Autor: André Kühnapfel
Fach: Wirtschaft - Controlling
Details
Jahr: 2003
Seiten: 23
Note: 1
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 297 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-28270-3
ISBN (Buch): 978-3-638-64876-9
Zusammenfassung / Abstract
Die Kosten- und Leistungsrechnung ist zentraler Bestandteil eines Unternehmens. Sie hat die Aufgabe, dem Management Informationen über Kosten und Leistungen zu liefern und somit die Wirtschaftlichkeit des Betriebsablaufes zu steuern. Daher ist das effiziente Führen eines Unternehmens ohne eine funktionierende Kostenrechnung nicht möglich. Als Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre und im internen Rechnungswesen verankert, werden hier die tatsächlich angefallenen Kosten und Leistungen erfasst und Abweichungen von den Planzahlen oder den Daten vergangener Jahre festgestellt. Gerade zu schlechten wirtschaftlichen Zeiten, in denen Unternehmen gezwungen werden, einen strikten Sparkurs einzuhalten, um ihre Position am Markt zu behaupten und ihr Überleben zu sichern, wird kostenrechnerisches Denken und daran orientiertes Handeln unabdingbar.
Textauszug (computergeneriert)
WIRTSCHAFTSAKADEMIE HAMBURG
PRÜFUNGSFACH MEDIENBETRIEBSWIRTSCHAFT
KLAUSURFACH:
KOSTEN- UND LEISTUNGSRECHNUNG
3. STUDIENJAHR
Hausarbeit
Die Kostenträgerrechnung als Bestandteil der Kostenrechnung
André Kühnapfel
28. April 2003
INHALTSVERZEICHNIS
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
1 EINFÜHRUNG IN DIE KOSTENRECHNUNG 1
1.1 Abgrenzung und Erklärung relevanter Begrifflichkeiten 1
1.1.1 Auszahlung und Einzahlung – Ausgabe und Einnahme 2
1.1.2 Aufwand und Ertrag 2
1.1.3 Kosten und Leistung 3
1.1.4 Kalkulatorische Kosten 4
1.2 Instrumente der Kostenrechnung 6
1.2.1 Kostenartenrechnung 6
1.2.2 Kostenstellenrechnung 7
1.2.3 Kostenträgerrechnung 8
2 AUFGABEN UND INSTRUMENTE DER KOSTENTRÄGERRECHNUNG 9
2.1 Kostenträgerstückrechnung 9
2.1.1 Divisionsverfahren 9
2.1.1.1 Einstufige Divisionskalkulation 9
2.1.1.2 Mehrstufige Divisionskalkulation 10
2.1.2 Äquivalenzziffernkalkulation 10
2.1.3 Zuschlagskalkulation 11
2.1.4 Maschinenstundensatzkalkulation 12
2.2 Kostenträgerzeitrechnung 13
2.2.1 Kostenträgerzeitrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren 13
2.2.2 Kostenträgerzeitrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren 14
LITERATURVERZEICHNIS 15
ANHANG 18
Anlage 1: Abbildung 5: Abgrenzung von Aufwendungen und Kosten 19
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
a. a. O. am angegebenen Orte
AfA Abschreibung für Abnutzung
Aufl. Auflage
bzw. beziehungsweise
ca. circa
d. h. das heißt
EDV Elektronische Datenverarbeitung
f. folgende
FA Fernseh Allianz
ff. fortfolgende
GK Gemeinkosten
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HeKo Herstellkosten
KLR Kosten- und Leistungsrechnung
KTR Kostenträgerrechnung
LKW Lastkraftwagen
lt. laut
mbH mit beschränkter Haftung
MCI Media Consult International
Mio. Millionen
MS Microsoft
NDR Norddeutscher Rundfunk
s. siehe
S. Seite
SeKo Selbstkosten
sog. so genannt
Std. Stunden
TV Television
u. und
u. a. unter anderem
URL „Uniform Resource Locator“; Adresse eines Internet-Angebotes
Vgl. Vergleiche
z. B. zum Beispiel
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Matrix der Rechnungsebenen und Rechnungsgrößen 2
Abbildung 2: Kosten-, Erlös- und Erfolgsrechnung 8
Abbildung 3: Beispielsrechnung zur Äquivalenzziffernkalkulation 11
Abbildung 4: Grundschema der Zuschlagskalkulation 12
Abbildung 5: Abgrenzung von Aufwendungen und Kosten 19
1 EINFÜHRUNG IN DIE KOSTENRECHNUNG
Die KLR1 ist zentraler Bestandteil des internen Rechnungswesens und stellt neben der Finanz- und Geschäftsbuchführung den zweiten Teil des betrieblichen Rechnungswesens dar. Sie dient der innerbetrieblichen Abrechnung und hat die Aufgabe, den Einsatz der Produktionsfaktoren im innerbetrieblichen Prozess abzubilden und den Werteverbrauch und Wertezuwachs zahlenmäßig zu dokumentieren, der durch die betriebliche Leistungserstellung und -verwertung verursacht wird. Als Hauptaufgabe dient die KLR der innerbetrieblichen Information - insbesondere als Planungs- und Kontrollorgan der Unternehmensleitung.2
Zur Erfüllung der unterschiedlichen Aufgaben wurden diverse Kostenrechnungssysteme entwickelt, die sich in zweierlei Hinsicht nach dem Zeitbezug oder nach dem Sachumfang kennzeichnen lassen. Nach dem Zeitbezug ergeben sich folgende Möglichkeiten der Unterscheidung: Bei Systemen der Istkostenrechnung werden tatsächlich angefallene Kosten verrechnet, während bei Normalkostenrechnungssystemen durchschnittliche Kosten und bei Systemen der Plankostenrechnung Kosten zukünftiger Perioden verrechnet werden. Nach dem Sachumfang wird hingegen danach unterschieden, ob alle (Vollkostenrechnung) oder nur ein Teil der Kosten3 (Teilkostenrechnung) verrechnet werden. Durch eine Kombination der beiden Kriterien können sich als Ergebnis daher sechs verschiedene Kostenrechnungssysteme ergeben.4
1.1 Abgrenzung und Erklärung relevanter Begrifflichkeiten
Die Grundbegriffe des Rechnungswesens können als vier Begriffspaare dargestellt werden. Auszahlung und Einzahlung, Ausgabe und Einnahme, Aufwand und Ertrag sowie Kosten und Leistung. In der Umgangssprache werden die Begriffe Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung bzw. Auszahlung, Ausgabe, Aufwand und Kosten gerne synonym verwendet. Inhaltlich weisen diese Begriffe zwar zum Teil enorme Überschneidungen aus, um die verschiedenen Verfahren der Kostenrechnung jedoch nachvollziehen zu können, ist es notwendig, diese grundlegenden Begriffe in ihrer Bedeutung voneinander abzugrenzen, da sie keinesfalls als identisch zu behandeln sind:5
Abbildung 1: Matrix der Rechnungsebenen und Rechnungsgrößen6
[Abb. 1 in Downloaddatei enthalten]
1.1.1 Auszahlung und Einzahlung – Ausgabe und Einnahme
Unter Auszahlungen ist der Abfluss liquider Mittel aus dem Unternehmensbereich zu verstehen, also die Minderung von Barbeständen in der Kasse sowie die Belastung von Bankkonten.7 Mit dem Begriff Ausgaben wird die Minderung des Geldvermögens bezeichnet wobei auch die Verbindlichkeiten berücksichtigt werden. Folglich ist jede Auszahlung auch gleichzeitig eine Ausgabe. Nicht jedoch jede Ausgabe ist auch eine Auszahlung.8 Ebenso sind die Begriffe Einzahlung und Einnahme voneinander abzugrenzen. Einzahlungen sind folglich Mehrungen der Barbestände in der Kasse bzw. Gutschriften auf Bankkonten während Einnahmen als Mehrungen des Geldvermögens zu verstehen sind, das heißt, auch die Forderungen berücksichtigt werden.9
1.1.2 Aufwand und Ertrag
Aufwendungen und Erträge nehmen Einfluss auf den Gewinn oder den Verlust eines Unternehmens und dienen somit der Ermittlung des Unternehmensergebnisses.10 Aufgrund dessen sind sie als sehr bedeutende Begriffe der Geschäftsbuchführung anzusehen. Wird das Reinvermögen – also das Eigenkapital – eines Unternehmens gemindert, so ergibt sich ein Aufwand.11 Aufwendungen stellen den bewerteten, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksamen Verzehr bzw. die bewertete Nutzung von Sachgütern, Dienstleistungen und Rechten dar. Die Tatsache, zu welchem Zeitpunkt eine eventuelle Ausgabe getätigt wurde oder ob der Werteverzehr dem Betriebszweck dient, muss dabei nicht berücksichtigt werden. Ein Aufwand muss notwendigerweise also keine zeitgleiche Auszahlung zur Folge haben; allerdings setzt ein Aufwand stets gezahlte oder zahlbare Auszahlungen voraus. Daher kann kein Aufwand entstehen, der nicht zu Auszahlungen führt oder bereits geführt hat.12 Erträge hingegen führen zu einer Mehrung des Reinvermögens einer Unternehmung,13 sofern diese Mehrung nicht durch eine externe Erhöhung des Eigenkapitals entstanden ist.14
1.1.3 Kosten und Leistung
Kosten sind von der Grunddefinition her mit den Aufwendungen zu vergleichen. Jedoch ist unter dem Begriff Kosten nur der Verzehr von Gütern und Dienstleistungen zu verstehen, der als Ziel die Leistungserstellung und den Absatz der betrieblichen Leistungen sowie die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft hat.15 Aufwendungen, die einem betrieblichen Zweck dienen, stellen somit gleichzeitig auch Kosten dar.
[....]
1 Auch als Betriebsbuchführung bezeichnet.
2 Vgl. hierzu Wolfgang Eisele: „Technik des betrieblichen Rechnungswesens“, 7. Aufl., München 2002, S. 633 ff.
3 Bei der Teilkostenrechnung werden den Kostenträgern nur die variablen Kosten zugerechnet.
4 Vgl. Dieter Moews: „Kosten- und Leistungsrechnung“, 4. Aufl., München/Wien 1991, S. 45 ff. sowie Marcell Schweitzer u. Hans-Ulrich Küpper: „Systeme der Kosten- und Erlösrechnung“, 7. Aufl., München 1998, S. 68 ff.
5 Vgl. Horst Schwarz: „ Kostenrechnung als Instrument der Unternehmensführung“, 3. Aufl., Herne/Berlin 1986, S. 15 sowie Abbildung 2: Matrix der Rechnungsebenen und Rechnungsgrößen.
6 In Anlehnung an Wolfgang Eisele, a. a. O., S. 639.
7 Z. B. bei der Lohnzahlung per Banküberweisung oder bei der Barzahlung von Portogebühren.
8 Z. B. Kauf eines LKWs auf Ziel: Hier wachsen die Verbindlichkeiten des Unternehmens und es tritt eine Minde- rung des Geldvermögens ein; Kassen- oder Bankbestände ändern sich jedoch (zumindest vorerst) nicht.
9 Vgl. Hans-Wilhelm Witthoff: „Kosten- und Leistungsrechnung der Industriebetriebe“, 4. Aufl., Stuttgart 2001, S. 4 ff.
10 Der bilanzielle Erfolg ergibt sich aus dem Saldo der Aufwendungen und der Erträge. Dieser kann entweder positiv (Gewinn) oder negativ (Verlust) sein.
11 Z. B. bei Abschreibungen oder Zinszahlungen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass diese Minderung keine Folge einer Gewinnausschüttung oder Eigenkapitalherabsetzung ist. Vgl. hierzu Hans-Wilhelm Witthoff, a. a. O., S. 4.
12 Vgl. Horst Schwarz, a. a. O., S. 15.
13 Z. B. Bankgutschriften für vermietete Gebäude etc.
14 Vgl. Hans-Wilhelm Witthoff, a. a. O., S. 10.
15 Vgl. hierzu und zu nachfolgenden Erklärungen Detlef Machenheimer: „Kostenrechnung leicht gemacht“, 1. Aufl., Niedernhausen/Ts 1995, S. 31 ff. sowie Hans-Wilhelm Witthoff, a. a. O., S. 4 ff. u. S. 10 ff.
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