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Bellum Iustum: Der gerechte Krieg in Bildern der Heidelberger Handschrift des Rolandsliedes des Pfaffen Konrad

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Andre Vatter
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V24757
ISBN (E-book): 978-3-638-27552-1

File size: 363 KB
Notes :
Besprochen werden die Hintergründe der Entstehung des Rolandslieds, zudem wird eine detaillierte Analyse der 39 Federzeichnungen geboten. Letztlich finden sich fünf Deutungsansätze zu den Miniaturen, ihren Intentionen und Funktionsweisen.



Excerpt (computer-generated)

BELLUM IUSTUM
DER GERECHTE KRIEG IN BILDERN DER
HEIDELBERGER HANDSCHRIFT DES
ROLANDSLIEDES DES PFAFFEN KONRAD

 


von: André C. Vatter

Inhalt

1. Einführung: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. 02

2. Das Rolandslied im Detail. 02

2.1 CPG 112: Die Geschichte der Heidelberger Handschrift. 02
2.2 Text- u. Bildvarianten: Weitere Überlieferungen des Rolandslieds. 03

3 Scriptura: Der Text der Heidelberger Handschrift. 04

4 Pictura: Die Zeichnungen der Heidelberger Handschrift. 05

4.1 Allgemeine Feststellungen. 05
4.2 Original / Kopie: der Bilderzyklus der Heidelberger Handschrift. 06
4.3 Superbia librorum: Über die Schlichtheit der Bilder. 08
4.4 Schrift und Bild: Differenzen und Korrespondenzen. 09

5. Funktionsweisen und Gebrauch der Zeichnungen. 11

5.1 Das Triptychon: Ein theologisches Bild- und Literaturprogramm. 11
5.2 Kunst und Krieg: Auf der Suche nach göttlicher Legitimierung. 13
5.3 Bellum iustum: Der gerechte Krieg in Bildern. 14
5.4 Memoris: Bilder und ihre Rolle im Erinnerungsdiskurs. 17
5.5 Incarnazione: die Fleischwerdung im Bild. 19

6. Ein Ausblick. 20

Literaturverzeichnis 21


 

 

 

 

1. Einführung: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad.

Deutsches Chanson de geste, Kreuzzugsepos und historiographische Biographie eines der berühmtesten Helden des literarischen Mittelalters: das Rolandslied (um 1172) des Pfaffen Konrad lässt viele Deutungen und Schlüsse in Bezug auf Nutzen und Funktion zu. 9.094 Verse und 39 Federzeichnungen sind von der Heidelberger Handschrift (CPG 112) bis heute erhalten geblieben: der erste bebilderte Codex der Sage um den folgenschweren Spanienfeldzug Karls des Großen im Jahr 778.

In das Zentrum paläographischen Interesses sind in neuer Zeit zunehmend die Miniaturen der Bilderhandschrift gerückt: unscheinbar schmucklos, scheinbar dekontextualisiert und arbiträr in der Motivwahl geben sie Anlass zur näheren Untersuchung ihrer Funktion im Text-Bild-Verhältnis und ihrer Rolle als affirmative Begleiter der strengen Handschrift. Diese Arbeit will sich mit Ursprüngen und Hintergründen auseinandersetzen, ihre medialen Möglichkeiten in einer neuen Schriftkultur aufzeigen und schließlich konkrete Interpretationen ihres Einsatzes bieten. Zunächst aber soll ein kleiner Überblick über die Handschrift selbst und ihre Nebenüberlieferungen erfolgen.

2. Das Rolandslied im Detail.

2.1 CPG 112: Die Geschichte der Heidelberger Handschrift.

Die Handschrift des Rolandsliedes befindet sich seit spätestens 1558 in Heidelberg, zunächst in der Schlossbibliothek von Kurfürst Ottheinrich (reg. 1556 - 1559), der später die dortigen Buchbestände mit denen der Bibliothek des Heilig- Geist-Stifts vereinigte und so zur Entstehung der bedeutendsten Bibliothek des 16. und 17. Jahrhunderts beitrug: der Bibliotheca Palatina. Vor allem wegen der großen Masse theologischer, und hier überwiegend evangelischer Literatur, war die Bibliothek für Papst Gregor XV. (1554 -1623) von größtem Interesse, der sämtliche Codices nach der Eroberung der protestantischen Pfalz 1622 als Kriegsbeute nach Rom bringen ließ. Erst zwei Jahrhunderte später, 1816, nach den Napoleonischen Kriegen wurde ein Großteil der deutschen Handschriften (etwa 850) zurück nach Heidelberg gebracht, darunter auch die Bilderhandschrift des Rolandsliedes des Pfaffen Konrad.1

Heute befindet sich die Heidelberger Handschrift in einem eher mittelmäßigen Zustand, was zum einen an dem ursprünglich benutzten Pergament minderer Qualität liegt, zum anderen an der inadäquaten Zubereitung des Codex selber, dessen Schriftbild durch Löcher und Risse gestört wird. Letztlich ist die ungeschickte Zuschneidung durch den Buchbinder für den Verlust von oberen und unteren Bereichen einiger Zeichnungen verantwortlich (vgl. fol. 5v , 32v , 47r).

2.2 Text- u. Bildvarianten: Weitere Überlieferungen des Rolandslieds.

[...]


1 Weitere Hintergründe zur Buch- und Bibliotheksgeschichte der "Bibliotheca Palatina" bietet Karin Zimmermann auf den WWW-Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg.
2 Für einen genauen Vergleich der Miniaturen der Handschriften P und A siehe Lejeune: Rolandssage, Abb. 92ff.


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