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Subtitle: Entscheidungen bei Malaria, Atemwegserkrankungen und Enteroparasiten im Licht soziokultureller Faktoren
Thesis (M.A.), 2004, 144 Pages
Author: Claudio Priesnitz
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology
Details
Tags: Behandlungsalternativen, Krankheiten, Uaxactún, Petén, Guatemala
Year: 2004
Pages: 144
Grade: 1,1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28083-9
ISBN (Book): 978-3-638-70091-7
File size: 1700 KB
Feldforschung: Individuelle Überlegungen unter Q´iché-Mayas und Ladinos: Nutzung von synthetischen Pharmaka und/oder Heilpflanzen, quantitativ (SPSS ausgewertet und signifikant präsentiert) und qualitativ (deskriptive Fallstudien). Kognitive Anthropologie. Strukturalismus. Gesundheitssystemforschung. Ethnobotanik. EMIC. Liste lokaler Heilpflanzen und ethnographische Dorfbeschreibung. Kartenmaterial und Literaturliste. Maya-Biosphären-Reservat.
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Abstract
Ergebnisse einer intensiven mehrmonatigen Feldforschung in einer 600-Seelen-Gemeinde inmitten des Tieflandjungles des Nord-Petén, Maya-Biosphären-Reservat, Guatemala zu den häufigsten Krankheitsformen Malaria, Enteroparasiten und Grippeerkrankungen in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsposten, den Dorfbewohnern, Heilern und Hebammen. Präsentation individueller Entscheidungsfindungsprozesse unter den Dorfbewohnern (Q´iché-Mayas und Ladinos), die zu Nutzung oder Ablehnung von synthetisch produzierten Pharmaka der westl. Medizin vs. Heilpflanzen aus der direkten Umgebung des Dorfes und remedios caseros führen. Welche Krankheiten werden wie behandelt? Inwiefern spielen Faktoren wie ethnische Zugehörigkeit, Religion, Alter, Geschlecht, ökologische und ökonomische Einflüsse, das Statussymbol westliche Medizin, Tradierung, Mund-zu-Mund-Propaganda und/oder andere Faktoren eine Rolle? Die durch semi-strukturierte Interviews und teilnehmende Beobachtung gewonnenen Ergebnisse werden quantitativ (mit Signifikanzen) und qualitativ (deskriptive Fallstudien) präsentiert und mit einem Ausblick auf die potentielle zukünftige Entwicklung vor Ort abgerundet. Die Arbeit bewegt sich im Rahmen der Fachgebiete kognitive Anthropologie:Gesundheitssystemforschung und Ethnobotanik:Liste lokaler Heilpflanzen m. Anwendungsgebieten sowie lokalem u. wissenschaftl. Namen. Herbarium auf Anfrage.
Excerpt (computer-generated)
Magisterarbeit
zur Erlangung des Grades eines Magister Artium M.A.
vorgelegt der
Philosophischen Fakultät
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn
Behandlungsalternativen von Krankheiten
in Uaxactún, Petén, Guatemala
Entscheidungen bei Malaria, Atemwegserkrankungen und Enteroparasiten
im Licht soziokultureller Faktoren
von
Claudio Priesnitz
Eidesstattliche Erklärung:
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG ... 6
1.1. Struktur der Arbeit ... 6
1.2. Medizinische Versorgung in Guatemala ... 6
1.3. Ethnomedizin in Mesoamerika ... 7
1.3.1. Der Nutzen traditioneller Heilpflanzen ... 10
1.3.1.1. Ethnopharmakologie und kulturelle Rechte ... 11
1.3.1.2. Psychosomatik und alternative Heilmethoden ... 12
2. DIE FRAGESTELLUNGEN ... 14
2.1. Hypothesen ... 15
2.2. Warum Uaxactún? ... 15
2.2.1. Nachteile ... 15
2.2.2. Vorteile ... 17
3. THEORIEBILDUNG UND UNTERSUCHUNGSMETHODEN ... 18
3.1. Die Grundlagen der kognitiven Anthropologie ... 18
3.2. Das Entscheidungsmodell ... 20
3.3. Das Beschreibungsmodell und seine Weiterentwicklung: EM und EMIC ... 21
3.4. Die Modellanwendung auf Uaxactún ... 22
3.5. Die Befragung der Bevölkerung ... 24
3.5.1. Die Methodik der Feldforschung und der Interviews ... 25
3.5.2. Technik ... 26
3.5.3. Interviewthemen ... 27
3.5.4. Die Interviewpartner ... 28
3.5.4.1. Probleme und Überlegungen bei der Informationsgewinnung ... 29
3.5.4.2. Die Rolle des Puesto de Salud und des enfermero ... 30
4. DEFINITIONEN ... 31
4.1. Medizinsysteme ... 31
4.1.1. Das westliche Medizinsystem ... 32
4.1.1.1. Biomedizin ... 33
4.1.2. Traditionelle Medizinsysteme Guatemalas ... 34
4.1.3. Populärmedizin ... 35
4.2. Gesundheit und Krankheit ... 36
4.3. Emische Definitionen in Uaxactún ... 38
4.3.1. Krankheitsbezeichnungen ... 38
4.3.2. Gesundheit ... 40
4.3.3. Remedios caseros ... 41
4.3.4. Vertrauen: die Rolle des fe in Gesundheitsfragen ... 42
5. DAS DORF ... 43
5.1. Geschichtlicher Hintergrund: die wirtschaftliche Bedeutung des Petén ... 43
5.1.1. Chicle und Uaxactún ... 44
5.2. Geografie: die Lage Uaxactúns im Maya Biosphären Reservat ... 45
5.3. Dorfpolitik ... 47
5.4. Ethnien, Sprache und Familienstrukturen ... 47
5.5. Religion und Glaubensvorstellungen ... 48
5.6. Wasserversorgung ... 49
5.7. Soziale Verhältnisse: Dorfleben und Infrastruktur ... 51
5.8. Weitere ethnografische Daten ... 52
5.9. Lebensunterhalt ... 53
5.9.1. Feldbau ... 54
5.9.2. Waldarbeit ... 54
5.9.2.1. Chicle, Xate, Pimienta ... 55
5.9.2.2. Spezifische gesundheitliche Risiken bei der Waldarbeit ... 56
5.9.3. Weitere Einkunftsmöglichkeiten ... 57
6. DIE GESUNDHEITSVERSORGUNG ... 59
6.1. Schulmedizinisch orientierte Gesundheitszentren ... 59
6.2. H´men, Kräuterkundige, Heiler/-innen, Hebammen ... 60
6.3. Apotheken ... 62
6.4. „Offizielle“ Heilung in Uaxactún ... 62
6.4.1. Comadronas ... 62
6.4.2. Der Gesundheitsposten ... 64
7. DIE KRANKHEITEN UND IHRE BEHANDLUNG ... 66
7.1. Prä- und postkoloniale Krankheitserreger im mesoamerikanischen Raum unter besonderer Berücksichtigung von Influenza-Viren und Protozoen ... 66
7.2. Krankheiten und Heilungsalternativen in Uaxactún ... 68
7.2.1. Malaria ... 70
7.2.1.1. Heilungsmethoden und -dauer bei Malaria ... 71
7.2.1.1.1. Pharmaka ... 71
7.2.1.1.2. Heilpflanzen ... 72
7.2.2. Durchfallerkrankungen/ Enteroparasiten ... 72
7.2.2.1. Heilungsmethoden für Enteroparasiten und Diarrhö ... 73
7.2.2.1.1. Pharmaka ... 73
7.2.2.1.2. Heilpflanzen ... 74
7.2.3. Schwere Atemwegserkrankungen ... 74
7.2.3.1. Heilungsmethoden schwere Atemwegserkrankungen ... 75
7.2.3.1.1. Pharmaka ... 75
7.2.3.1.2. Heilpflanzen ... 75
7.2.4. Andere Symptome und Krankheiten ... 76
8. ENTSCHEIDUNGEN IM KRANKHEITSFALL ... 78
8.1. Heilung und Entscheidungsfindung: deskriptive Auswertung anhand von Fallbeispielen ... 79
8.1.1. Einleitung ... 79
8.1.2. Malaria ... 81
8.1.3. Grippe/Atemwegserkrankungen ... 83
8.1.4. Darmparasiten und empacho ... 86
8.1.5. Verbrennung ... 88
8.1.6. Schlangenbisse der Bothrops asper ... 89
8.1.7. Hautleishmaniose ... 91
8.2. Heilung und Entscheidungsfindung: Statistische Auswertung ... 92
8.2.1. Die Wahl der Heilmethoden und Entscheidungsfindung ... 93
8.2.3. Gründe der Entscheidungen ... 95
8.2.1. Informationsquellen des Heilwissens ... 97
8.3. Fazit ... 100
SCHLUSS UND AUSBLICK ... 103
LITERATURVERZEICHNIS ... 106
Literatur zu Bestimmung und Anwendung der Heilpflanzen (vgl. IV) ... 119
Literaturverzeichnis Internet ... 120
ANHANG ... 122
I. Hinweise zur Schreib- und Zitierweise der Arbeit ... 122
II. Fragebogen ... 123
IIa. Erläuterung der Interviewfragen und Klassifikationen der Antworten ... 124
Abb. I: Maya-Biosphärenreservat mit Nationalparks, Biotopen und Schutzzonen ... 126
ABB. II: Konzessionsgebiet der OMYC mit Waldcamps der Xateros ... 127
Abb III: Karte von Uaxactún mit Häusern der Interviewpartner ... 128
Abb. IV + V.: Hauptkrankheiten und -symptome Statistik des Puesto de Salud ... 129
IV. Ethnobotanik: Die Krankheiten und ihre pflanzliche Behandlung ... 130
IV.a Heilpflanzen Uaxactúns ... 131
V. Liste der zitierten und interviewten Personen ... 141
DANKSAGUNG ... 143
LISTE DER TABELLEN UND GRAFIKEN
Tabelle 1: Umfrageergebnisse über subjektiv empfundene Heilungsdauer von Malaria ... 71
Tabellen 2-4: Gründe für die Wahl der Heilmethode in Bezug zur angewandten Heilmethode ... 96
Tabellen 5-7: Angewandte Heilmethode in Bezug zur Wissensvermittlung ... 99
Tabelle I: Gegenüberstellung von pflanzlicher und synthetischer Medizin ... 126
Grafik 1: Vom Gesundheitsposten registrierte Hauptkrankheiten in Uaxactún, April 2003 ... 69
Grafik 2: Umfrageergebnisse der Behandlungsmethoden für Grippe, Malaria, und Parasiten ... 94
Grafik 3: Wissensquelle der angewandten Heilmethode ... 98
1. Einleitung
1.1. Struktur der Arbeit
Nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik und die ethnologische Relevanz der vorliegenden Arbeit, wird in Kapitel 2. auf die konkreten Fragestellungen und Hypothesen der Untersuchung eingegangen. In diesem Zusammenhang werden auch die Vor- und Nachteile des Untersuchungsraumes dargelegt. Es folgt in Kapitel 3. die Entwicklung der Theoriebildung und Untersuchungsmethoden der Arbeit. Vor diesem Hintergrund werden im Anschluss daran wesentliche Definitionen der in dieser Arbeit gebräuchlichen ethnomedizinischen und ortstypischen Begrifflichkeiten gegeben, um so den Rahmen der Arbeit genauer abzustecken. Anschließend wird in Kapitel 5 eine ethnografische Darstellung der örtlichen Gegebenheiten präsentiert. Mit diesem Vorwissen können die generell vorhandenen Behandlungsalternativen in Kapitel 6. erläutert und in den nationalen bzw. mesoamerikanischen Kontext eingeordnet werden, bevor in Kapitel 7. auf die Krankheiten und ihre speziellen Behandlungsmethoden im Einzelnen eingegangen wird. Im Anschluss daran folgt in Kapitel 8. eine Beschreibung und Evaluation der Entscheidungsfindungsprozesse anhand von Fallbeispielen, nach Krankheiten sortiert. Vor dem Hintergrund der Präsentation der deskriptiven Ergebnisse kann abschließend eine Auswertung der statistisch aufgearbeiteten Resultate erfolgen, um die beschreibende Evaluation zu stützen und zu ordnen. In der Kombination der qualitativen und statistisch- quantitativen Ergebnisse der Feldforschung soll das Thema möglichst umfassend abgehandelt werden. Im Fazit werden die Kernpunkte der Feldforschungsergebnisse zusammengefasst und potenzielle zukünftige Möglichkeiten und Entwicklungen des Gesundheitswesens in Uaxactún aufgezeigt. Hinweise zur Schreib- und Zitierweise der Arbeit finden sich unter Anhang I.
1.2. Medizinische Versorgung in Guatemala
In Guatemala leben etwa 11,5 Millionen Menschen; davon gehören 48% einer der indigenen Bevölkerungsgruppen der Xinca, Garífuna und Maya an, die insgesamt 125 verschiedene Sprachen und Dialekte sprechen1 und unterschiedliche kulturelle Traditionen und Medizinsysteme bewahren (OPS 2002:318). Die verbleibenden 52% der Bevölkerung verteilen sich auf Ladinos, die ethnische Mischkultur aus den Nachfahren der Spanier und den Angehörigen indigener Gruppen2. Der Groß-teil der Bevölkerung (65%) lebt in ländlichen Gebieten mit beschränktem Zugang zu westlich orientierten Gesundheitseinrichtungen (ibid.). Besonders dort spielen traditionelle Medizinsysteme und Heilpflanzenbenutzung nach wie vor eine übergeordnete Rolle, da sie teilweise die einzige Möglichkeit für die Behandlung im Krankheitsfall bieten. Durch die stetige Entwicklung auf dem Gesundheitssektor ist jedoch in den meisten Gegenden der Effekt des so genannten medizinischen Pluralismus festzustellen, das heißt, es sind sowohl traditionelle indigene als auch westliche Heilmethoden anzutreffen, die auf populärer Ebene keine strikte Trennung erfahren, sondern teilweise gemischt verwendet werden. So formen sie ein neues Medizinsystem, welches sowohl die Methoden als auch die dahinter stehenden Ideologien in sich vereint. Diese populären Heilmethoden lassen sich unter dem Begriff der remedios caseros (Hausmittel) zusammenfassen.
Die Haupt-Todes- und Krankheitsursachen auf nationaler Ebene sind schwere Atemwegs- und Durchfallerkrankungen (ibid.), die durch die Umwelt- und Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung schon seit Jahrhunderten die Liste der Gesundheitsprobleme in Lateinamerika anführen (KUNITZ 1993); Krankheitsbilder, die auch im Untersuchungsraum Uaxactún seit Jahren an der Spitze der monatlichen Statistik des örtlichen Gesundheitspostens auftauchen (Feldnotizen: Puesto de Salud). Die medizinische Versorgung mit Einrichtungen des westlichen, schulmedizinisch orientierten Systems führte im Rahmen von nationalen Gesundheitsprojekten und -programmen zu einer stetigen Abnahme der Sterblichkeitsrate infolge dieser Krankheiten3.
1.3. Ethnomedizin in Mesoamerika
Die Menschheit hat seit jeher mit dem Problem von Krankheiten zu kämpfen und hat je nach soziokulturellem und geografischem Umfeld andere Ätiologien, Heilungsmethoden und damit verbundene, individuelle Überlegungen entwickelt und in den so entstandenen Medizinsystemen definiert und tradiert. Während das so genannte westliche Medizinsystem dabei seine Ätiologien und Behandlungsmethoden traditionell auf physisch-biologische Vorgänge fokussiert (hat), reflektieren traditionelle Medizinsysteme indigener Kulturen Lateinamerikas eine „ganzheitliche“ Sichtweise des Krankheitserlebnisses, welche auch spirituell-emotionale Faktoren und animistische und übernatürliche Einflüsse berücksichtigt (GUBLER 2002:63). Damit verbunden sind entsprechende Ätiologien und Behandlungsmethoden, die ein anderes kognitives System als das westliche repräsentieren.
Im Rahmen der Einführung des westlichen Medizinsystems in die Neue Welt durch die Spanier kam es zu einem Aufeinanderprallen verschiedener Vorstellungen und Praktiken bezüglich der Behandlung von Krankheiten. Der so entstandene medizinische Pluralismus4 stellt heutzutage staatliche Gesundheitsprogramme in allen Ländern Lateinamerikas vor die schwierige Aufgabe, die verschiedenen medizinischen Systeme mit unterschiedlicher, teilweise konträrer Ätiologie und unterschiedlichen Krankheitsbildern, Paradigmen und Behandlungsmethoden zu kombinieren und in der Praxis möglichst effektiv miteinander zu koordinieren. Auf der einen Seite stehen die nach den Prämissen der westlichen Schulmedizin ausgebildeten Vertreter, auf der anderen traditionelle HeilerInnen, SchamanInnen, Kräuterkundige, Hebammen, Knocheneinrenker, Schlangendoktoren und andere Spezialisten.
Die Untersuchung der soziokulturellen Faktoren, welche bei der Wahl der Behandlungsmethode im Krankheitsfall eine Rolle spielen, kann heutzutage daher eine Lücke schließen zwischen dem Anliegen nationaler, westlich orientierter Gesundheitsprogramme und den tatsächlichen, für die indigene Bevölkerung relevanten Überlegungen und Praktiken. Medizinanthropologische bzw. ethnomedizinische Untersuchungen bilden in diesem Zusammenhang ein wichtiges Hilfsmittel, um eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Lagern zu schlagen und die medizinpluralistische Zusammenarbeit zu unterstützen (COSMINSKY 1973:11, KLEINMAN 1978:85f).
Durch ethnografische Methoden gewonnene Ergebnisse einer solchen Gesundheitssystemforschung bieten eine Vergleichsmöglichkeit der prinzipiell vorhandenen Behandlungsalternativen im Krankheitsfall sowie eine Übersicht der dabei relevanten Entscheidungsfindungsprozesse der Individuen und/oder der Dorfgemeinschaft (YOUNG 1982, PELTO UND PELTO 1997, MATHEWS UND HILL 1995). Die so gewonnen Informationen können von NGOs5 und anderen Entwicklungshilfeorganisationen genutzt werden und in der praktischen Realisierung von Gesundheitsprogrammen eine wichtige Mittlerrolle übernehmen (EDER UND GARCÍA PÚ 2003:1ff).
[....]
1 Andere Quellen gehen von allein 20 Maya-Sprachen in Guatemala aus, wobei rund 70% der guatemaltekischen Maya lediglich vier Sprachen sprechen: K´iche´, Mam, Q´eqchi´, Kaqchikel (ALLEBRAND 1997:73f).
2 Lindig und Münzel gehen davon aus, dass die Maya in Guatemala die „Hauptmasse der Bevölkerung“ bilden (1978:24). ALLEBRAND weist darauf hin, dass der „indianische Anteil …für gewöhnlich mit rund 60% einer Gesamtbevölkerung von derzeit 10,6 Millionen angenommen“ wird, dass aber je nach zugrunde liegender Quelle diese Angaben „zwischen Extremwerten von lediglich 35 bis zu 85 Prozent“ schwanken können (1997:71). Fest steht wohl, dass die Maya in Guatemala, wie in keinem anderen Land, einen signifikanten Bevölkerungsanteil ausmachen und ihre Kulturen und Traditionen lebendiger sind als anderswo. Trotzdem werden sie nach wie vor von offizieller Seite größtenteils als unmündige Minderheit dargestellt (vgl. ALLEBRAND 1997).
3 1987 lag die nationale Kindersterblichkeitsrate noch bei 73 toten Kindern pro 1000 Einwohner, bis 1998 reduzierte sie sich durch verbesserte medizinische Versorgung auf 45 Tote/1000 Einwohner (OPS 2002:321).
4 Nach PFLEIDERER definiert sich medizinischer Pluralismus als das „historische Produkt kultureller und sozialer Entwicklungen in seinen institutionalisierten Formen der medizinischen Versorgung“, welches aus dem „Nebeneinander der bestehenden medizinischen Systeme einer Gesellschaft innerhalb eines […] Gesundheitssystems“ entstanden ist (1995:86).
5 Non-Governmental Organization = Nicht-Regierungsorganisation (NRO).
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22.10.2004 11:19:41
Sg. Kollegen, mit interesse habe ich ihren Interneteintrag gesehen. Ich möchte in diesem Kontext auf unser Institut in San Jose/Peten, Guatemala hinweisen (www.geocities.com/playa_diana/index.html. mit kollegialen Grüssen Richard Frisch