Autoren: Dipl.-Winf. Anja Zschau, Sandra Schumann, Mathias Steinert
Fach: Informatik - Wirtschaftsinformatik
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Wirtschaftsinformatik)
Jahr: 2002
Seiten: 85
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1019 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-28038-9
Hausarbeit (65 Seiten) + Vortragsunterlagen (20 Folien).
Zusammenfassung / Abstract
Nach der Ära der Terminals und Mainframes, bei der die Daten zentral gespeichert und alle Applikationen zentral ausgeführt wurden, leitete die Client/Server-Architektur ein neues Zeitalter ein. Der individuelle Arbeitsplatz wurde intelligenter und leistungsfähiger, und der Siegeszug der Personal Computer (PC) in die EDV begann. Die Leistungsfähigkeit der Arbeitsplatzrechner ist heute kein großes Thema mehr. Die Frage ist vielmehr, wie die verteilten Daten einerseits gesichert und andererseits allgemein verfügbar gemacht werden können. Mit der wachsenden Bedeutung des E-Commerce für die IT-Unternehmen steigen auch die Anforderungen an die zugrundeliegenden technischen Systeme. Aufgrund der kurzen Entwicklungszyklen von bis zu einem Jahr sind die Unternehmen gezwungen, regelmäßig in neue Lizenzen und Updates sowie in den ständigen Ausbau der Hardware zu investieren. Die Pflege der Systeme ist ebenfalls mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden und wird durch den derzeitigen Mangel an Fachleuten zusätzlich erschwert. Laut verschiedenen Untersuchungen entstehen je nach Unternehmensgröße und Branche pro Arbeitsplatz jährliche Kosten in Höhe von 5.000 bis 9.000 Euro. Beachtlich sind auch die Verwaltungs- und Personalkosten, die bis um das Vierfache höher liegen können als die Anschaffungskosten für die Hard- und Software selbst. In der Folge entsteht eine unumgängliche Kostenspirale. Genau an dieser Stelle greift der Ansatz des Application Service Providing (ASP), der die Vorteile einer zentralen Verwaltung und individueller Rechenleistung vereinen soll.1 Das Technologie-Management für E-Business-Lösungen gehört im allgemeinen meist nicht zu den Kernkompetenzen der Unternehmen. Daher ist die Nachfrage nach Dienstleistern, die eine passende Infrastruktur anbieten, sehr groß. Eine Vielzahl von Studien sagt diesen Dienstleistern, den sog. Application Service Providern (ASProvider), eine erfolgreiche Zukunft voraus. Die ASProvider übernehmen für ihre Kunden genau die Dienstleistungen, die diese erst selbst aufbauen müssten: Auswahl und Beschaffung geeigneter Applikationen, Wartung und Support sowie das Hosting auf geeigneter Hardware. Kunden von ASProvidern sind (kleine und mittelständische) Unternehmen und größere organisatorische Einheiten, aber auch Konsumenten kommen in Frage.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut für Wirtschaftsinformatik
Hauptseminararbeit
ASP nach dem Hype - Entwicklung, Chancen, Risiken
von: Sandra Schumann, Anja Zschau und Mathias Steinert
Gliederung
1 Einleitung 1
2 Entwicklung von ASP 2
2.1 Der ASP-Hype 2
2.2 Die Ernüchterung 11
2.3 Success-Stories 17
3 ASP - was ist das? 20
3.1 Klärung des Begriffes und Einordnung ins IT-Umfeld 20
3.1.1 Begriffsbestimmung 20
3.1.2 ASP versus Outsourcing 22
3.2 Technische Aspekte 23
3.2.1 Technische Infrastruktur eines ASProviders 23
3.2.2 Technische Komponenten einer ASP-Infrastruktur 26
3.3 Organisatorische Aspekte 28
3.3.1 Organisatorische Voraussetzungen und Grundlagen 28
3.3.2 Aufgaben des ASProviders 29
3.3.3 Das ASP-Preismodell 30
3.3.4 Anforderungen an einen ASProvider 32
3.4 Rechtliche Aspekte 33
3.4.1 Vertragstypologische Einordnung 33
3.4.2 Service Level Agreements 34
3.4.3 Haftung und Gewährleistung 35
3.4.4 Lizenz- und urheberrechtliche Aspekte 36
3.4.5 Datenschutz und Datensicherung 36
3.5 Vor- und Nachteile des ASP-Modells 37
3.5.1 Vor- und Nachteile gegenüber traditionellem Software-Bezug 37
3.5.2 Vor- und Nachteile aus Anwender- und Anbietersicht 39
4 ASP in der Zukunft 40
4.1 Allgemeine Anforderungen und Hemmfaktoren 40
4.2 Entwicklung des ASP-Marktes 46
4.2.1 Szenario 1 - Boom 48
4.2.2 Szenario 2 - Wachstum 49
4.2.3 Szenario 3 - Stagnation 50
4.2.4 Szenario 4 - Untergang 51
5 Fazit & Ausblick 53
Literaturverzeichnis VII
Anlage XI
1 Einleitung
Nach der Ära der Terminals und Mainframes, bei der die Daten zentral gespeichert und alle Applikationen zentral ausgeführt wurden, leitete die Client/Server-Architektur ein neues Zeitalter ein. Der individuelle Arbeitsplatz wurde intelligenter und leistungsfähiger, und der Siegeszug der Personal Computer (PC) in die EDV begann. Die Leistungsfähigkeit der Arbeitsplatzrechner ist heute kein großes Thema mehr. Die Frage ist vielmehr, wie die verteilten Daten einerseits gesichert und andererseits allgemein verfügbar gemacht werden können.
Mit der wachsenden Bedeutung des E-Commerce für die IT-Unternehmen steigen auch die Anforderungen an die zugrundeliegenden technischen Systeme. Aufgrund der kurzen Entwicklungszyklen von bis zu einem Jahr sind die Unternehmen gezwungen, regelmäßig in neue Lizenzen und Updates sowie in den ständigen Ausbau der Hardware zu investieren. Die Pflege der Systeme ist ebenfalls mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden und wird durch den derzeitigen Mangel an Fachleuten zusätzlich erschwert. Laut verschiedenen Untersuchungen entstehen je nach Unternehmensgröße und Branche pro Arbeitsplatz jährliche Kosten in Höhe von 5.000 bis 9.000 Euro. Beachtlich sind auch die Verwaltungs- und Personalkosten, die bis um das Vierfache höher liegen können als die Anschaffungskosten für die Hard- und Software selbst. In der Folge entsteht eine unumgängliche Kostenspirale. Genau an dieser Stelle greift der Ansatz des Application Service Providing (ASP), der die Vorteile einer zentralen Verwaltung und individueller Rechenleistung vereinen soll.1 Das Technologie-Management für E-Business-Lösungen gehört im allgemeinen meist nicht zu den Kernkompetenzen der Unternehmen. Daher ist die Nachfrage nach Dienstleistern, die eine passende Infrastruktur anbieten, sehr groß. Eine Vielzahl von Studien sagt diesen Dienstleistern, den sog. Application Service Providern (ASProvider), eine erfolgreiche Zukunft voraus. Die ASProvider übernehmen für ihre Kunden genau die Dienstleistungen, die diese erst selbst aufbauen müssten: Auswahl und Beschaffung geeigneter Applikationen, Wartung und Support sowie das Hosting auf geeigneter Hardware. Kunden von ASProvidern sind (kleine und mittelständische) Unternehmen und größere organisatorische Einheiten, aber auch Konsumenten kommen in Frage.2
2 Entwicklung von ASP
In der Informations- und Kommunikationsbranche werden neue Trends und Technologien normalerweise in den USA geboren und gelangen erst nach einer Zeitverzögerung von mehreren Jahren nach Europa. Dabei sind die Technologien meist schon so ausgereift und in den USA weit verbreitet im Einsatz, dass sie in Europa nicht für einen „Hype“ oder „Boom“ sorgen können. Die Technologien werden einfach an die europäischen Gegebenheiten angepasst und finden dann den Weg in die deutschen Märkte. Diese Entwicklung konnte z.B. bei der Einführung des Personal Computers oder der Einführung von Netzwerktechnologien beobachtet werden. Bei der Entwicklung des ASP-Marktes gingen die deutschen Anbieter jedoch einen Schritt voraus und versuchten einen Alleingang parallel zur Entwicklung in den Vereinigten Staaten.3
2.1 Der ASP-Hype
In zahlreichen Technologieabschätzungen und Prognosemodellen wurden in den USA seit 1998 ein dynamisches Marktwachstum und eine erfolgreiche Durchdringung des Marktes durch ASP-Angebote vorhergesagt. Die Experten waren sich einig, dass dieses Konzept das Potenzial dazu hat, die gesamte Softwarebranche zu verändern. Wie später4 noch näher erläutert wird, steckt hinter ASP ein völlig neues Softwarevertriebskonzept, bei dem die vom Unternehmen benötigte Software nicht mehr gekauft, sondern bei einem externen Dienstleister gemietet wird. Viele Experten sagten deshalb sogar ein Aussterben des traditionellen Softwareverkaufs voraus. Bereits im Jahr 1999, als der ASP-Hype in Amerika noch nicht einmal seinen Höhepunkt erreicht hatte, überlegten führende deutsche IT-Unternehmen, wie man ein ASP-Modell für den deutschen Markt entwickeln könnte.5 Im Mai 1999 schlossen sich 25 in diesem Geschäftssegment tätige Unternehmen zum ASP Industry Consortium zusammen. Ein Jahr später zeigte die Mitgliederliste des ASPKonsortiums fast 300 Eintragungen.6
Die Prognosen von Marktforschungsunternehmen im Jahr 1999 sorgten für eine Verklärung des ASP zur Zukunftstechnologie mit gigantischen Wachstumsraten. Deutschland sollte nach den USA der größte Wachstumsmarkt für ASP werden. In den meisten Fällen basierten diese Voraussagen jedoch auf einer angebotslastigen und technologieorientierten Betrachtungsweise.7 Die Prognosen führten dazu, dass Ende 1999 bzw. Anfang des Jahres 2000 zahlreiche Unternehmen auf den deutschen ASP-Markt drängten. Dies waren einerseits junge, neu gegründete Unternehmen, die sich mit Risikokapital finanzierten, aber auch Ausgründungen aus bestehenden Unternehmen.8 Viele IT-Unternehmen wollten am Erfolg des Marktes teilhaben und ASP in ihr Produkt- und Service-Portfolio aufnehmen.9 Trotz dieses Ansturms auf den Markt hielten sich die meisten großen Unternehmen, die sog. „global players“ vorerst zurück.
Viele ASProvider der ersten Stunde waren Visionäre mit hehren Zielen. In ihren fundierten Technologiekenntnissen sahen sie einen Vorsprung, der dafür sorgen sollte, dass die Kunden von allein auf sie zukommen würden. Sie waren davon überzeugt, dass allein die Macht der Idee für genügend Nachfrage sorgen würde. Man setzte darauf, dass die Kunden von schön gestalteten Internetseiten angelockt werden und vernachlässigte dabei wesentliche Punkte wie Kundenberatung, Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Einzig die zur Verfügung stehenden Technologien bestimmten, welche Produkte auf den Markt kamen.10 1999 lagen die weltweiten Umsätze bei 10 Millionen Euro. Ab dem Jahr 2005 wurden Umsatzsteigerungen von 130 % vorausgesagt.11
Erste Studien über den deutschen Markt
Doch schon kurze Zeit später mussten die ASProvider feststellen, dass sich der Hype um die Idee des ASP nicht ohne weiteres auf das Marktwachstum auswirken würde. Eine gemeinsame Studie von Forrester und Zona Research, die Anfang des Jahres 2000 veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass ASP in Deutschland nur geringen Zuspruch findet. Laut dieser Studie nutzten nur etwa 5 % der deutschen Unternehmen das Angebot von ASP. Die Nutzung bei den amerikanischen Unternehmen wurde im Vergleich dazu mit 78 % angegeben. Man sah den Markt in Deutschland zwei Jahre hinter dem Markt in den USA, was unverständlich ist wenn man bedenkt, dass der deutsche ASP-Markt fast parallel zum amerikanischen Markt entstand.
[...]
1 Vgl. Matalla, T.: Optimale Internet-Infrastruktur für erfolgreiches Application Service Providing; In: IM Die Fachzeitschrift für Information Management & Consulting 15 (2000) Sonderausgabe, S. 60
2 Vgl. Kraemer, W.; Sprenger, P.: Content und Learning Service Providing – ASP aus inhaltlicher Sicht; In: IM Die Fachzeitschrift für Information Management & Consulting 15 (2000) Sonderausgabe, S. 36
3 Vgl. Grohmann, W. (Hrsg.): ASP - Application Service Providing: Software auf Mietbasis: Kosten sparen.Vorteile nutzen., Dt. Wirtschaftsdienst, Köln, 2002, S. 24
4 Vgl. Kapitel 3.3
5 Vgl. Grohmann, W. (Hrsg.): ASP, a.a.O., S. 25
6 http://www.wirtschaftsinformatik.de/wi_artikel.php?sid=453
7 Vgl. http://www.asp-konsortium.de/de/download/132.pdf; Gespeichert am: 13.08.02 als: marktstudie-asp.pdf
8 Vgl. Grohmann, W. (Hrsg.): ASP, a.a.O., S. 25
9 Vgl. http://www.berlecon.de/studien/asp2001; gelesen am: 13.08.02
10 Vgl. http://www.asptoyou.de/about.html; gelesen am: 13.08.02
11 Vgl. http://pbfb5www.uni-paderborn.de/www/WI/WI2/wi2_lit.nsf/0/4fa012c7246737e7412569810046720a/$FILE/Seminararbeit_ASP1.PDF; Gespeichert am: 13.08.02 als: Seminararbeit-ASP1.pdf
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