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Unterschiedliche Darstellung Medeas bei Christa Wolf und Euripides

Hausarbeit, 2000, 28 Seiten
Autor: Sabine Reichert
Fach: Wirtschaft - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Details

Veranstaltung: Epochen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Tags: Unterschiedliche, Darstellung, Medeas, Christa, Wolf, Euripides, Epochen, Wirtschafts-, Sozialgeschichte
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2000
Seiten: 28
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V25341
ISBN (E-Book): 978-3-638-28000-6
ISBN (Buch): 978-3-640-23509-4
Dateigröße: 188 KB
Anmerkungen :
Analysen ohne Sekundärliteratur.


Zusammenfassung / Abstract

Vor mir liegt das Werk "Medea. Stimmen" von Christa Wolf, welche 1929 in Landsberg / Warthe geboren wurde. Sie studierte in Jena und Leipzig Germanistik und arbeitete als Verlags- und Cheflektorin. Bereits während dieser Zeit betätigte sie sich schriftstellerisch. 1961 erschien ihr erster Roman, "Die Moskauer Novelle". Weitere Romane und Erzählungen folgten ("Der geteilte Himmel", "Kassandra" usw.), wofür sie bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt. Heute lebt Christa Wolf als freie Schriftstellerin in Berlin. Medea ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten der Vergangenheit, die bereits 430 v. Chr. von Euripides als Kindesmörderin in die Literatur eingeführt wurde. In dem Roman "Medea. Stimmen" wird sie (Medea) nun völlig anders dargestellt, obgleich sie auch hier, wie in allen anderen Überlieferungen, die Tochter des Königs von Kolchis ist. Sie spiegelt das Porträt einer eigenwilligen Frau wider, die durch ihr provokatives Auftreten eine Bedrohung für die bestehenden Verhältnisse in Korinth darstellt. Der 1961 veröffentlichte Roman ("Medea. Stimmen") ist in der Form des Ich-Erzählers geschrieben und gehört zur literarischen Gattung der Epik. In den Zeiten hin und her wechselnd schildern uns sechs Stimmen (Personen), in einer Folge von Monologen abwechselnd etwas aus der Vergangenheit und lassen uns die Gegenwart verstehen. Die Monologe ergänzen sich wechselseitig und treiben die Handlung voran. Es handelt sich eigentlich um ein Kriminalstück, welches durch das Geschehen ringsherum zu einer Nebensache wird. Der Roman verfolgt die Geschichte Medeas von den Zeitpunkt an, als sie in Korinth auf die Spur eines Verbrechens kommt. Die junge Königstochter und mögliche Thronfolgerin wurde ermordet. Als Medea dieses Geheimnis (Verbrechen) aufdeckt, wird sie, um die Machtverhältnis-se nicht zu gefährden, und um vom eigentlichen Verbrechen abzulenken, zum Sündenbock gemacht. Sie wird beschuldigt, ihren Bruder umgebracht zu haben, bis hin zur angeblichen Ermordung ihrer eigenen Kinder.


Textauszug (computergeneriert)

Unterschiedliche Darstellung Medeas
bei Christa Wolf und Euripides

von: Sabine Reichert

 


Inhaltsangabe

Gesamtübersicht
Inhaltsangabe - Medea. Stimmen" von Christa Wolf. 2
Einleitung 3
Frauen- oder gesellschaftspolitischer Roman? 4
Gegenwartsbezug - politische Aspekte 9
Schlußfolgerung 11

Inhaltsangabe - Medea von Euripides. 12

Inhaltsangabe: 12

Einleitung 13

1. Akt: 14
Akt - Inhaltsangabe: 14
1. Akt - Medea: 14
1. Akt - Kreon: 16
1. Akt – Die Chorführerin: 17
1. Akt – Der Chor im ersten Wechselgesang: 17
1. Akt – Schluß: 17
3. Akt: 18
3. Akt - Inhaltsangabe: 18
3. Akt - Medea: 18
3. Akt - Ägeus: 19
3. Akt – Der Chor: 20
3. Akt – Der Chor im dritten Wechselgesang: 20
3. Akt – Schluß: 20
5. Akt: 21
5. Akt - Inhaltsangabe: 21
5. Akt - Medea: 21
5. Akt - Der Bote: 22
5. Akt - Der Hofmeister: 23
5. Akt - Der Chor: 23
5. Akt - Der Chor in 5. Wechselgesang: 24
5. Akt – Schluß 25

Ist Euripides auch heute, nach fast 2300 Jahren noch aktuell? 25

Bestimmung der Tragödie: 27


 



Einleitung

Vor mir liegt das Werk "Medea. Stimmen" von Christa Wolf, welche 1929 in Landsberg / Warthe geboren wurde. Sie studierte in Jena und Leipzig Germanistik und arbeitete als Verlags- und Cheflektorin. Bereits während dieser Zeit betätigte sie sich schriftstellerisch. 1961 erschien ihr erster Roman, "Die Moskauer Novelle". Weitere Romane und Erzählungen folgten ("Der geteilte Himmel", "Kassandra" usw.), wofür sie bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhielt. Heute lebt Christa Wolf als freie Schriftstellerin in Berlin. Medea ist eine der faszinierendsten und zugleich widersprüchlichsten mythischen Gestalten der Vergangenheit, die bereits 430 v. Chr. von Euripides als Kindesmörderin in die Literatur eingeführt wurde. In dem Roman "Medea. Stimmen" wird sie (Medea) nun völlig anders dargestellt, obgleich sie auch hier, wie in allen anderen Überlieferungen, die Tochter des Königs von Kolchis ist. Sie spiegelt das Porträt einer eigenwilligen Frau wider, die durch ihr provokatives Auftreten eine Bedrohung für die bestehenden Verhältnisse in Korinth darstellt. Der 1961 veröffentlichte Roman ("Medea. Stimmen") ist in der Form des Ich-Erzählers geschrieben und gehört zur literarischen Gattung der Epik.

In den Zeiten hin und her wechselnd schildern uns sechs Stimmen (Personen), in einer Folge von Monologen abwechselnd etwas aus der Vergangenheit und lassen uns die Gegenwart verstehen. Die Monologe ergänzen sich wechselseitig und treiben die Handlung voran. Es handelt sich eigentlich um ein Kriminalstück, welches durch das Geschehen ringsherum zu einer Nebensache wird. Der Roman verfolgt die Geschichte Medeas von den Zeitpunkt an, als sie in Korinth auf die Spur eines Verbrechens kommt. Die junge Königstochter und mögliche Thronfolgerin wurde ermordet. Als Medea dieses Geheimnis (Verbrechen) aufdeckt, wird sie, um die Machtverhältnisse nicht zu gefährden, und um vom eigentlichen Verbrechen abzulenken, zum Sündenbock gemacht. Sie wird beschuldigt, ihren Bruder umgebracht zu haben, bis hin zur angeblichen Ermordung ihrer eigenen Kinder.

Die 11 Kapitel dieses Romanes verteilen sich auf 6 Stimmen, die zugleich die Hauptpersonen darstellen.

Medea, eine aufrichtige, ehrliche und selbstbewußte Frau, kämpft gegen Vorurteile, unsinnige Gebräuche und Rituale. Sie ist die Hauptfigur, durch welche das Geschehen (die Handlung) bestimmt wird.

Jason, Medeas Ehemann, gibt sich nicht die Schuld an dem, was mit ihr (Medea) passiert. Er läßt sich leicht von anderen Personen beeinflussen und paßt sich schnell den Gegebenheiten Korinths an. Sein Drang nach Anerkennung ist so stark, daß er bereit ist, Gauke (die Königstochter) zu heiraten.

Agameda, die Medea haßt, setzt alles daran, um sie (Medea) zu vernichten. Auch ist ihr jedes Mittel (Opfer) recht, um anerkannt zu werden.

Akamas, erster Astronom des Königs von Korinth, unternimmt alles, um die Vergangenheit zu vertuschen. Er liebt es mit der Macht zu spielen und König Kreons Entscheidungen zu lenken.

Gauke, die Tochter des Königs, ist psychisch und physisch sehr labil. Sie leidet unter einem schweren Kindheitstrauma und nicht, wie öffentlich dargestellt, unter einer Fallsucht.

Leukon, ein guter Freund Medeas, hüllt sich in Schweigen. Er unternimmt nichts, um Medea zu helfen.

Frauen- oder gesellschaftspolitischer Roman?

Dieser Roman, von einer Frau geschrieben, beschreibt Medeas Schicksal ganz anders als Euripides. Hier wird sie anstelle einer rachsüchtigen Kindesmörderin, als eine aufrichtige, ehrliche und selbstbewußte Frau dargestellt, die nichts böses im Sinn hat.

Schon wegen dieser unterschiedlichen Darstellung stellt sich hier die Frage: "Handelt es sich um einen Frauenroman oder um einen politischen Roman?". Soll hier (in diesen Roman) das durch Euripides aufgebrachte Negativbild der Frau verändert werden? Oder soll hier die gesellschaftliche Stellung der Frau kritisiert werden, die grundlegenden politischen Bedingungen, unter denen eine Frau um ca.430 v. Chr. in der griechischen Gesellschaft lebt?

Für mich stellt sich hier die Frage, ob nicht jedes Schicksal (Frau oder Mann) einerseits von der eigenen Persönlichkeit und andererseits von der politischen Gesellschaftsform abhängt? Kann ein Frauenschicksal überhaupt losgelöst von den politischen Gegebenheiten betrachtet werden?

Um diese Fragen zu beantworten, bietet sich Medea im Buch "Medes. Stimmen" förmlich an.

[...]


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