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Termpaper, 2002, 24 Pages
Author: Benjamin Seidel
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Siegen
Tags: Darstellung, Diskussion, Unterricht, Erstlesen, Erstschreiben
Year: 2002
Pages: 24
Grade: 1,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28280-2
ISBN (Book): 978-3-638-64879-0
File size: 325 KB
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Abstract
Um die kritische Überprüfung des Konzepts des offenen Unterrichts differenziert durchführen zu können, werden zunächst die verschiedenen Hintergründe und Erscheinungsformen (Kapitel 1) und didaktischen Modelle des Sprachunterrichts (Kapitel 2) dargelegt. Denn die Offenheit oder Öffnung von Unterricht wird in der Theorie, aber vor allem auch in der Praxis, sehr unterschiedlich interpretiert, was eine Bewertung und Vergleiche erschwert. Dass offener Unterricht verschieden gedacht und gestaltet wird, hängt auch mit der Tatsache zusammen, dass die Konzepte unterschiedlich begründet werden. Der Grundgedanke der Schülerzentrierung ist unterschiedlich motiviert. Die wichtigsten Hintergründe sollen deshalb kurz dargestellt werden. Dies ist von Bedeutung, da verschiedene Argumente auch bei den Einflussfaktoren auf den Lernerfolg (Kapitel 3) wieder auftauchen. Im Hauptteil wird dann der Einfluss des offenen Unterrichts anhand wichtiger Einflussfaktoren auf den Lernerfolg, wie Motivation, affektive Merkmale, kognitive Voraussetzungen, Vorwissen und soziale Lernumgebung dargestellt. Im Anschluss daran werden Konsequenzen für die Gestaltung des offenen Unterrichts gezogen.
Excerpt (computer-generated)
Darstellung der neueren Diskussion um einen
offenen Unterricht
von: Benjamin Seidel
1 DAS KONZEPT DES OFFENEN UNTERRICHTS 1
1.1 BEGRÜNDUNGEN DES OFFENEN UNTERRICHTS 1
1.2 VERSCHIEDENE REALISATIONSEBENEN DER ÖFFNUNG 2
2 DIDAKTIKEN, FORMEN UND METHODEN EINES OFFENEN SPRACHUNTERRICHTS 3
2.1 DIE „DIDAKTISCHE LANDKARTE“ 3
2.2 DER SPRACHERFAHRUNGSANSATZ 3
2.3 DER ANSATZ „LESEN DURCH SCHREIBEN“ 4
2.4 FREIES SCHREIBEN 4
2.5 SCHREIBKONFERENZEN 4
3 (OFFENER) UNTERRICHT IN DER EVALUATION 5
3.1 SCHWIERIGKEITEN DER EVALUATION 5
3.2 EVALUATION VON EINFLUSSFAKTOREN AUF LERNERFOLG, LERNZUWACHS UND MOTIVATION 6
3.2.1 Einfluss individueller Bedingungen 6
3.2.1.1 Einfluss affektiver und motivationaler Merkmale 7
3.2.1.2 Einfluss kognitiver Merkmale 7
3.2.1.3 Einfluss von Vorkenntnissen 8
3.2.1.4 Einfluss des sozialen Kontextes 8
3.2.2 Einfluss schulischer Faktoren 9
3.2.3 Einfluss der Unterrichtsqualität 9
3.2.3.1 Lehrerpersönlichkeit und Lehrerhandeln 10
3.2.3.2 Didaktische und methodische Maßnahmen 11
3.2.3.2.1 Maßnahmen zum Lesen lernen 11
3.2.3.2.2 Maßnahmen zur Rechtschreibung und Textproduktion 12
3.2.4 Entwicklung vor, während und nach der Grundschule 13
4 KONSEQUENZEN AUS DEN UNTERSUCHUNGEN FÜR DEN OFFENEN UNTERRICHT 14
4.1 DAS DIDAKTISCHE KONZEPT 15
4.2 METHODISCHE GESTALTUNG IM SPRACHUNTERRICHT 15
4.3 ZUSAMMENFASSUNG 16
5 LITERATURVERZEICHNIS 18
1 Das Konzept des offenen Unterrichts
Um die kritische Überprüfung des Konzepts des offenen Unterrichts differenziert durchführen zu können, sollen zuvor die ve rschiedenen Hintergründe und Erscheinungsformen (Kapitel 1) und didaktischen Modelle des Sprachunterrichts (Kapitel 2) darge legt werden. Denn die Offenheit oder Öffnung von Unterricht wird in der Theorie, aber vor allem auch in der Praxis, sehr unterschiedlich interpretiert, was eine Bewertung und Vergleiche erschwert.
1.1 Begründungen des offenen Unterrichts
Dass offener Unterricht verschieden gedacht und gestaltet wird, hängt auch mit der Tatsache zusammen, dass die Konzepte unterschiedlich begründet werden. Der Grundgedanke der Schülerzentrierung ist unterschiedlich motiviert. Die wichtigsten Hintergründe sollen deshalb kurz dargestellt werden. Dies erscheint mir wichtig, da verschiedene Argumente auch bei den Einflussfaktoren auf den Lernerfolg (Kapitel 3) wieder auftauchen. Bei der Darstellung und Einteilung können sich die verschiedenen Motive natürlich überlappen und ergänzen. Die durch den sog. „Sputnik-Schock“ in den fünfziger Jahren ausgelöste Bildungsdiskussion führte in der westlichen Welt zu einer Forderung nach mehr Wissenschaftsorientierung und damit auch zu einer kritischen Hinterfragung des Schulsystems (Peschel 2002a: 68). Heute werden oft Leistungsdifferenzen, Klassenstärken, Ausländeranteile und Verhaltensauffälligkeiten als gesellschaftliche Gründe genannt. Eine veränderte Einstellung gegenüber Autorität und ein verändertes Menschenbild in den sechziger und siebziger Jahren, das aus der Aufarbeitung des Nationalsozialismus resultiert, führte zudem auch zu einem neuen Kindbild. Eigenverantwortung und Selbstständigkeit werden zu neuen Zielen der Erziehung (Peschel 2002b: 6). Als wichtigste wissenschaftlich-theoretische Motivation sind aber Erkenntnisse aus der Psychologie und damit (aber auch mit den zuvor genannten Begründungen) verbundene Forderungen der Pädagogik zu nennen. Ausgehend von der von Piaget schon früh beschriebenen konstruktivistischen kognitiven Entwicklungstheorie wird Lernen als selbstgesteuert und selbstregulierend angesehen und zunehmend auch die Ausbildung von Motivationen, Kompetenzen und Strategien als implizit und kaum steuerbar angesehen (Peschel 2002b: 11ff). Au- ßerdem besteht die pädagogische und lernpsychologische Forderung, die Erfahrungswelt der Schüler zu berücksichtigen (Brügelmann 2001a, 1992: 161).
1.2 Verschiedene Realisationsebenen der Öffnung
In der Praxis und im theoretischen Verständnis liegen unterschiedliche Konzepte eines offenen Unterrichts vor (Brügelmann 2000b: 2). Unterschiedliche Konzeptionen können nach Brügelmann (2001a, 1998: 57ff) und Peschel (2002a: 8ff, 76ff) als verschiedene, stufenartige Realisationsformen eines offenen Unterrichts eingeteilt werden. Diese sollen aufgrund der für die Evaluation wichtige Definitionsfrage kurz erläutert werden. Auf der ersten Ebene geht es um eine Öffnung in der Organisation. Rücksicht genommen wird hier vor allem auf unterschiedliche Lerntempi der Kinder und methodischen Abwechslungsreichtum (Brügelmann/Brinkmann 1998: 57, Brügelmann 2001a). Sie kann sich unterscheiden in eine Öffnung von Zeit und Raum und eine Öffnung der Arbeits- und Sozialfo rmen (z.B. Stationslernen, projektorientierter Unterricht, Freiarbeit und Wochenplanarbeit) (Peschel 2002a: 78ff).
Als eine zweite Stufe der Öffnung verstehen Brügelmann und Peschel die methodische Öffnung als eine Freigabe der Lernwege für eigenaktives, konstruktivistisches Lernen (vgl. 1.1). Lehrer1 geben Probleme vor, die Schüler suchen alleine oder in Interaktion mit Mitschülern und dem Lehrer nach Lösungen (Brügelmann/Brinkmann 1998: 58f, Brügelmann 2001a, Peschel 2002a: 88ff). Beispiele sind etwa der Reisetagebücherunterricht oder Arten von projektorientiertem Unterricht (Peschel 2002a: 82, 93ff). Die inhaltliche Öffnung des Unterrichts (die die methodische Öffnung mit einschließt) verlagert zusätzlich die Wahl des zu lernenden Stoffes an die Schüler, der Lehrer wird als Lernbegleiter, Struktur- und Impulsgeber gesehen. Begründet wird diese Stufe der Öffnung vor allem durch Motivation aber auch gesellschaftlich-politisch bzw. pädagogisch durch Erziehung zur Eigenverantwortung (vgl. 1.1) (Brügelmann/Brinkmann 1998: 59ff, Brügelmann 2001a, Peschel: 88f).
Hinzu kommt auf einer höchsten Stufe eine Öffnung auf der sozialen Ebene. Den Kindern werden nicht nur im Bereich des Lernens sondern auch im Umgang miteinander Kompetenzen zugesprochen und sie werden als gleichberechtigt im Sinne einer „Basisdemokratie“ behandelt (Peschel 2002a: 89f, Brügelmann 2001a, vgl. Brüge lmann/Brinkmann 1998: 61f).
2 Didaktiken, Formen und Methoden eines offenen Sprachunterrichts
[...]
1 Auch wenn der Übersicht wegen als Bezeichnung einer Gruppe nur eine geschlechtsspezifische Form explizit genannt wird, sind trotzdem natürlich jeweils Frauen und Männer bzw. Jungen und Mädchen gemeint.
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