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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 26 Pages
Author: Alina Meyer
Subject: Musicology
Details
Institution/College: LMU Munich (Musikpädagogik)
Tags: Orff-Instrumentarium, Perkussion, Musikpädagogik, Instrumentalpädagogik
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-27893-5
File size: 259 KB
- Orffs Biographie (Überblick) - eingehende Behandlung des Orff-Instrumentariums - Schlagwerk in der heutigen Musikpädagogik (ausgehend vom Orff-Instrumentarium) - Improvisation - Günther-Schule - "Musik für Kinder" etc.
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
INSTITUT FÜR MUSIKPÄDAGOGIK
Hauptseminar: Instrument-Instrumentalspiel Instrumentalpädagogik
Semester: Sommersemester 2003
8. Semester Musikpädagogik
Vom klassischen Orff-Instrumentarium zur modernen
Perkussion in der Musikpädagogik
von: Alina Resch
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Das „Elementare“ bei Orff 4
III. Carl Orff – ein biographischer Überblick 5
IV. Das Orff-Instrumentaium 9
4.1. Stabspiele 10
4.1.1. Holzstabspiele 10
4.1.2. Metallstabspiele 11
4.2. Das kleine Schlagwerk 12
4.3. Das große Schlagwerk 15
4.4. Weitere Ins trumente des Orff-Schulwerks 17
V. Das Instrumentarium des Orff-Schulwerks im zeitlichen Wandel 18
5.1. Güntherschule 18
5.2. „Musik für Kinder“ 19
VI. Improvisation 21
VII. Das Schlagwerk in der heutigen Musikpädagogik 22
VIII. Ausblick 25
IX. Quellenverzeichnis 26
I. Einleitung
Perkussion ist heutzutage in der praxisorientierten Musikpädagogik nicht mehr wegzudenken. Sei es im Kindergarten, im Musikunterricht der Schule oder in der musikalischen Früherziehung – Perkussionsinstrumente und damit eine Weiterentwicklung des Orff- Instrumentariums – bilden einen festen Bestandteil für die Erziehung von Musik und Bewegung. So entwickelte sich im Laufe der Jahre vom Orff-Instrumentarium ausgehend ein breites Spektrum an Perkussionsinstrumenten, deren Ursprung aus vielen verschiedenen Musikkulturen herrührt und meist im Zusammenhang mit Liedern oder Geschichten zum Einsatz kommt.
Die ersten Vorreiter dieser Entwicklung waren berühmte Pädagogen wie J. H. Pestalozzi oder E. Jaques-Dalcroze in seiner rhythmischen Gymnastik um die Jahrhundertwende. Auch Carl Orff begleitete ganz zu Anfang seine Schüler in der Güntherschule nur am Klavier – allerdings fand er sehr schnell Lösungen für ein geeignetes, die Rhythmik unterstützendes Klangbild zur Begleitung der Tänze. Es sollte eine Einheit zwischen Musik und Bewegung gebildet werden, weswegen Orff sich auch um Instrumente bemühte, die von den teilweise musikalisch unerfahrenen Tänzern ausgeübt werden konnten. Durch sein reges Interesse an fremden Musikkulturen sowie an der Musik des Mittelalters entwickelte Orff ein spezielles Instrumentarium, welches hauptsächlich aus Schlaginstrumenten besteht. In jeder Musikkultur gelten die Perkussionsinstrumente als wesentlicher Bestandteil der Musik, so dass die zentrale Funktion dieser auch in die Musikpädagogik mit einbezogen werden muß. Orff befasste sich als einer der ersten Pädagogen mit der Einbeziehung von Schlaginstrumenten in die Musikerziehung. Da ihm das Natürliche und die Lebendigkeit der Musik sehr am Herzen lag, arbeitete er mit Mitarbeitern ein Schulwerk heraus, in dem er die Musik, den Rhythmus und den Tanz zu vereinen wußte. Die Kombination aus diesen drei Elementen fasste er unter den Begriff „elementare Musikübung“ zusammen. Ein wichtiger Punkt war auch die Improvisation, um eine wirkliche Spontaneität, Phantasie und Kreativität – die eigentlichen Grundsätze der Musik – zu verwirklichen. Die folgende Ausarbeitung soll einen Überblick über die Entstehung des Orff- Instrumentariums bilden, die Ausweitung und Weiterentwicklung desselben aufzeigen, um das heutige Schlagwerk in der Musikpädagogik zu begründen.
II. Das „Elementare“
Der Begriff „Elementar“ umfasst im Allgemeinen alles, was grundlegend und wesentlich ist und selbst einem Anfänger oder Unerfahrenen bekannt. In diesem Zusammenhang wird dieser Begriff mit Musikübung in Verbindung gesetzt, dessen Definition wie folgt lautet: Orff verstand das Elementare als unlösbare Einheit von Musik, Bewegung und Spiel. Sie ist eine Musik, die man selbst tun muß, in die man nicht als Hörer, sondern als Mitspieler einbezogen ist. Sie ist vorgeistig, kennt keine große Form, keine Architektonik, sie bringt kleine Reihenformen, Ostinati und kleine Rondoformen. Elementare Musik ist erdnah, naturhaft, körperlich, für jeden erlernbar und dem Kinde gemäß.1 Deswegen fordert Orff die enge Verbindung von Bewegung und Musik, da er den Sinn für die innere Bewegung, für die Ganzheit sowohl eines Rhythmus als auch einer Melodie wecken möchte. Diesen Grundsatz bildet Orff auch als oberste Aufgabe des Schulwerks.2 Außerdem ist es ihm sehr wichtig, daß die enge Verbindung des Rhythmus mit der Musik kein leeres, auswendig gelerntes, totes Gebilde ist, sondern als jeweils das Lebendige und die Improvisation unterstützende Element gesehen wird. Durch diese Erkenntnis bildet der Pädagoge in seinen zahlreichen Studien vor allem an der Güntherschule seine rhythmischmelodische Übung heraus, dessen beiden Teile in der Übung zwar äußerlich betrachtet erst in den nur rhythmischen und in den rhythmisch- melodischen Teil zerfallen, aber nie wirklich getrennt als separate Teile durchgearbeitet werden sollten. Als grundlegende Form des Schulwerks wird das Arbeiten in der Gruppe gesehen. Dadurch kann erst ein Miteinander im Musizieren und Improvisieren entstehen, es entspricht der Natur des elementaren Musizierens.
Obwohl man zwar das eigentliche Ziel des Schulwerks nur im Gruppenunterricht verwirklichen kann, dienen Einzelübungen als unumgängliche Hilfe zur richtigen Beherrschung der elementare Darstellungsmittel und ihrer Techniken. 3 Festzuhalten ist immer der Modellcharakter des Schulwerks, der die improvisatorische und didaktische Freiheit als wichtigsten Grundsatz nimmt. So werden rhythmische Übungen, Sprechen, Singen, Instrumentalspiel (Trommel, Pauken, Stabspiele, Blockflöten), Improvisations- und Dirigierübung4 im Rahmen des Schulwerks gelehrt. Neben dem Einüben des Instrumentariums werden die Kinder mit den theoretischen Grundlagen wie Tonarten, Dur und Moll etc. vertraut gemacht.
III. Carl Orff – ein biographischer Überblick
[...]
1 Orff, In: OJB 1963, S.16
2 Twittenhoff, S. 9
3 Keetman, Elementaria, S. 11
4 Orff 1976, S. 226
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