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Examination Thesis, 2003, 142 Pages
Author: Christina Kühnle
Subject: Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)
Details
Tags: Notwendigkeit, Darstellung, Inhalten, Heimat-, Sachkunde, Thema, Wasser, Berücksichtigung, Unterrichtsmethoden, Projektansätze, Klassenstufen
Year: 2003
Pages: 142
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28060-0
File size: 5815 KB
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Excerpt (computer-generated)
Wissenschaftliche Hausarbeit
zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen
im Fach Heimat- und Sachkunde
Thema
Zur pädagogischen Notwendigkeit der ganzheitlichen Darstellung von Inhalten der Heimat- und Sachkunde -
dargestellt am Thema „Wasser“
unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Unterrichtsmethoden und Projektansätze für die Klassenstufen 3 und 4
vorgelegt von
Werner, Christina
Erfurt, den 24.11.2003
Gliederung
1. Einleitung
2. Zur pädagogischen Begründung von „Ganzheitlichkeit“
2.1 Zum Begriff „Ganzheitlichkeit“
2.2 Die verschiedenen Verwendungsweisen des Begriffs „Ganzheitlichkeit“ in der Pädagogik
2.2.1 Bezugsgegenstand Mensch
2.2.2 Bezugsgegenstand Sache
2.2.3 Bezugsgegenstand Wahrnehmung
2.2.4 Vereinigung mehrerer Bezugsgegenstände
2.3 Zur Notwendigkeit von „Ganzheit“ in der Pädagogik
2.3.1 Probleme der „Ganzheitlichkeit“
2.4 „Ganzheitlichkeit“ in der Reformpädagogik am Beispiel der Montessori-Pädagogik
2.4.1 Zur Montessori-Pädagogik
2.4.2 Zur „Ganzheitlichkeit“ in der Montessori-Pädagogik
3. „Ganzheitliche“ Inhalte und Defizite im Thüringer Lehrplan
3.1 Begriffsklärung
3.2 Aufbau und Umgang des Thüringer Lehrplans im Lernbereich Heimat- und Sachkunde
3.3 „Ganzheitlichkeit“ im Thüringer Lehrplan
3.4 Inhalte des Sachunterrichts
3.4.1 Kompetenzen im Thüringer Lehrplan
3.4.2 Inhalte des Thüringer Lehrplans: Heimat- und Sachkunde
3.4.3 „Ganzheitliche“ Inhalte im Thüringer Lehrplan: Heimat- und Sachkunde
3.5 Defizite im Thüringer Lehrplan
4. Sachanalyse von Wasser
4.1 Wasser aus biologischer Sicht
4.2 Wasser aus chemischer Sicht
4.3 Wasser aus physikalischer Sicht
4.4 Wasser aus historischer Sicht
4.5 Wasser aus medizinischer Sicht
4.6 Wasser aus religiöser Sicht
4.7 Wasser aus wirtschaftlicher Sicht
4.8 Die verschiedenen Arten und Güteklassen von Wasser
4.8.1 Güteklassen
4.8.2 Grundwasser
4.8.3 Oberflächenwasser
4.8.4 Trinkwasser
4.8.5 Mineral- und Heilwässer
4.8.6 Abwasser
4.8.7 Tafelwasser
5. Methodenauswahl zur „ganzheitlichen“ Bearbeitung des Themas Wasser
5.1 Begriffsklärung
5.2 Die Notwendigkeit von Unterrichtsmethoden
5.3 Zur Vorstellung „ganzheitlicher“ Unterrichtsmethoden
5.3.1 Methoden zum Wahrnehmen
5.3.2 Methoden zum Entdecken, Erkunden und Erarbeiten
5.3.3 Methoden zum Experimentieren, Üben und Vertiefen
5.3.4 Methoden zum Planen, Kommunizieren und Erfahrungen einbringen
5.3.5 Methoden zum Dokumentieren, Präsentieren und Informieren
6. Fallbeispiel für die 3./4. Klasse
6.1 Die Einführung in das Thema Wasser
6.1.1 Stundenverlauf
6.1.2 Material
6.2 Gewässerschutz
6.2.1 Stundenverlauf
6.2.2 Material
6.3 Wasserverbrauch und Wasserverschmutzung
6.3.1 Stundenverlauf
6.3.2 Material
6.4 Wasser auf der ganzen Welt
6.4.1 Stundenverlauf
6.4.2 Material
6.5 Der Wasserkreislauf
6.5.1 Stundenverlauf
6.5.2 Material
6.6 Die Kläranlage
6.6.1 Stundenverlauf
6.6.2 Material
6.7 Wir gehen „Tümpeln“
6.7.1 Stundenverlauf
6.7.2 Material
6.8 Zeigerorganismen
6.8.1 Stundenverlauf
6.8.2 Material
6.9 Wasser im Deutschunterricht
6.9.1 Stundenverlauf
6.9.2 Material
6.10 Abschlussstunde
6.10.1 Stundenverlauf
6.10.2 Material
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
„Erziehung heißt, das Beste hervorzuholen, was in einem Kind angelegt ist – bezogen auf Körper, Geist und Seele.“ (Sathya Sai Baba, spiritueller Lehrer aus Indien)
Kinder sollten demnach im Denken, im Fühlen und im Handeln also „ganzheitlich“ angesprochen und gefördert werden.
Aber was ist überhaupt „Ganzheitlichkeit“, wie notwendig ist sie in der Pädagogik und auf was bezieht sich „Ganzheitlichkeit“? Diese Fragen haben mich während meiner gesamten bisherigen Studienzeit begleitet und sollen nun in dieser Arbeit geklärt werden.
Außerdem soll untersucht werden, wie „ganzheitlich“ der Lehrplan in Thüringen für den Lernbereich Heimat- und Sachkunde ist und welche Defizite er aufweist.
Schließlich sollen die gewonnenen Erkenntnisse am Beispiel Wasser verdeutlicht werden. Dazu muss geklärt werden, was Wasser ist.
Somit leitet die „ganzheitliche“ Sachanalyse von Wasser den praktischen Teil der Arbeit ein.
Hier sollen Methoden zur „ganzheitlichen“ Bearbeitung des Themas vorgestellt und am Ende eine „ganzheitliche“ Unterrichtseinheit zum Thema Wasser dargestellt werden.
Abschließend folgt ein Fazit über gewonnene Einsichten bezüglich „Ganzheitlichkeit“ in der Pädagogik.
2. Zur pädagogischen Begründung von „Ganzheitlichkeit“
2.1 Zum Begriff „Ganzheitlichkeit“
Der Begriff der „Ganzheitlichkeit“1 erscheint zunächst als kein komplizierter wissenschaftlicher Fachterm, sondern lässt sich in vielen Lebensbereichen wieder finden. Durch die Eingabe des Begriffs „Ganzheitlichkeit“ bzw. „ganzheitlich“ in eine Internetsuchmaschine2 wurde Folgendes gefunden: „ganzheitliche Lebensweise“, „ganzheitliche Ernährung“, „ganzheitliche Naturgestaltung“, „ganzheitliche Unternehmensberatung“, „ganzheitlich orientierte Krankengymnastik“, „ganzheitliche Naturheilkunde“, „ganzheitlich integratives Atmen“, „ganzheitliche Körpermalerei“, „ganzheitliche Farb- und Typberatung“, „ganzheitliche Architektur“, „ganzheitliches Heilen“, „ganzheitlich leben“, „ganzheitliche Gesundheitsarbeit“, „ganzheitliche Darmsanierung“, „ganzheitlich-energetische tierärztliche Rinderbestandsbetreuung“, „ganzheitlich konzipierte Regenerationskuren“, „ästhetische Zahnheilkunde unter ganzheitlichen Aspekten“, „ganzheitlich reiten“, „ganzheitlicher Qualitätsbegriff“, „ganzheitliche Ansätze zum Naturschutz“, „ganzheitliche Sehschule“, „ganzheitliche Systemtherapie“ etc..
Auch alternative Lernmethoden werden unter dem Begriff „ganzheitlich“ geführt, zum Beispiel Suggestopädie3, Brain-Gym®4 etc.. Dabei wird der Zusatz „ganzheitlich“ nicht erläutert, sondern erscheint als ein selbstredendes Attribut.
In der Pädagogik begrenzt sich der Begriff der „Ganzheitlichkeit“ nicht nur auf einzelne Problembereiche. Es erscheint hier eine Vielzahl von unterschiedlichen Fachdiskursen. Zum Beispiel: „Fächerübergreifender Unterricht“5, „Lernen mit allen Sinnen“, „Wandel im Denken“, „Lernkultur“, „Schlüsselqualifikationen“, die Integration Pädagogik und Therapie, „Schulleben“, „Naturerleben“, „emotionales Lernen“, „entdeckendes Lernen“, „Humanistisches Lernen“, „natürliches Lernen“, „neues Lernen“, „Praktisches Lernen“, „soziales Lernen“, „ästhetisches Lernen“, „ökologisches Lernen“, „vernetztes Denken“, „Handlungsorientierung“, „Gesundheitserziehung“, „Schule und Leben“ etc..
Es wird deutlich, wie schwierig es ist, das Problem der „Ganzheitlichkeit“ in der Pädagogik zu erarbeiten.6
Dies wird auch von einigen Autoren bestätigt, die für diese Arbeit herangezogen wurden. Es ist nahezu unmöglich, Objekt und Begriff der „Ganzheitlichkeit“ zu bestimmen, was die „ganzheitliche Sicht und Wahrnehmungsweise“ ausmacht (vgl. 1997, S.6). Es gibt keine klare Aussage, was mit „Ganzheitlichkeit“ gemeint ist (vgl. Fauser 1991, S.3). Auch in Fachlexika wird keine Regelung von Verwendung und Gehalt des Begriffs „Ganzheitlichkeit“ vorgenommen.7 Manche behaupten schlichtweg, dass „Ganzheitlichkeit“ eindeutig zu definieren ein Widerspruch in sich wäre (u.a. Linde 1984, Miller-Kipp 1991).
Trotzdem wird an dieser Stelle zum besseren Verständnis eine Definition der „Ganzheit“ aufgeführt:
„Ganzheit, etwas, das nicht schon durch seine Bestandteile, sondern erst durch deren gefügehaften Zusammenhang (Struktur) eindeutig bestimmt ist, z.B. ein Organismus, ein Kunstwerk, ein Gedankengebilde; Ganzheit ist also mehr als die Summe der Teile. Der Begriff Ganzheit hat als methodischer Begriff in der 1. Hälfte des 20.Jahrh. in vielen Wissenschaften Eingang gefunden, so in Medizin, Biologie, Psychologie, Soziologie und Pädagogik.“ (vgl. Brockhaus, Band II, S.303)
Insbesondere für die Pädagogik gilt:
„Die Ganzheitsmethode ist eine (unumstrittene) in der Pädagogik teilweise an Grundschulen angewandte Unterrichtsmethode, die zunächst das Ganze einer Stoffeinheit erleben, dann in zergliederndem Verfahren die Teile erfassen lässt; z.B. beim Lesenlernen das ganze Wort vor den Buchstaben (Ganzheitsmethode).“ (vgl. ebd.)
„Ganzheit“ ist kein selbständiger Begriff der Pädagogik, sondern wurde aus der Biologie, Philosophie und Psychologie übernommen.8 Es wird also deutlich wie vielschichtig und mehrdeutig der Begriff ist, daher ist auch die Verwendung im Raum der Pädagogik ebenso vieldeutig.
[...]
1 In dieser Arbeit wird nicht zwischen den Begriffen „Ganzheitlichkeit“ und „Ganzheit“ unterschieden.
2 http://www.google.de
3 Die Suggestopädie-Methode(lat. suggerere = von unten herantragen & griechisch paideia = Erziehung), wurde von dem bulgarischen Therapeuten Georgi Lozanov entwickelt. Durch Atemübungen, Rollenspiele und klassische Musik wird ein Zustand tiefster Entspannung erzeugt. Eine innere Gelassenheit ermöglicht dabei höchste Konzentration und somit maximale Informationsaufnahme. (http://www.wissen.de)
4 Brain-Gym ist bekannt als „Gymnastik für das Gehirn“. Die Methode besteht aus einer Reihe verschiedener körperlicher Übungen, durch die man besser und leichter lernen kann.
5 bzw. integrierender Unterricht
6 Fauser bestätigt dies, da allein in der Schulpädagogik unterschiedlichste Konzepte, Vorstellungen und Aktionen zum „ganzheitlichen Unterricht“ gezählt werden. „Projektunterricht, Arbeitslehre, Schultheater, Rollenspiel, Musik, Tanz, Meditation […] der ganze Bereich der Künste, die gesamte Gruppe komplexer aufgaben- und problemorientierter Arbeitsweisen, Erfahrungsbezogene Unterrichtsformen […] Veranstaltungen wie Wandern, Praktika, Ausflüge und Exkursionen, […] die Erkundung, Analyse und Pflege sog. `vernetzter` Systeme wie Biotope, Betriebe, alternative Energie, und schließlich ein breites Spektrum psychologisch orientierter, therapeutischer oder pseudotherapeutischer Techniken und Moden […]“ (S.3f)
7 In Wörterbüchern bis Anfang der 80er Jahre wird „Ganzheitlichkeit“ nur als Terminus der Ganzheits- und Gestaltpsychologie verwendet.
8 Zumindest die einzelnen Bereiche seiner pädagogischen Anwendung.
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