Verhaltenstraining für Schulanfänger nach Petermann - Ein Programm zur Primärprävention von aggressivem und unaufmerksamem Verhalten

Autor: Benjamin Seidel
Fach: Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung

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Details

Veranstaltung: Lern- und Leistungsstörungen
Institution/Hochschule: Universität Siegen
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 12
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 237 KB
Archivnummer: V25742
ISBN (E-Book): 978-3-638-28278-9
ISBN (Buch): 978-3-638-74795-0

Zusammenfassung / Abstract

Aggressives und unaufmerksames Verhalten kommt je nach Untersuchung bei bis zu 10 bzw. 30 Prozent der Kinder vor, wenngleich auch oft nur symptomartig und nicht klassifizierbar. Trotzdem haben diese Kinder gerade auch in der Schule große Probleme und werden oft auch als Problem von ihrer Umwelt wahrgenommen. Seriöse Studien widersprechen zwar den oft angeführten Anstieg von Gewaltakten an Schulen, es zeigt sich jedoch, dass die Delinquenzrate steigt seit Jahren steigt. Als viel versprechende Wege zur Förderung von angemessenem Schülerverhalten werden oft Präventionsprogramme genannt, die jedoch hauptsächlich für ältere Kinder entwickelt wurden, obwohl neueste Erkenntnisse der Entwicklungspsycho-logie für einen früheren Einsatz sprechen. Diese Arbeit führt Grundlagen des aggressiven und unaufmerksamen Verhaltens ebenso vor, wie des positiv formulierten Ziele des Programm "Verhaltenstraining für Schulanfänger" nach Petermann. Dabei werden die grundlegende Konzeption und wichtige Verhaltensweisen (etwa das proaktive Lehrerhandeln) erläutert sowie das Trainingsprogramm im Einzelnen dargestellt. Schließlich wird die Evalutation des Programm kritisch vorgestellt und hinterfragt.

Textauszug (computergeneriert)

Verhaltenstraining für Schulanfänger (nach Petermann) -
Ein Programm zur Primärprävention von aggressivem
und unaufmerksamem Verhalten

von: Benjamin Seidel

 


1 AGGRESSIVES UND UNAUFMERKSAMES VERHALTEN 1

1.1 AGGRESSIVES VERHALTEN  1
1.2 UNAUFMERKSAMES VERHALTEN 2

2 VORBEMERKUNGEN ZUM PROGRAMMS 2

2.1 KONZEPTION UND ZIELE DES PROGRAMMS 3
2.2 PROAKTIVES LEHRERHANDELN  4

3 AUFBAU UND BESCHREIBUNG DES PROGRAMMS 4

3.1 TRAININGSGRUNDLAGEN  4
3.2 STEIGERUNG DER VISUELLEN UND AUDITIVEN AUFMERKSAMKEIT 5
3.3 SELBST- UND FREMDWAHRNEHMUNG EMOTIONALER GRUNDKATEGORIEN 6
3.4 VERMITTLUNG VON SOZIAL ANGEMESSENEM PROBLEMLÖSEVERHALTEN  7

4 EVALUATION  8

4.1 METHODE UND INSTRUMENTE 8
4.2 ERGEBNISSE 9

5 LITERATURANGABEN 10


 

 

1 Aggressives und unaufmerksames Verhalten

Aggressives und unaufmerksames Verhalten kommt je nach Untersuchung bei bis zu 10 bzw. 30 Prozent der Kinder vor, wenngleich auch oft nur symptomartig und nicht klassifizierbar (Petermann 2002, 16 u. 21f). Trotzdem haben diese Kinder gerade auch in der Schule große Probleme und werden oft auch als Problem von ihrer Umwelt wahrgenommen.

1.1 Aggressives Verhalten

Aggressives Verhalten kann viele verschiedene Ausdrucksformen haben, die unterschiedlich große Beeinträchtigungen bei den Betroffenen und deren Umwelt hervorrufen können. Die unterschiedlichen Ausdrucksformen reichen von direkter körperlicher Gewalt über Sachbeschädigungen und Vandalismus bis hin zu differenziertem, „sozial-manipulativem Verhalten“ (Petermann 2002, 13) und Mobbing in jeweils unterschiedlicher Stärke. Das Verhalten hängt eng mit dem Alter zusammen, es wird immer differenzierter (vgl. ebd.).

In den beiden großen Klassifikationssystemen DSM IV bzw. ICD-10 wird aggressives Verhalten vor allem als „Störung mit oppositionellem Trotzverhalten“ bzw. „Störung des Sozialverhaltens“ kategorisiert. Zur Diagnose müssen eine Anzahl bestimmter Verhaltensauffälligkeiten innerhalb eines bestimmten Mindestzeitraums (mehrere Monate) „im Vergleich zu Altersgenossen deutlich häufiger auftreten und zu psychosozialen Beeinträchtigungen“ (ebd., 15) führen. Viele Kinder fallen deshalb nicht unter die klinischen Krankheitskategorien, bereiten Eltern und Lehrern1 aber trotzdem Probleme. Es tritt das Problem zu Tage, ab wann ein aggressives Verhalten als unnormal oder krankhaft anzusehen ist. Als Ursache für aggressives Verhalten werden sowohl biologische, als auch psychosoziale Einflüsse genannt, die sich wechselseitig verstärken können. Vor allem werden aber auch „Defizite in der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung als prognostisch ungünstig“ (ebd., 17) angesehen.

1.2 Unaufmerksames Verhalten

Unaufmerksames Verhalten zeigt sich bei Vor- und Grundschulkindern vor allem durch fehlerhaftes Bearbeiten bzw. vorzeitige Beendigung von Aufgaben und Tätigkeiten und kommt vor allem bei fremdbestimmten Aufgaben und kognitiv anspruchsvollen Tätigkeiten vor. Dieses Verhalten lässt sich zum großen Teil auf die hohe Ablenkbarkeit dieser Kinder bei steigenden Außenreizen zurück führen (vgl. ebd., 20). Hyperaktives Verhalten, das vor allem in motorischer Unruhe besteht, und Impulsivität hängen meist eng mit unaufmerksamem Verhalten zusammen und führen oft zu aggressivem Verhalten und Lernproblemen. Zur Diagnose nach DSM IV und ICD-10 gelten, wie schon für die aggressiven Störungen beschrieben, bestimmte Kriterien und es wird in bestimmte Krankheitstypen bzw. Subtypen unterschieden (vgl. ebd. 21f).

Wenngleich auch biologische Ursachen ausschlaggebend für unaufmerksames und hyperaktives Verhalten zu sein scheinen, so beeinflussen psychosoziale Komponenten den Verlauf der Störung doch erheblich (vlg. ebd., 22).

2 Vorbemerkungen zum Programms

Die Autoren führen an, dass seriöse Studien zwar den oft angeführten Anstieg von Gewaltakten an Schulen widersprechen, dass jedoch die Delinquenzrate steigt (vgl. Gerken 2002, 119). Als viel versprechende Wege zur Förderung von angemessenem Schülerverhalten hätten sich Präventionsprogramme erwiesen, die jedoch hauptsächlich für ältere Kinder entwickelt wurden, obwohl „neueste Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie“ (ebd.) für einen früheren Einsatz sprechen. Die hohen Belastungen, die mit der Einschulung als „Entwicklungsübergang“ (ebd., 120) und „Umbruchphase“ (ebd.) verbunden sind, rechtfertigen eine Hilfestellung, die mit dem Einsatz des Programms in den ersten beiden Schuljahren erfolgen soll.

2.1 Konzeption und Ziele des Programms

[...]


1 Zur Vereinfachung benutze ich immer nur eine geschlechtsspezifische Form.

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