Ethische Fragestellungen in der Medizin: Hirntodkonzept und Transplantation

Autor: Daniel Sommerlad
Fach: Medizin

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Details

Veranstaltung: Kurs ökologisches Stoffgebiet-Teilgebiet Sozialmedizin
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (FB Medizin)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 9
Note: keine
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 126 KB
Archivnummer: V2464
ISBN (E-Book): 978-3-638-11497-4

Textauszug (computergeneriert)

"Ethische Fragestellungen in der Medizin:
Hirntodkonzept und Transplantation"

Hausarbeit im Kursteil Sozialmedizin
des "Kursus ökologisches Stoffgebiet"

vorgelegt im WS 2000 / 01
von

Daniel Sommerlad

Einleitung 1
I. Hirntod - Eine pragmatische Umdefinierung des Todes? 2
II. Ebenen der Hirntoddiskussion 4
III. Zusammenhang zwischen Hirntod und Transplantation 5
IV.Ausblick 7

Einleitung

Als im Jahr 1967 dem südafrikanischen Chirurgen Christiaan Barnard die erste Herztrans-plantation gelang, geschah dies vor dem Hintergrund eines Paradigmenwechsels im Zuge der sich entwickelnden Intensivmedizin, die scheinbar klinisch "tote" Patienten mittels Reanimation erstmals wieder zum Leben erwecken konnte.

Parallel in verschiedenen Staaten begannen deshalb Ärzte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, die bestehende Definition des Todes auf der Grundlage des Herz-Kreislauf-Stillstands infrage zu stellen und eine Neudefinition zu fordern. Offizielle Stellungnahmen wie die des "Ad Hoc Committee" der Harvard Medical School führten bald zur Durchsetzung eines neuen Hirntod-Kriteriums, nachdem die Arbeit 1968 unter dem Titel "A definition of irreversible coma" erschienen war1.
Intensive Diskussionen hatten in Deutschland schon vor der Veröffentlichung der Harvard-Kriterien begonnen, und 1968 schlossen sich ebenfalls die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesie der neuen Hirntod-Definition an.

Bereits unmittelbar nach Erscheinen des Harvard-Berichts haben sich kritische Stimmen gegen die Einführung des Hirntodkriteriums bzw. die Begleitumstände erhoben, ein besonders prominenter Vertreter der Kritiker war Hans Jonas mit seiner Arbeit "Gehirntod und menschliche Organbank - Zur pragmatischen Umdefinierung des Todes"2.

Die Kritker wandten sich gegen die nun entstehende Möglichkeit, Organtransplantationen mit den Organen hirntoter Menschen zu vollziehen, und warfen den Beteiligten vor, Patienten als "lebende Ersatzteillager" zu benutzen.

Im Rahmen dieser Arbeit soll der Zusammenhang zwischen Hirntod und Organtransplantation im Hinblick auf seine ethisch-moralische Dimension dargestellt werden, zunächst insbesondere der Vorwurf der "pragmatischen Umdefinierung". Anschließend sollen die verschiedenen Ebenen der Diskussion dargestellt werden. Im dritten Teil der Arbeit schildere ich schließlich den Zusammenhang zwischen Hirntod und Transplantation.

Diese Arbeit befasst sich nicht mit den neurologischen, juristischen und technischen Aspekten. Sie befasst sich ebenfalls nicht mit dem sog. "Teilhirntod", einem isolierten Absterben von Teilen des Gehirns wie des Großhirns. Selbst die Befürworter des Hirntods stehen diesem Sachverhalt skeptisch gegenüber (etwa bezüglich geistig Behinderten oder Anenzephalen).

[...]

1 "A definition of irreversible coma. Report of the Ad Hoc Committee of the Harvard Medical School to Examine the Definition of Brain Death." JAMA 1968 Aug 5;205(6):337-40 (im folgenden zitiert als Harvard-Report)

2 Jonas, Hans: Technik, Medizin und Ethik, Frankfurt a.M., Suhrkamp 1996.

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