Autor: Sabine Reichert
Fach: Wirtschaft - Wirtschaftspolitik
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Jahr: 2004
Seiten: 93
Note: 1,5
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 492 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-27999-4
ISBN (Buch): 978-3-638-73733-3
Diese Arbeit gehört zu folgenden Fachgebieten: Sozialwissenschaft, Volkswirtschaft, Gesellschaftspolitik, Wirtschaftspolitik
Zusammenfassung / Abstract
…. Es ist generell festzustellen, dass der Arbeitsmarkt seit rund dreißig Jahren durch ein Ungleichgewicht der Produktionsfaktoren, von Angebot und Nachfrage, in ganz Europa gekennzeichnet ist. D.h., dass die Schere zwischen denen, die Arbeit suchen, und der Zahl der offenen Arbeitsstellen immer mehr auseinander klappt. Um diesen Verlauf zu stoppen oder gar rückgängig zu machen ist nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politik bzw. die ganze Gesellschaft gefordert, womit wir beim Thema dieser Arbeit und einer Menge Fragen sind: - Was ist der Arbeitsmarkt und wie sieht die allgemeine Situation auf diesem Markt aus? Besteht die veraltete Rollenverteilung zwischen Frauen und Männer noch immer? Inwieweit hängt die Arbeitszeit oder die Familienpolitik mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zusammen? Kann oder muss sich die Gesellschaft dem Strukturwandel anpassen? Wie sieht es mit der Arbeitsmarktpolitik aus? Ist sie zum Versagen verurteilt? Können die Reformvorschläge der Hartz-Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ eine Veränderung auf dem Arbeitsmarkt bewirken? Versagt die Wirtschaft, die Politik oder gar die ganze Gesellschaft? etc. Um sich diesen Fragen zu nähern wird die Arbeit wie nachfolgend aufgezeigt, bearbeitet, wobei aufgrund des vorgegebenen Rahmens und der Komplexität dieses Themas nicht alle Aspekte abschließend behandelt oder berücksichtigt werden können.
Textauszug (computergeneriert)
Diplomarbeit - Wintersemester 2003/2004
zur Erlangung des Titels Diplom-Kauffrau (FH)
Thema: Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und
die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland
Verfasser: Sabine Reichert
Abgabetermin: 09. März 2004
Inhaltsverzeichnis
Tabellenübersicht
1 Einleitung ... 1
2 Der Arbeitsmarkt in Deutschland ... 5
2.1 Begriffsdefinition: „Arbeitsmarkt“ ... 5
2.2 Allgemeine Situation auf dem Arbeitsmarkt ... 6
2.3 Geschlechtsspezifisches Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt durch eine veraltete Rollenzuschreibung ... 13
2.4 Besonderheiten der Arbeitssituation, denen sich Erwerbstätige heutzutage stellen müssen ... 18
3 Ausgewählte Einflussfaktoren des Arbeitsmarktes ... 25
3.1 Vereinbarkeit von Familie und Beruf ... 25
3.2 Arbeitszeitflexibilisierung ... 32
3.3 Wertewandel in der Arbeits- und Lebenswelt ... 37
3.4 Arbeit in der Informationsgesellschaft ... 42
4 Arbeitsmarktpolitik ... 49
4.1 Begriffsdefinition: „Arbeitsmarktpolitik“ ... 49
4.2 Arbeitsmarktpolitik im Umbruch 50
4.3 Arbeitsmarktpolitische Instrumente ... 58
4.4 Umsetzung der Hartz-Vorschläge anhand von fünf Modulen ... 61
5 Schlussbetrachtung ... 78
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Es ist auffallend, dass der Arbeitsmarktpolitik seit einigen Jahren die entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der ständig wachsenden Arbeitslosigkeit und beim Aufbau von Beschäftigung zugebilligt wird. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Thema: „Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland“ im Laufe der letzten 30 Jahre immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, da dieses stets mit sozialen Konflikten gekoppelt war und ist.
Seit den 70er-Jahren ist der Arbeitsmarkt in Deutschland durch einen tiefgreifenden Strukturwandel gekennzeichnet. Zum einen erhöhte sich die Arbeitslosenquote um ca. 7 Prozentpunkte, aufgrund der Folgen des Ölpreisschocks Mitte der 70er-Jahre und der beginnenden Rezession Anfang der 80er-Jahre. Dieser Trend setzte sich auch dann noch fort, als die Folgen des Preisschocks allmählich überwunden waren, so dass die Arbeitslosenquote auf hohem Niveau verharrte. Diese änderte sich kurz Anfang der 80er-Jahre, wo ein zeitweiliger Rückgang der Arbeitslosenquote verzeichnet werden konnte. Bereits 1990 setzte erneut eine Rezession ein,1 welche die Arbeitslosenzahlen in Januar 2004 auf 4,59 Millionen ansteigen ließ.
Zum anderen strömten Mitte der 60er Jahre vermehrt Frauen auf den Arbeitsmarkt, welches sich durch einen kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigungsrate von Frauen widerspiegelt.2 Es entstand eine Vielzahl von neuen Beschäftigungsverhältnissen, was zu veränderten Anforderungen an die Gestaltung des Arbeitsmarktes führte. Insbesondere hat in diesen Zusammenhang die Teilzeitarbeit sowie die allgemeine Arbeitszeitflexibilisierung deutlich an Bedeutung gewonnen.
Aber nicht nur die vermehrte Erwerbstätigkeit der Frauen, sondern auch die Globalisierung sowie der technische Fortschritt und der damit verbundene Abbau von Arbeitsplätzen etc. sind als Gründe für die hohen Arbeitslosenzahlen zu sehen, von welcher nicht nur Deutschland sondern ganz Europa betroffen ist. Hinzu kommt, dass die deutsche Wiedervereinigung 1989 zu starken Beschäftigungseinbrüchen in ganz Deutschland führte. Auch wenn sich die Situation mittlerweile stabilisiert hat, so handelt es sich bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze um einen schwierigen Prozess, den es zu bewältigen gilt.
Der wirtschaftliche Aufschwung lässt auf sich warten und so sind die Prognosen für die Zukunft sehr ernüchternd. Die weltweite Wirtschaftsflaute hat dazu geführt, dass seit August 2003 die Arbeitslosenzahl wieder über dem Stand des Vorjahres liegt und das Heer der Arbeitslosen Ende 2004 auf fünf Millionen angewachsen sein wird. Somit zeichnet sich bereits jetzt schon ab, dass das Ziel von Finanzminister Hans Eichel (SPD) nicht einzuhalten ist, den Bundeszuschuss für die Bundesanstalt für Arbeit (BA) im Jahre 2004 auf Null zurück zu fahren. Im Gegenteil, aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Konjunktur und der Flaute am Arbeitsmarkt wird die Bundesanstalt für Arbeit (BA) einen Nachschlag von 4,8 Milliarden Euro benötigen, um den schlechten Prognosen entgegenzuwirken.3
Auch stellt die anhaltende Massenarbeitslosigkeit in wirtschaftlicher Hinsicht eine grobe Verschleuderung der möglichen Ressourcen dar, weil ein erheblicher Anteil des Produktionsfaktors „Arbeit“ ungenutzt bleibt und das tatsächlich realisierte Volkseinkommen beträchtlich hinter dem eigentlich möglichen Volksaufkommen zurückbleibt.
Es ist generell festzustellen, dass der Arbeitsmarkt seit rund dreißig Jahren durch ein Ungleichgewicht der Produktionsfaktoren, von Angebot und Nachfrage, in ganz Europa gekennzeichnet ist. D.h., dass die Schere zwischen denen, die Arbeit suchen, und der Zahl der offenen Arbeitsstellen immer mehr auseinander klappt. Um diesen Verlauf zu stoppen oder gar rückgängig zu machen ist nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politik bzw. die ganze Gesellschaft gefordert, womit wir beim Thema dieser Arbeit und einer Menge Fragen sind:
- Was ist der Arbeitsmarkt und wie sieht die allgemeine Situation auf diesem Markt aus? Besteht die veraltete Rollenverteilung zwischen Frauen und Männer noch immer? Inwieweit hängt die Arbeitszeit oder die Familienpolitik mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zusammen? Kann oder muss sich die Gesellschaft dem Strukturwandel anpassen? Wie sieht es mit der Arbeitsmarktpolitik aus? Ist sie zum Versagen verurteilt? Können die Reformvorschläge der Hartz-Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ eine Veränderung auf dem Arbeitsmarkt bewirken? Versagt die Wirtschaft, die Politik oder gar die ganze Gesellschaft? etc.
Um sich diesen Fragen zu nähern wird die Arbeit wie nachfolgend aufgezeigt, bearbeitet, wobei aufgrund des vorgegebenen Rahmens und der Komplexität dieses Themas nicht alle Aspekte abschließend behandelt oder berücksichtigt werden können.
Das Thema dieser Diplomarbeit lautet: „Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland“. D.h. es werden familiäre-, wirtschaftliche- und gesellschaftspolitische Gegebenheiten, unter besondere Berücksichtigung der Frauen, aufgezeigt und im Rahmen dieser Arbeit erörtert.
Über eine kleine Einleitung zur Entwicklung des Arbeitsmarktes und zum Aufbau dieser Arbeit im ersten Kapitel, führt das zweite Kapitel zur Arbeitsmarktsituation (Bestandsaufnahme) in Deutschland mit all ihrer Problematik. Hier wird der Arbeitsmarkt definiert und die allgemeine Arbeitsmarktsituation dargestellt. Des Weiteren wird das geschlechtsspezifische Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt durch eine veraltete Rollenzuschreibung, die kulturelle Prägung der Geschlechter und die Auswirkungen auf die heutige Arbeitswelt aufgezeigt. Mit einigen Besonderheiten der Arbeitssituation, denen sich Erwerbstätige heutzutage stellen müssen endet dieses Kapitel.
Im dritten Kapitel werden ausgewählte Einflussfaktoren des Arbeitsmarktes erläutert. Bei der Vielzahl von Faktoren wird die Gewichtung auf die vier größten Bereiche gelegt. D.h. hier wird auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter Berücksichtigung der Familienpolitik mit ihrer Verwurzelung in der geschlechtspezifischen Rollenverteilung eingegangen. Anschließend folgt die Arbeitszeitflexibilisierung, welche in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt und uns schließlich zum Wertewandel in der Lebens- und Arbeitsweltwelt führt. Hier wird der allgemeine Wandel mit seinen technischen Errungenschaften kurz skizziert, bevor das Kapitel mit der Arbeit in der Informationsgesellschaft schließt.
Ein Einblick in die Arbeitsmarktpolitik vermittelt das vierte Kapitel. Zu diesem Zweck wird zuerst die Arbeitsmarktpolitik definiert, welche zu dem heutigen Umbruch, d.h. zur Reform der Bundesanstalt für Arbeit (BA)4 führt. Anschließend werden die Steuerelemente der Arbeitsmarktpolitik, also die arbeitsmarktpolitischen Instrumente sowie ihre Einflussmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt aufgezeigt. Zum Abschluss werden fünf Module aus dem Reformpapier der Hartz-Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ erläutert, welche weit reichende wirtschaftliche und gesellschaftspolitisch Folgen für unsere Gesellschaft darstellen bzw. in naher Zukunft darstellen werden. Hierbei handelt es sich um:
- Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe in Job-Centers;
- Mini-Jobs als Folge geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse;
- Personal-Service-Agenturen - PSA;
- Subventionen der Unternehmen bei Einstellung eines Arbeitslosen
- Job-Floater; - Existenzgründung durch eine Ich- bzw. Familien-AG.
Mit einer Schlussbetrachtung und einem eigenen Fazit endet diese Arbeit im fünften Kapitel.
2 Der Arbeitsmarkt in Deutschland
Um sich einen Überblick über den Arbeitsmarkt Deutschlands zu verschaffen, ist es unumgänglich, sich mit dem Arbeitsmarkt und der allgemeinen Situation auf diesem zu befassen. D.h. wir müssen uns die Arbeitslosen sowie die Erwerbspersonen genauer ansehen, um einen Überblick zu gewinnen. Hierbei wird unter anderem sehr schnell deutlich, dass selbst noch in unserer heutigen Zeit eine veraltete Rollenzuschreibung existiert. Um nur auf eine der vielfältigen Theorien „der geschlechtsspezifischen Entlohnung“ einzugehen, wird die Humankapitaltheorie kurz aufgezeigt, welche als Wurzel allen Übels anzusehen ist. Auf Grund der Arbeitsmarktsituation, dem Ungleichgewicht von Angebot (Arbeitsplätze) und Nachfrage (Arbeitskräfte) sind die erwerbstätigen Personen heutzutage besonderen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, die kurz skizziert werden und das Kapitel enden lassen.
[...]
1 Vgl. Europäische Kommission (2002), S. 47 ff.
2 Interessant ist, dass die Erwerbsbeteiligung der Frauen trotz der widrigen Umstände, Ölschocks in den 70er-Jahren und der Wirtschafts- und Beschäftigungskrisen in den 80er- und 90er-Jahre, langsam aber stetig angestiegen ist - Siehe hierzu auch Albertini-Roth, H. (1998).
3 Vgl. Frese, A. (17.07.2003 Nr. 18151), S. 2.
4 Im Rahmen dieser Arbeit werden noch die „alten“ Bezeichnungen verwendet, obgleich im Zuge der Umstrukturierung sich die Bundesanstalt für Arbeit (BA) jetzt „Bundesagentur für Arbeit“ und die Arbeitsämter „Agenturen für Arbeit“ nennen.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: