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Rekonstruktion des geschlechtertheoretischen Ansatzes von Judith Butler unter Bezugnahme der Fragestellung, inwiefern sie einen neuartigen, radikalen Ansatz in der Geschlechtertheorie liefert

Scholary Paper (Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Annika Westphal
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V25601
ISBN (E-book): 978-3-638-28171-3
ISBN (Book): 978-3-640-38532-4
File size: 203 KB

Abstract

Ziel meiner Arbeit ist es, Butlers geschlechtertheoretischen Ansatz unter Bezugnahme der Leitfrage, inwiefern sie einen neuartigen, radikalen Ansatz der Geschlechtertheorie liefert, zu rekonstruieren. Dazu bedarf es zunächst eines kurzen Überblicks über Judith Butlers geschlechtertheoretischen Ansatz. Im Folgenden möchte ich die zentralen Begriffe „Konstruktion“, „Performativität“, „Geschlechtsidentität“, „Intelligibilität“, „Subversion“ und „Handlungsmacht“ anhand ausgewählter Textpassagen aus „Körper von Gewicht“, „Hass spricht“ und anhand des Buches „Das Unbehagen der Geschlechter“ näher erläutern. Dabei soll insbesondere näher untersucht werden, wie Butler in ihrem Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ nicht nur „gender“, also das soziale Geschlecht, sondern auch die vertraute Unterscheidung zwischen „sex“ und „gender“, sogar das biologische Geschlecht an sich als kulturell konstruierte Ideologie entlarvt. Am Ende meiner Arbeit werde ich die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammentragen und dazu kritisch Stellung nehmen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg
Institut für Soziologie
Fachbereich Sozialwissenschaften, Soziologie Mittelseminar
„Theorien zur Transformation der Privat- und Intimsphäre“
(Geschichte des modernen Subjekts II)
3. Semester

Rekonstruktion des geschlechtertheoretischen Ansatzes von Judith Butler
unter Bezugnahme der Fragestellung, inwiefern
sie einen neuartigen, radikalen Ansatz
in der Geschlechtertheorie liefert

von: Annika Westphal

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 2

2.Hauptteil S. 3-16

2.1 Überblick über Butlers geschlechtertheoretischen Ansatz S. 3-5
2.2 Der Begriff der Konstruktion bei Judith Butler S. 5-7
2.3 Butlers Konzept der Performativität S. 7-9
2.4 Butlers Subjektverständnis S. 9-11
2.5 Geschlechtsidentität und die Intelligibilität des Subjekts S. 11-15
2.6 Subversion und Handlungsmacht bei Judith Butler S. 15-16

3. Schlussbemerkungen S. 16-17

4.Literaturverzeichnis S. 18




1. Einleitung

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit Judith Butlers Geschlechtertheorie unter Bezugnahme ihrer beiden Bücher „Das Unbehagen der Geschlechter“ („Gender trouble“) und „Körper von Gewicht“ („Bodies that matter“). Durch ihr erstes Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ wurde Judith Butler zum Star der feministischen Debatte. Denn in diesem Buch hatte sie die These aufgestellt, dass die Geschlechtsidentität nichts natürlich Gegebenes sei, sondern sozial, kulturell und sprachlich unablässig konstituiert werde. In ihrem Werk „Körper von Gewicht“ geht sie einen Schritt weiter und entlarvt die Unterscheidung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht, also zwischen „sex“ und „gender“, als etwas, das kulturell konstruiert wird. Das hat zur Folge, dass scheinbar feststehende Kategorien wie Natur, Kultur und Körper ebenso ins Wanken geraten wie die zuvor schon klaren Zuordnungen von Männlichkeit und Weiblichkeit. Judith Butler fragt in ihrem Buch nach den subtilen Machtmechanismen, die hinter solchen Kategorien stehen. Die vielen Fehlinterpretationen und Verwirrungen, die sich aus der Rezeption des 1991 erschienen Buches „Das Unbehagen der Geschlechter“ ergeben haben, brachten eine Diskussion um zentrale Begriffe wie „sex“ und „gender“, „Konstruktion“ und „Identität“ ins Rollen, welche neu und kontrovers diskutiert wurden. Überdies führte die geübte Kritik auch zu einer erneuten erklärenden und weiterführenden Auseinandersetzung Butlers mit den aufgeworfenen Thesen in „Körper von Gewicht“.

Ziel meiner Arbeit ist es, Butlers geschlechtertheoretischen Ansatz unter Bezugnahme der Leitfrage, inwiefern sie einen neuartigen, radikalen Ansatz der Geschlechtertheorie liefert, zu rekonstruieren. Dazu bedarf es zunächst eines kurzen Überblicks über Judith Butlers geschlechtertheoretischen Ansatz. Im Folgenden möchte ich die zentralen Begriffe „Konstruktion“, „Performativität“, „Geschlechtsidentität“, „Intelligibilität“, „Subversion“ und „Handlungsmacht“ anhand ausgewählter Textpassagen aus „Körper von Gewicht“, „Hass spricht“ und anhand des Buches „Das Unbehagen der Geschlechter“ näher erläutern. Dabei soll insbesondere näher untersucht werden, wie Butler in ihrem Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ nicht nur „gender“, also das soziale Geschlecht, sondern auch die vertraute Unterscheidung zwischen „sex“ und „gender“, sogar das biologische Geschlecht an sich als kulturell konstruierte Ideologie entlarvt. Am Ende meiner Arbeit werde ich die wichtigsten Ergebnisse noch einmal zusammentragen und dazu kritisch Stellung nehmen.

2.Hauptteil

2.1 Überblick über Butlers geschlechtertheoretischen Ansatz

Mit den Begriffen des Poststrukturalismus und der Dekonstruktion in Verbindung mit dem Begriff des Feminismus, stellt man im deutschsprachigen Raum sofort eine Assoziation zu einem bestimmten Thema her: zur Dekonstruktion des Geschlechts und damit auch zur feministischen Philosophin Judith Butler. Seit 1991 ihr Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ erschienen ist werden ihre Veröffentlichungen kontrovers diskutiert. Auch gibt es kaum feministische Diskussionen zum Thema Geschlechtsidentität, in denen nicht der Name „Judith Butler“ erwähnt wird. Ausgangspunkt dieser Diskussion war Butlers These, dass das biologische Geschlecht selbst ein Konstrukt kultureller Ideologien ist und diskursiv hervorgebracht wurde (vgl. Hilge Landweer/ Mechthild Rumpf, 1993: S.4). Durch diese Aussage wurde Judith Butler so populär. Viele waren allerdings der Auffassung, dass diese These so neu gar nicht sei und beanspruchten das gleiche Maß an Aufmerksamkeit. Hierbei muss man nun bemerken, dass Butlers Vorgänger diese These nicht so radikal formuliert haben, wie Butler es getan hat. Die Radikalität liegt in ihren poststrukturalistischen theoretischen Bezügen begründet. In ihrer Kritik am Verständnis vom Geschlecht und in ihrer Argumentation lehnt sie sich eng an Derrida und Foucault an.

Mit der These, dass es kein natürliches Geschlecht im metaphysischen Sinne gäbe, verbindet sich eine weitreichende Kritik moderner erkenntnistheoretischer Grundlagen auch des Feminismus. Laut Butler besitzt auch die Kategorie „Frau“ als Subjekt des Feminismus keine biologischen Grundlagen und muss daher als eine machtvoll erzeugte Kategorie betrachtet werden (vgl. Stanislawa Paulus, 1999: S.56-58. Butlers Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ hatte unter anderem deshalb so großen Erfolg, weil sie sich nicht nur auf die amerikanische Debatte bezogen hat, sondern auch auf die europäische. Ihr Buch kann man zu einer allgemeinen Richtung des Feminismus rechnen. Diese Richtung differenziert innerhalb der einzelnen Frau und zwischen den Frauen an sich und deutet darauf hin, dass man einer Frau nicht durchweg nur weibliche Eigenschaften zuschreiben kann, sondern auch sogenannte männliche Eigenschaften.

[...]


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