise Anfang der 90er Jahre gelang es den ehemals abgeschotteten Staaten Mittel- und Osteuropas sich mehr und mehr in die Weltwirtschaft zu integrieren. Sie partizipierten vermehrt an der internationalen Arbeitsteilung und wurden immer stärker in die weltweite Kapitalverflechtung einbezogen. Dies bedeutete ein signifikantes Anwachsen der jährlichen Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen (ADI) in die mittel- und osteuropäischen Staaten von nahezu null zum Zeitpunkt des Systemwechsels auf ca. 12,8 Mrd. USD2 in 2003. Verstärkt wurde dieser Prozess durch die schrittweise Integration der mittel- und osteuropäischen Länder (MOEL)3 in die Europäische Union, welche mit dem Unionsbeitritt von acht der zehn MOEL im Mai diesen Jahres zu einem Teilabschluss gelangt.4

Die beschriebene dynamische Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in den Staaten Mittel- und Osteuropas verbunden mit einem starken Zufluss ausländischer Direktinvestitionen gibt Anlass, sich eingehender mit dieser Thematik zu beschäftigen. Eine interessante Fragestellung dabei ist, wie diese Entwicklung zustande kommt und inwieweit ein Wirkungszusammenhang zwischen dem Transformationsprozess und ausländischen Kapitalzuflüssen hergeleitet werden kann. Auch ist es von Belang, mögliche Konsequenzen des beschriebenen Prozesses einschätzen zu können.

Deshalb ist das Ziel dieser Arbeit, die Entwicklung der Direktinvestitionen in den MOEL zu analysieren und Determinanten für diese abzuleiten. In einem nächsten Schritt soll die Bedeutung von Direktinvestitionen für den Transformationsprozess in Mittel- und Osteuropa herausgearbeitet werden. Des Weiteren sollen entsprechende Konsequenzen für die Herkunftsländer der mittel- und osteuropäischen ADI-Zuflüsse aufgezeigt werden.

Bevor mit der Untersuchung begonnen wird, soll das Vorgehen dieser Arbeit erläutert werden. In Kapitel zwei wird zunächst ein Theorie- und Analyse-Rahmen aufgebaut, der als Basis für die Erklärung der Entwicklung und Bedeutung der Direktinvestitionen in den MOEL im weiteren Verlauf der Arbeit dient. Hauptinhaltspunkte dieses Kapitels sind eine definitorische und materielle Abgrenzung des Begriffs Direktinvestitionen, die Beschreibung von Formen und Motiven für diese sowie die Darstellung verschiedener Ansätze zur Erklärung der Direktinvestitionstätigkeit. Das dritte Kapitel umfasst die Analyse des Umfangs und der Entwicklung der ADI in Mittel- und Osteuropa nach Zielländern, Herkunftsstaaten und Branchen. Kapitel vier leitet die Bestimmungsfaktoren für Direktinvestitionszuflüsse in die MOEL ab und fasst diese zu zehn Determinantengruppen zusammen. Im fünften Kapitel wird die Bedeutung der ADI für den Transformationsprozess in den MOEL herausgearbeitet. Dabei werden zunächst grundlegende Auswirkungen auf die MOE-Staaten beschrieben, welche in einem weiteren Schritt detailliert auf Einzelländerebene diskutiert werden. Kapitel sechs beschreibt die Auswirkungen der Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa auf deren Hauptherkunftsländer, die EU-Staaten und insbesondere Deutschland. In einer Schlussbetrachtung im siebten Kapitel sollen die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit kurz zusammengefasst werden und darauf aufbauend Ansatzpunkte sowohl zur Verbesserung der Standortqualität der MOEL als auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Geberländer aufgezeigt werden. 

2 Theorie- und Analyse-Rahmen

Um die ADI in den Transformationsstaaten Mittel- und Osteuropas zu untersuchen, soll in diesem Kapitel ein Theorie- und Analyserahmen zur Erklärung des Zustandekommens von Direktinvestitionen aufgebaut werden. Nach einer definitorischen und materiellen Begriffsabgrenzung im ersten Abschnitt werden in einem zweiten Unterkapitel kurz die wichtigsten Formen der Direktinvestitionen aufgezeigt und im dritten Abschnitt die grundlegenden Motive für Direktinvestitionen beschrieben. In der Folge gilt es verschiedene in der Literatur erwähnte Ansätze der Direktinvestitionstheorie darzustellen. Im Rahmen dessen werden bedeutende Partialansätze präsentiert, die im weiteren Verlauf der Arbeit insbesondere zur Erklärung der Determinanten für Investitionen in den MOEL von Bedeutung sind. Anschließend daran wird im fünften Unterkapitel Dunnings eklektischer Ansatz beschrieben, welcher die verschiedenen partiellen Theorieansätze kombiniert.5

[....]


1 Vgl. DIERKS (2002), S. VII-VIII; BALCEROWICZ (1994), S. 43-45; CLUSE (1999), S. 10-11.

2 Vgl. Abb. 1 im Anhang bezüglich der Entwicklung der ADI in den MOEL10. Für die in dieser Arbeit durchgeführten Analysen werden Netto-Zahlen verwendet, d.h. die um die in den MOEL geringen ADIAbflüsse bereinigten Zuflüsse von ADI.

3 Diese Arbeit befasst sich mit den zehn mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten, da bei diesen der Transformations- und Integrationsprozess am signifikantesten und deshalb von besonderem Interesse ist. Zu diesen Staaten zählen: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn, die 2004 der EU beitreten, sowie Bulgarien und Rumänien, die 2007 EU-Mitglieder werden.

4 Vgl. GARIBALDI et al. (2001), S. 109-110; CERNAT/ VRANCEANU (2002), S. 119-120; SCHUMANN (1999), S. 15-18; PLUM (1995), S. 1-4; WEBER (1994), S. 10-15; BRADA (2003), S. 3-4; SPRENGER (1999), S. 3.

5 Vgl. KÖNIG (2001), S. 7; OSTASZEWSKA (2002), S. 25.


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