Die Mystifizierung Eva Peróns begann bereits während ihrer Lebenszeiten, wurde 1996, etwa vierzig Jahre nach Ihrem Tod, vom Regisseur Alan Parker in seinem Musical-Film "Evita" neu belebt. In dieser Arbeit gehe ich von geschichtlichen Tatsachen aus: um Evita (und auch um Juan Perón) wurde ein Personenkult aufgebaut, sie wurde in einer breiten Schicht der Bevölkerung als Heldin gefeiert und als heilig angesehen. Von diesen geschichtlichen Tatsachen ausgehend, untersuche ich Evitas positive Darstellung und Mystifizierung in dem Musical- Film "Evita"1. Nach einen kurzen Überblick über die Struktur des Films welcher auch zu der untersuchten Frage beiträgt, werden folgende Lieder in Betracht gezogen: "A New Argentina", "Don´t Cry For Me Argentina", "Rainbow High", "Rainbow Tour" und "And The Money Kept Rolling In (And Out)". Die negative Darstellung und einige Kontraste zwischen den beiden Darstellungsarten werden zwar erwähnt aber aus Platzgründen nicht behandelt. Zum Schluß wird noch das Casting der Schauspieler angesprochen, und welche Auswirkung die Besetzung Evitas mit der Sängerin Madonna auf den Film hatte. Um meine Aussagen zu unterstützen und diese Arbeit abzurunden, habe ich als Sekundärliteratur Fachbücher über die geschichtlichen Ereignisse der Zeit, und Bücher über Filmanalyse herangezogen. Desweiteren zitiere ich aus den Interviews der Schauspieler, die sich in den "Extras- The Making of Evita" der DVD "Evita" befinden. Grundlagen zur Filmgeschichte und Filmanalyse, inclusive Fachbegriffe, die ich unter anderem in dem Kurs EN20036: SECOND YEAR FILM STUDIES: AMERICAN CINEMA AND GENRE an der University College Cork im Wintersemester 2001 bei Dr. Gwenda Young erworben habe, sowie Grundkenntnisse über die Geschichte Argentiniens im zwanzigsten Jahrhundert werden vorausgesetzt. Die englischsprachigen Kursmaterialien aus diesem Seminar werden in dieser Arbeit auch verwendet und die englischsprachigen Fachbegriffe benutzt. Es ist Fakt, daß in Filmen die wahren Ereignisse oft dramaturgisiert werden, dies ist bei "Evita" auch der Fall, der Film ist nicht immer "Geschichtlich korrekt", dies spielt in meiner Arbeit aber keine Rolle. Der Text des Musicals stammt von Tim Rice, basiert auf dem Buch von María Flores, bei Zitaten werde ich aber Alan Parker als Quelle angeben, da der Film als eine Einheit angesehen wird.
Martin-Luther-Universität Halle -Wittenberg
Fachbereich Sprach-und Literaturwissenschaften, Institut für Romanistik
Zum Hauptseminar “Simón Bolívar, Emilio Zapata, „Evita“ – Heldenfiguren und
Gründungsmythen in den Literaturen Lateinamerikas”
Eva Peróns positive Darstellung in Alan Pakers „Evita“
von: Renate Bagossy
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Eva Perón, die Heldin 4
3. Struktur des Films 7
4. Darstellung von Evita im Film 9
4.1. Die Masse, die Evita unterstützt 13
4.2. Evita-Madonna 15
5. Zusammenfassung 18
Literatur 19
1. Einleitung
Die Mystifizierung Eva Peróns begann bereits während ihrer Lebenszeiten, wurde 1996, etwa vierzig Jahre nach Ihrem Tod, vom Regisseur Alan Parker in seinem Musical-Film "Evita" neu belebt. In dieser Arbeit gehe ich von geschichtlichen Tatsachen aus: um Evita (und auch um Juan Perón) wurde ein Personenkult aufgebaut, sie wurde in einer breiten Schicht der Bevölkerung als Heldin gefeiert und als heilig angesehen. Von diesen geschichtlichen Tatsachen ausgehend, untersuche ich Evitas positive Darstellung und Mystifizierung in dem Musical- Film "Evita"1.
Nach einen kurzen Überblick über die Struktur des Films welcher auch zu der untersuchten Frage beiträgt, werden folgende Lieder in Betracht gezogen: "A New Argentina", "Don´t Cry For Me Argentina", "Rainbow High", "Rainbow Tour" und "And The Money Kept Rolling In (And Out)". Die negative Darstellung und einige Kontraste zwischen den beiden Darstellungsarten werden zwar erwähnt aber aus Platzgründen nicht behandelt. Zum Schluß wird noch das Casting der Schauspieler angesprochen, und welche Auswirkung die Besetzung Evitas mit der Sängerin Madonna auf den Film hatte. Um meine Aussagen zu unterstützen und diese Arbeit abzurunden, habe ich als Sekundärliteratur Fachbücher über die geschichtlichen Ereignisse der Zeit, und Bücher über Filmanalyse herangezogen. Desweiteren zitiere ich aus den Interviews der Schauspieler, die sich in den "Extras- The Making of Evita" der DVD "Evita" befinden. Grundlagen zur Filmgeschichte und Filmanalyse, inclusive Fachbegriffe, die ich unter anderem in dem Kurs EN20036: SECOND YEAR FILM STUDIES: AMERICAN CINEMA AND GENRE an der University College Cork im Wintersemester 2001 bei Dr. Gwenda Young erworben habe, sowie Grundkenntnisse über die Geschichte Argentiniens im zwanzigsten Jahrhundert werden vorausgesetzt. Die englischsprachigen Kursmaterialien aus diesem Seminar werden in dieser Arbeit auch verwendet und die englischsprachigen Fachbegriffe benutzt.
Es ist Fakt, daß in Filmen die wahren Ereignisse oft dramaturgisiert werden, dies ist bei "Evita" auch der Fall, der Film ist nicht immer "Geschichtlich korrekt", dies spielt in meiner Arbeit aber keine Rolle. Der Text des Musicals stammt von Tim Rice, basiert auf dem Buch von María Flores, bei Zitaten werde ich aber Alan Parker als Quelle angeben, da der Film als eine Einheit angesehen wird. Einträge, die nicht in der deutschen, englischen oder spanischen Sprache sind, wurden in den Fußnoten übersetzt.
2. Eva Perón, die Heldin
Es ist schwer zu sagen wer in Argentinien Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts den größeren Personenkult hatte, Perón oder Eva. Man könnte meinen, daß der Kult um Perón offizieller und der Kult um Evita (neben den Propaganda-Zweck) auch tiefere Gefühle in der argentinischen Bevölkerung geweckt haben. Solange Perón ein politisches Symbol verkörperte, entwickelte sich Evita zu einer Art spirituellem Symbol. Die Erkenntnis, welche die politischen Bedürfnisse dieser Zeit waren, ermöglichten es diesen Kult entstehen zu lassen. Evita erkannte sehr richtig u.A. das Problem der Frauen, die zu dieser Zeit noch kein Wahlrecht besaßen und sie machte sich sehr gut als die "lider feminino" an der Spitze des "Partido Peronista Feminino". Die "descamisados", so wurden in Argentinien die ärmeren Arbeiter genannt, sahen in Evita eine Art "gute Fee", die immer freundlich zu jedem ist, die sich trotz ihrer Position als First Lady unter das Volk mischt und sogar stolz darauf ist, daß sie aus dem Volk stammt. Die descamisados waren auch stolz auf ihre Evita. Als ob ein Märchen wahr geworden wäre: ein armes Mädchen, die den Prinzen heiratet. Ihr Schicksal gab auch den descamisados Hoffnung, die Hoffnung auf sozialen Aufstieg. "Ha lehet azt mondani, egyfajta `nöi Roobin Hood`-nak is tekintették, aki elveszi a pénzt a gazdagoktól, és kiosztja a szegényeknek"2 (Horváth 2000: 86).
[...]
1 Im Folgenden nur "Film" oder "Musical" genannt.
2 Man könnte auch sagen, daß sie sie als eine Art weibliche "Robin Hood" angesehen haben, die das Geld von den Reichen wegnimmt, um es unter den Armen zu verteilen.
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