Die geschichtliche Entwicklung der deutschen Rechtschreibung - bis zur ersten orthographischen Konferenz

Untertitel: Ein Kurzvortrag
Autor: Lucia Esther Momo Rita Müller
Fach: Germanistik - Didaktik

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 10
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 213 KB
Archivnummer: V25489
ISBN (E-Book): 978-3-638-28097-6

Textauszug (computergeneriert)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Germanistisches Seminar
PS: Didaktik und Methodik des Rechtschreibunterrichts
Sommersemester 2003

Die geschichtliche Entwicklung
der deutschen Rechtschreibung

von: Esther Müller




Das Deutsche ist die einzige Sprache der Welt, in der Substantive in der Satzmitte groß geschrieben werden, es gibt verwirrende Regelungen bezüglich der Dehnung - man schreibt „Teer“, „schwer“, und „lehr“, und jedes mal ist der Vokal langes „e“. Wie kam es zu all diesen Entwicklungen?
In der althochdeutschen Sprachperiode (etwa 750-1050) galt als Schreibgrundsatz das Prinzip der Lauttreue, also die Regel „Schreibe wie du sprichst“. Zwar war auch damals schon ein Phonem (also ein Laut) durch mehrere Grapheme (also Buchstaben) darstellbar, aber zumeist wurden die Wörter in „stiller Übereinkunft“ gleich geschrieben. Auch in der mittelhochdeutschen Sprachperiode (etwa 1100-1500) schrieb man auf diese Art und Weise.
Warum also haben sich die Schreibweisen bis heute so stark verändert, wenn es doch damals scheinbar keine Rechtschreibprobleme gab? Warum hat man sich diese denn erst erschaffen, und warum kehren wir heute nicht einfach wieder zu diesem Grundsatz zurück, wenn damit alle Probleme gelöst scheinen?

Durch die wesentlich ausgeprägteren Dialekte zu dieser Zeit war die Verständigung mit einer solchen Lautschrift nur regional möglich, was schon recht früh als Mangel erkannt wurde. Als Erste versuchten die Minnesänger diesen Zustand zu ändern und die Sprache von ihren mundartlichen Tendenzen zu befreien, schließlich wollten sie möglichst überall verstanden werden, um ihre politischen Motive zu verbreiten - ihr Einfluss blieb aber recht gering. Im Spätmittelalter jedoch kam es durch den immer
bedeutender werdenden Handel und den wirtschaftlichen Aufschwung der Städte zu Sprachmischungen, da Angehörige verschiedener Mundarten aufeinander trafen. Vor allem aber, wurde die Forderung nach einer überregionalen Sprache und Schrift nun von einer breiten Masse unterstützt. Des weiteren benötigten die Kanzleien des neu geeinten Deutschen Reiches eine Sprache die in allen deutschen Landen verstanden wurde. Schließlich sollten die Verordnungen Kaiser Maximilians I. möglichst Viele erreichen. So entstand durch die Sprachmischungen und mit der Kanzleisprache als Basis eine erste überregionale deutsche Sprache, die neuhochdeutsche Sprache.

Die Erfindung des Buchdrucks etwa 1445, trug wesentlich zur Ausbreitung und Erlernung der neuhochdeutschen Sprache bei. Denn die Buchdrucker wollten ihre Bücher natürlich überregional verkaufen und unterstützten daher die Verbreitung der neuhoch-deutschen Sprache als Grundlage für eine überregionale Schrift. Auch Martin Luther half, die neuhochdeutsche Sprache zu etablieren, da er sie für seine Bibelübersetzung nutzte. Er bemühte sich um möglichst volksnahen Ausdruck und trug dazu bei, dass die neuhochdeutsche Sprache bekannt wurde und als Vorbild für gutes Deutsch galt. Diese beiden historischen Begebenheiten, sowohl der Buchdruck als auch Martin Luthers Übersetzungen, waren entscheidend dafür, dass die neuhochdeutsche Sprache keine Kanzleisprache blieb, sondern vom Volk gekannt und benutzt wurde - wenn auch noch nicht von Jedermann.

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