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Basale Stimulation - Förderung oder Alltagssituation

Scholary Paper (Seminar), 2004, 14 Pages
Author: Monika Blazek
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Details

Event: Seminar Einführung in die Geistigbehindertenpädagogik
Institution/College: University of Würzburg
Tags: Basale, Stimulation, Förderung, Alltagssituation, Seminar, Einführung, Geistigbehindertenpädagogik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 14
Grade: 1-2
Language: German
Archive No.: V25639
ISBN (E-book): 978-3-638-28204-8

File size: 251 KB


Excerpt (computer-generated)

Basale Stimulation - Förderung oder Alltagssituation

von: Monika Blazek

 


1. Einleitung

2. Was hat man unter "Schwerstbehindert" zu verstehen?

3. Was muss man bei dem Umgang mit schwerstbehinderten Menschen beachten?

3.1. Rhythmisierung der Tagesabläufe
3.2. Geeignete Lebensräume schaffen
3.3. Beteiligung an Alltagsaktivitäten

4. Was ist Basale Stimulation®?

4.1. Der Grundgedanke
4.2. Der Ausgangspunkt und die Ziele der Basalen Stimulation®
4.3. Für welche Personengruppen wurde die Basale Stimulation® entwickelt?

5. Förderungsbereiche und Übungen

5.1. Vestibuläre Anregung
5.2. Somatische Anregung

5.2.1. Grundprinzip der Symmetrie
5.2.2. Grundprinzip der Spannung und Entspannung
5.2.3. Grundprinzip der Rhythmisierung

5.3. Vibratorische Anregung
5.4. Orale und Auditive Stimulation
5.5. Taktil/Haptische Stimulation und Visuelle Stimulation
5.6. Olafaktorische Stimulation

6. Vorteile der Basalen Stimulation®

6.1. Für den Patienten
6.2. Für den Mitarbeiter

7. Wie ist die allgemeine Meinung über Basale Stimulation®?

8. Stellungnahme: Was halte ich von der Basalen Stimulation®

9. Literaturverzeichnis

 

 


 

1. Einleitung

Jeder Mensch, der schon einmal in einer Schule für geistigbehinderte Kinder war hat bemerkt, dass auch dort die Schüler unterschiedliche Qualifikationen aufweisen. Allerdings sind es meistens die schwerstbehinderten Kinder, die aufgrund ihrer Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen, extrem auffallen. Oft sitzen diese Kinder nur teilnahmslos auf ihrem Stuhl/Rollstuhl und es scheint, als ob nichts, was um sie herum geschieht, zu ihnen durchdringt. Andreas Fröhlich beschäftigte sich mit diesen Kindern und entwarf in den siebziger Jahren das Modell der Basalen Stimulation®, welches helfen soll die schwerstbehinderten Kinder aus ihrer Isolation herauszuführen. Ob dieses Modell nun viel versprechend ist oder nicht, soll in der folgenden Abhandlung geklärt werden.

2. Was hat man unter "Schwerstbehindert" zu verstehen?

Die Motorik der Menschen mit einer schwersten Behinderung drückt sich meistens durch deutliche Ansätze zu willkürlicher Steuerung aus, allerdings ist die motorische Fähigkeit dermaßen gestört, dass der Schwerstbehinderte fast sein ganzes Leben im Liegen bzw. im Sitzen verbringt. Hinzu kommt noch, dass die körperliche Situation zusätzlich von Veränderungen des Muskeltonus (hyper-/hypotone Muskulatur) verschlechtert wird. Kontrakturen und zum Teil extreme Haltungsschäden verringern die Vitalität dieser Personengruppe. Im Bereich der Wahrnehmung geht man davon aus, dass jeder Mensch Grundkenntnisse in dem vestibulären, vibratorischen und somatischen Bereich (siehe 5.) bereits im Mutterleib erwirbt. Daher zeigen auch Menschen mit einer schweren Behinderung deutliche Kompetenzen; sie reagieren zum Beispiel auf Berührungen, speziell auf die im Gesicht. Die Körperwahrnehmung ist ebenfalls, aufgrund der vielen nicht wahrgenommenen Reize durch die mangelnde Bewegungsfähigkeit, gestört. Hinzu kommt, dass die Ausprägung der sprachlichen Fähigkeiten nicht ausreichend ist, um mit der Umwelt in Kontakt zu treten, deshalb geschieht dies häufig über Körpersignale, wie Muskelspannung, Gestik und Mimik.

Im Bereich der Kognition ist vor allem die sensomotorische Intelligenz entwickelt, wozu auch das Wiedererkennen von Reizen und Situationen zählt. Durch die oben angeführte motorische Einschränkung wird jedoch auch die kognitive Entwicklung gehemmt. Das Verhalten des einzelnen schwerstbehinderten Menschen ist durch die motorische Störung geprägt. Oftmals tragen die verschriebenen Medikament zusätzlich dazu bei, das sich der Schwerstbehinderte nicht aktiv mit seiner Umwelt auseinandersetzten kann (vgl. www.ertanzungen.de).

3. Was muss man bei dem Umgang mit schwerstbehinderten Menschen beachten?

3.1. Rhythmisierung der Tagesabläufe

Durch die massiv eingeschränkten Aktivitätsmöglichkeiten der Schwerstbehinderten ist es für sie von keinerlei Bedeutung, ob nun Tag oder Nacht vorherrscht, da ihr Tag sowieso größtenteils nur aus Liegen und Sitzen besteht. Außerdem befindet sich der Mensch mit einer schweren Behinderung die meiste Zeit des Tages in einem Dämmerzustand, welcher auf die zentrale Schädigung des Hirns zurückzuführen ist. Die sehr hohen Medikamentendosen tragen ebenfalls zu diesem Wach-/Schlafzustand bei. Hiermit ist zu erklären, warum es oft passiert, dass diese Kinder nachts keinen Schlaf finden, und dafür in der Schule öfters "einnicken". Es ist nun also Aufgabe der Pädagogik diesen Kindern einen gewissen Tagesrhythmus zu vermitteln, damit die Aufmerksamkeit am Tage gesteigert wird und sich das Kind aktiver an seiner Umwelt beteiligen kann. Diese Wachheit beeinflusst auch positiv die Förderung des Kindes, da es nun in der Lage ist, konzentriert mitzuarbeiten (vgl. Fröhlich, 2001, S. 150f). Wichtig ist hierbei, dass man eine deutlich wahrnehmbare Abwechslung von Aktivzeiten und Ruhephasen herstellt. Zu den Aktivzeiten zählen zum Beispiel das Aufstehen, das Zähneputzen und andere alltägliche Tagesabläufe, diese sollten nun regelmäßig zur gleichen Zeit stattfinden, damit sich das Kind auf die Geschehnisse einstellen kann und eine gewisse Routinestimmung entsteht. Die Ruhephasen sollen ebenfalls einen Erwartungscharakter für das Kind bekommen, dies erreicht man beispielsweise dadurch, dass man das Kind immer an einen bestimmten Ort zum Schlafen legt und ihm ein Kuscheltier oder ähnliches reicht. Das Kind wird merken, dass es Zeit ist zu Schlafen, sobald es dieses Ritual verinnerlicht hat. Wichtig ist darauf zu achten, dass das Bett nicht als Aufbewahrungsort fungiert, sondern nur als Platz der Ruhe und des Schlafens. Auch dies hilft dem Kind sich zu orientieren (vgl. Fröhlich, 2201, S. 153).

3.2. Geeignete Lebensräume schaffen

[...]


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