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Der Fall der Mauer und die Medien - Versuch einer medienbigraphischen Bearbeitung

Termpaper, 2002, 28 Pages
Author: Mark Thumann
Subject: Sociology - Methodology and Methods

Details

Event: Methoden der Rezeptionsforschung
Institution/College: Bielefeld University (Fakultät für Soziologie)
Tags: Fall, Mauer, Medien, Versuch, Bearbeitung, Methoden, Rezeptionsforschung
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 28
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V25653
ISBN (E-book): 978-3-638-28216-1

File size: 326 KB
Notes :
Fragestellung war, auf welche Weise Menschen verschiedenen Alters den Fall der Mauer rezipiert haben, und ob, und wenn ja welche Rolle die mediale Berichterstattung dabei gespielt hat. Es wurden drei Personen mit der Methode des narrativen bzw. biografischen Interviews befragt. Inkl. 10 Seiten Transskriptionen im Anhang.



Excerpt (computer-generated)

Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie
Methoden der Rezeptionsforschung
Abschlußbericht meiner qualitativen Sozialforschung
6.Semester

Der Fall der Mauer und die Medien –
Versuch einer medienbigraphischen Bearbeitung

von: Mark Thumann

 


Inhalt

1.0. Einleitung 3

2.0. Methoden 4

3.0. Hauptteil 7

3.1. Kurze Chronologie der Ereignisse um den Mauerfall 7
3.2. Vorstellung der Interviewten 7
3.3. Analyse zum Thema Mediennutzung 12

4.0. Schluß 17

Literaturliste 18

Anhang: Transkriptionen 19






1.0. Einleitung

Der Gegenstand der folgenden Arbeit ist der Fall der Mauer und die Frage, welche Rolle die Nachrichtenmedien bei der Rezeption dieses Ereignisses gespielt haben. In diesem Sinne ist die Arbeit ein Beitrag zur allgemeinen Medienfoschung, die sich mit der Frage nach der Bedeutung von Medien im Leben von Menschen bzw. im Rahmen gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen befaßt. Das Datenmaterial bilden drei narrative Interviews nach Schütze (dazu mehr im Methodenteil), mit InformantInnen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Milieus. Sowohl Ost- als auch Westdeutschland sind vertreten.

Die Interviews wurden im Rahmen des Seminars „Methoden der Rezeptionsforschung“ von jeweils verschiedenen Studierenden erhoben. Das Thema Mauerfall bietet sich als Thema einer solchen Untersuchung von daher an, weil davon auszugehen ist, daß es ab einem bestimmten Alter von praktisch jede/r/m rezipiert wurde. Ebenso ist zu vermuten, daß diese Rezeption bei fast allen zu einem gewissen Grad über Medien und hier vor allem das Fernsehen abgelaufen ist. Interessant ist, welcher Art die Mediennutzung ist, wie sie variiert, und ob dabei eine Abhängigkeit von anderen Faktoren, wie Alter, Wohnort, politische Gesinnung etc. sichtbar wird. Außerdem kann das Material daraufhin befragt werden, inwieweit medienvermittelte Bilder auch in Kontexten auftreten, wo von Medien eigentlich gerade gar nicht die Rede ist. Das Spannende an der biographischen Methode ist der tiefe Einblick des/der Forscher/s/in in die Lebenswelt der Befragten, wie er so bei anderen Erhebungsmethoden nicht vorkommt. In diesem Sinne bedeutet eine solche Forschung immer schon allein durch diesen Einblick einen Erkenntnisfortschritt und eine Bereicherung der/des Forscher/in/s. Die Arbeit ist folgendermaßen gegliedert: Zunächst werde ich in Kap.2.0 Methoden die bio-graphische Methode kritisch betrachten und meine eigenen theoretischen und praktischen Konzepte darlegen. In Kap.3.0 Hauptteil werde ich nach einer kurzen Auflistung der historischen Ereignisse (Kap.3.1) in Kap 3.2 für jede/n Interviewte/n eine Kurzdarstellung liefern, die nicht nur die medienbezogenen sondern alle Aspekte, die im Interview vorkommen zusammenfaßt. Anschließend werde ich in Kap.3.3 eine speziell auf Medien bezogenen Analyse durchführen. Das Schlußkapitel 4.0 wird die übliche Zusammenfassung und einen Ausblick enthalten.

2.0. Methoden

Die biographische Methode erfreut sich seit Mitte der 70er Jahre in Deutschland einer zunehmenden Beliebtheit und Verbreitung. Ein grundlegendes Charakteristikum dieser Methode ist die Form der Datenerhebung. Die klassische Variante ist das narrative Interview nach Schütze. Absicht ist, eine durch den Interviewer möglichst unverfälschte Erzählung einer Lebensgeschichte, eine Lebensabschnittes oder Lebensaspektes zu erhalten. Deshalb wird dem/der Interviewten lediglich eine sehr offene Eingangsfrage gestellt und im Folgenden nicht mehr unterbrochen. Idealerweise soll der/die Informant/in dann bis zu 5Std frei und nach eigener Strukturierung erzählen. Dabei gerät nach Schütze der/die Interviewte unter drei Zugzwänge, die dazu führen, daß durch diese Befragungstechnik mehr und andere Informationen „hervorgelockt“ (Schütze 1976) werden können, als durch andere: „Gestalterschließungs-, Kondensierungs- und Detaillierungszwang“. In der Reihenfolge bedeutet das den Zwang, eine einmal begonnene Erzählung zu Ende zu bringen, daß Erzählte so zu strukturieren und zu begrenzen, daß es für den/die Zuhörer/in verständlich ist und auch so viele Hintergrundinformationen und Zusammenhänge zu liefern, wie für das Verständnis erforderlich ist (Schütze 1976, S.225). Desweiteren geht Schütze von einer weitgehenden Analogie zwischen Erlebtem und Erzähltem aus, wenn er z.B. sagt: Die Struktur der Erzählung ist „auf die Struktur der wiedererinnerten lebensgeschichtlichen Erfahrungsaufschichtung“ zurückzuführen (z.B. 1983, S.284). An diesen Postulaten und der biographischen Methode als ganzer wurde und wird erhebliche Kritik geübt. Ohne auf diese Thematik allzu ausschweifend eingehen zu wollen, möchte ich einige eigene Anmerkungen dazu vorbringen:

Die oben erwähnten Zugzwänge sind durchaus vorhanden und sollten sinnvoll eingesetzt werden, doch sollte folgendes beachtet werden: 1. Es ist fraglich, ob alle Befragten diese Zwänge wirklich als solche wahrnehmen. Ich habe eher den Eindruck, daß es auch Menschen gibt, die sich kaum um Nachvollziehbarkeit kümmern bzw. sich ihrer eigenen Nichnachvollziehbarkeit nicht bewußt sind. 2. Es ist nicht klar, ob der Zwang zur „Abrundung“ immer die Wahrheit ans Licht bringt, oder ob er nicht eventuell auch zu relativ unüberlegten ad hoc Konstruktionen von Zusammenhängen oder unbotmäßigen Simplifizierungen führt Dieses Phänomen kenne ich zumindest aus eigenen Erzählungen.

[...]


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