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Die Vertreibung der Sudetendeutschen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 24 Pages
Author: Daniela Hendel
Subject: History - National Socialism, World War II

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2000
Pages: 24
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V24470
ISBN (E-book): 978-3-638-27341-1
ISBN (Book): 978-3-638-84241-9
File size: 181 KB
Notes :
Im Zeitraum von 1918 bis nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Entwicklung bis hin zur Vertreibung der Sudetendeutschen untersucht unter Berücksichtigung des Standpunktes tschechischer Historiker.


Abstract

Die Arbeit gibt einen Überblick über die Geschichte der Minderheit der Sudetendeutschen innerhalb des tschechoslowakischen Staates bis zu ihrer Vertreibung. Die Darstellung beginnt im Jahr 1918 nach der Ausrufung der tschechoslowakischen Republik und führt über die nationalsozialistische Herrschaft im Protektorat bis hin zur Rolle der Exilregierung und der Alliierten bei der Lösung der Sudeten-Frage. Dieses Thema wurde in der Tschechoslowakei lange unterdrückt und erst seit 1989 kommt es zu einer schrittweisen Öffnung und zu einer Überarbeitung der historischen Sicht. Insbesondere die Erkenntnisse tschechoslowakischer Historiker fließen in diese Arbeit ein. Ethnische Säuberungen wurden im 20. Jahrhundert als probate Mittel für Gründungen bzw. Befriedungen von Nationalstaaten angesehen. Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Vertreibung der Sudetendeutschen als Genozid bzw. als kultureller Genozid bezeichnet werden kann.


Excerpt (computer-generated)

Die Vertreibung der Sudetendeutschen

 


von: Daniela Hendel

Inhaltsverzeichnis

Einführung 2 - 4

1. Vorgeschichte bis zum 2. Weltkrieg

1.1. Der tschechoslowakische Staat und die Sudetendeutschen bis zum Münchner Abkommen 4 - 5
1.2. Das Münchner Abkommen und der Einmarsch der Deutschen 5 - 6

2. Die nationalsozialistische Herrschaft im Protektorat und in den abgetrennten Ländern

2.1. Politik im Protektorat 6 - 9
2.2. Die Politik im sogenannten Sudetenland 9 - 10
2.3. Zusammenfassung der nationalsozialistischen Politik im Protektorat und im Sudetenland 10- 11

3. Die Rolle der Exilregierung und der Alliierten bei der Lösung der Sudeten-Frage 11- 12

3.1. Die Verhandlungen zwischen Benes und der Treuegemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten 12- 16
3.2. Die Rolle der Alliierten 16- 18

4. Verlauf der Vertreibung und Aussiedlung 18- 21

5. Zusammenfassung 21- 23

6. Literatur 24

 


 

 

Einführung

Der Name Sudetendeutsche bürgerte sich erst nach der Ausrufung der tschechoslowakischen Republik 1918 ein. Vorher bezeichnete er die geographische Lage, v.a. im Norden Böhmens, in der bereits seit dem Mittelalter Deutsche siedelten.

Sicherlich kann man die Vertreibung der Sudetendeutschen nur bedingt von der Vertreibung der Deutschen aus den besetzten Gebieten gegen Ende des 2. Weltkrieges losgelöst betrachten, allerdings gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zuerst fällt dabei ins Auge, daß es sich hier um eine Vertreibung von eigenen Staatsbürgern handelt.

Allein der Begriff Vertreibung weist schon darauf hin, daß es sich hier um eine einseitige Aktion handelte, nicht vergleichbar mit dem erstmalig nach dem 1. Weltkrieg praktizierten Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland. Auch wenn der angebliche Erfolg dieses Bevölkerungstransfers eine maßgebliche Rolle spielte bei der Lösungssuche, wie mit den Deutschen zu verfahren sei. Eva Schmidt-Hartmann weist in ihrem Artikel auf die Konnotation des tschechischen Wortes odsun und die Schwierigkeiten bei der Übersetzung hin. Odsun sei weniger mit Vertreibung, Ausweisung, Aussiedlung oder Transfer zu übersetzen, als mit Ausschub. Es gehöre im Grunde nicht zum lebendigen tschechischen Wortschatz, sondern wird seit Ende des Krieges wie eine Neuschöpfung gebraucht. "Odsun: das suggeriert nach seinem Klang eine alles überwältigende Schubkraft, die jeden Widerstand beiseite räumt." (1) Es handelt sich dabei weder um eine organisierte Umsiedlung innerhalb des eigenen Staatsgebietes, wie sie Stalin z.B. mit den Wolgadeutschen vornahm, um sie aus der Frontlinie zu nehmen. Noch handelt es sich um eine Rückführung bzw. Zusammenführung von verstreuten, angeblich jedoch zusammengehörenden Bevölkerungsteilen, wie sie Hitler praktizierte. Die Deutschen wurden aus ihrer Heimat vertrieben, der sie jahrhundertelang in wechselnden Formen, zuletzt als Staatsbürger, angehörten.

Diese besondere Situation führt auch zu der Aktualität der Frage von Entschädigungen, bzw. Rückübertragungen an die deutsche ausgesiedelte Bevölkerung, die seit 1945 immer wieder von den sudetendeutschen Verbänden vorgetragen wurde und immer wieder zu diplomatischen Verwicklungen zwischen der CSR und der bundesdeutschen Regierung führte.

[...]


(1) Schmidt-Hartmann, Eva; S.178


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