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Harry Potter - Einführung in die Weltanschauung unter religionspädagogischer Perspektive

Scholary Paper (Seminar), 2003, 32 Pages
Author: Inga Riedel
Subject: Theology - Didactics, Religion Pedagogy

Details

Event: „Möge die Macht mit dir sein!“
Institution/College: University of Bremen
Tags: Harry, Potter, Einführung, Weltanschauung, Perspektive, Macht
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 32
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V25187
ISBN (E-book): 978-3-638-27896-6
ISBN (Book): 978-3-638-86700-9
File size: 367 KB

Abstract

Das Zeitalter der Bücher war bereits abgeschrieben, als J.K Rowling die Welt mit ihrer Harry Potter Reihe überraschte. Millionen von Kindern und auch Erwachsenen stürzten sich auf die bisher vier erschienenen Bände (sieben sollen es am Ende sein). Eine wahre Hysterie brach aus und der Markt wurde von Merchingdisingprodukten überschwemmt. Die beiden ersten Bände sind bereits verfilmt. Weitere sollen im jährlichen Wechsel mit den noch nicht erschienenen Bücher heraus gebracht werden. Doch wurde dieser Harry Potter Wahn nicht nur positiv gehandelt, sondern fand genauso schnell seine Gegner. Besonders die religiöse Welt wurde von Harry Potter gespalten. Auf der einen Seite wird Harry als Prophet gefeiert und auf der anderen Seite wird er als Teufelswerk aus den Bibliotheken und Schulen verbannt. Dabei können nicht nur christliche Anlehnungen entdeckt werden, sondern auch antik mythologische, anglo- keltische und märchenhafte Anspielungen. Obwohl die Harry Reihe noch nicht vollständig erschienen ist, gibt es schon eine Unmenge an Sekundärliteratur. Die Interpretationen zielen dabei auf die ersten vier Bände, gehen sogar teilweise über sie hinaus. Thesen können von den fehlenden drei Bänden unterstrichen oder wiederlegt werden. Diesbezüglich kann im Folgenden nur auf den momentanen Stand zurückgegriffen werden.


Excerpt (computer-generated)

Universität Bremen
Fachbereich 9
Schriftliche Ausarbeitung eines Referates in der Lehrveranstaltung
„Möge die Macht mit dir sein!“
ECTS: 3 im WS 2002/2003

Harry Potter - Einführung in die Weltanschauung
unter religionspädagogischer Perspektive

von: Inga Riedel

 


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 4

1. Die antike Mythologie 5

1.1 Personen, die durch die antike Mythologie beeinflusst sein könnten 5
1.2 Tiere, die durch die antike Mythologie beeinflusst sein könnten 9

2. Anglo- keltische Sagen 11

2.1 Die Sage um Artus 11
2.2 Gegenstände 12

3. Märchen 13

3.1 Aschenputtel 13
3.2 Dornröschen 13
3.3 Das tapfere Schneiderlein 14
3.4 Gegenstände 15

4. Christliche Argumente 16

4.1 offensichtliche Argumente 16
4.2 verdeckte Argumente 16
4.3 Gegenstände 21

5. Okkultismus 22

5.1 okkulte Anschuldigungen 22
5.2 okkultes Ritual 23

6. Unterrichtsvorschläge 24

6.1 allgemeine Vorschläge 24
6.2 konkreter Vorschlag 25

Schlusswort 27

Quellenverzeichnis 27
Darstellungsverzeichnis 30
Abkürzungsverzeichnis 31





Einleitung

Das Zeitalter der Bücher war bereits abgeschrieben, als J.K Rowling die Welt mit ihrer Harry Potter Reihe überraschte. Millionen von Kindern und auch Erwachsenen stürzten sich auf die bisher vier erschienenen Bände (sieben sollen es am Ende sein). Eine wahre Hysterie brach aus und der Markt wurde von Merchingdisingprodukten überschwemmt. Die beiden ersten Bände sind bereits verfilmt. Weitere sollen im jährlichen Wechsel mit den noch nicht erschienenen Bücher heraus gebracht werden.
Doch wurde dieser Harry Potter Wahn nicht nur positiv gehandelt, sondern fand genauso schnell seine Gegner. Besonders die religiöse Welt wurde von Harry Potter gespalten. Auf der einen Seite wird Harry als Prophet gefeiert und auf der anderen Seite wird er als Teufelswerk aus den Bibliotheken und Schulen verbannt. Dabei können nicht nur christliche Anlehnungen entdeckt werden, sondern auch antik mythologische, anglo- keltische und märchenhafte Anspielungen.

Obwohl die Harry Reihe noch nicht vollständig erschienen ist, gibt es schon eine Unmenge an Sekundärliteratur. Die Interpretationen zielen dabei auf die ersten vier Bände, gehen sogar teilweise über sie hinaus. Thesen können von den fehlenden drei Bänden unterstrichen oder wiederlegt werden. Diesbezüglich kann im Folgenden nur auf den momentanen Stand zurückgegriffen werden.

1. Die antike Mythologie

Joanne K. Rowling hat in Exeter Klassische Philologie ( Altgriechisch und Latein) studiert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie aus dem Reichtum ihres Wissens schöpft, um ihre Themen, Motive und Figuren zu gestalten. Die antike Mythologie ist definiert durch Götter- und Heldensagen aus der Vorzeit der Griechen und Römer. Überliefert wurden die alten Werke durch Dichter, die den Wert der Sagen, die spätere christliche Gedankenwelt zu beeinflussen, erkannten.

1.1 Personen, die durch die antike Mythologie beeinflusst sein könnten

Die amerikanische Wissenschaftlerin Elizabeth D. Schafer meint in Hogwarts den Olymp wieder zu erkennen, den Sitz der altgriechischen Götter und Göttinnen. Göttervater Zeus wäre demzufolge Albus Dumbledore, Athene würde von Minerva McGonagall kopiert, Hagrid sei Poseidon und Professor Quirell sei Janus. In Folge dessen wäre der Flugunterricht auf den Besen gleich zu setzen mit der Sage um Daidalus und Ikarus.

Albus Dumbledore begegnet uns im HP-Roman als Schulleiter von Hogwarts. Sein Vorname Albus ist lateinisch und bedeutet weiß, wie sein knielanger Bart. Er wird als gutmütig beschrieben, immer zu einem Scherz bereit und ein lustiges Lied brummend. Dies könnte auf seinen Nachnamen zurück geführt werden, der übersetzt Hummel bedeutet. Und auch Hogwarts kann als Hummelnest beschrieben werden. Einem Hummelnest gleich schwirren die Schüler durch die Gänge und ein ständiges surren und brummeln liegt in der Luft. Als höchste Hummel verteidigt Dumbledore sein Nest, wenn nötig auch mit einem Stachel. Seine Fähigkeiten als Zauberer und Leiter sind hoch anerkannt, denn auch das Zauberministerium wollte ihn für sich gewinnen. „Wollten natürlich Dumbledore als Minister haben [erklärt Hagrid], aber der würde nie von Hogwarts weggehen. Deshalb hat Cornelius Fudge die Stelle bekommen. Gibt keinen größeren Stümper. Schickt also Dumbledore jeden Morgen ein Dutzend Eulen und fragt ihn um Rat.“(HP I, S.74) Dumbledore ist weiterhin Großzauberer, Hexenmeister, Mitglied der internationalen Vereinigung der Zauberer und im Orden der Merlin. Trotz dieser hohen Titel ist Dumbledores Macht durchaus begrenzt. Er hat keinen Einfluss auf den Tod und seine menschlichen Schwächen sind deutlich zu erkennen. „Er hat eine eilige Eule vom Zauberministerium erhalten und ist sofort nach London geflogen.“ (HP I, S. 290) Kaum ist Dumbledore jedoch außer Haus, beginnt die Gefahr für Harry und seine Freunde und Dumbledore erkennt, dass er die Schule nie hätte verlassen dürfen. „Kaum hatte ich London erreicht, war mir klar, dass ich eigentlich dort dein sollte, wo ich gerade hergekommen war:“ (HP I, S. 322)
Der griechische Gott Zeus zum Vergleich, besitzt ähnliche Eigenschaften. Zeus war zunächst der Wettergott. Mit der Zeit wurden ihm aber immer mehr Eigenschaften nachgesagt, wie zum Beispiel die Rolle des schützenden Hausvaters; er sorgte für Sitte und Ordnung des Staates, er hütete die Freiheit und das Recht. Es gab kaum einen Lebensbereich, in dem er keine Rolle gespielt hätte. Dennoch ist auch Zeus nicht allmächtig und schreckt vor dem Urteil der Moiren zurück.

Die Tochter Zeus war die Göttin Athene, die mit Minerva (der Schirmherrin der Handwerker, Dichter und Lehrer) am Ende des dritten Jahrhunderts gleichgesetzt wurde. Der Vorname McGonagalls beruht auf diese altitalienische Göttin Minerva. Die Funktion Minervas kam der, der christlichen Mutter Gottes Maria nah. Im 13. Jahrhundert wurde in Rom auf einem ehemaligen Minerva- Tempel eine Marienkirche erbaut. „Santa Maria sopra Minerva…” (Santa Maria über Minerva). Auffällig war die Dominanz der christlichen Maria über die heidnische Minerva, aber mit dem Kultort hielt man doch an einer rituellen Kontinuität fest.
Betrachtet man nun Minerva McGonagall, verblüfft die Ähnlichkeit mit der Göttin Athene. Athene war die griechische Göttin des Kampfes und des Sieges, aber auch der Weisheit. Sie war Schirmherrin des staatlichen Lebens und Patronin der Künste, der Wissenschaft und des Handwerkes. Im Laufe der Zeit galt sie als bewaffnete Schutzgöttin des Burgherren und der Burg. Während ihrer Kämpfe soll sie jeweils einzelne Helden in bestimmten Maße unterstützt haben.

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