Scholary Paper (Seminar), 2001, 11 Pages
Author: Rosa Badaljan
Subject: Film Science
Details
Institution/College: Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg (Theater- und Medienwissenschaft)
Tags: Berlin, Film, Proseminar, Bilder, Metropolis, Stadt, Filmstoff
Year: 2001
Pages: 11
Grade: gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28301-4
File size: 159 KB
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Excerpt (computer-generated)
Proseminar „Die Bilder von Metropolis – Die Stadt als Filmstoff“
WS 2002 / 03
Hausarbeit:
Berlin im Film“
Referat vom 11.12.2002
Rosa Badaljan
Semester: 4
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 2
2 Filmbeispiele 4
2.1. Berlin Alexanderplatz 4
2.2. Berliner Ballade 5
2.3. Der Himmel über Berlin 7
2.4. Geschwister-Kardesler 8
3 Fazit 9
4 Literaturverzeichnis 11
1 Einführung
In der deutschen Hauptstadt Berlin findet man das gesamte Spektrum des Films: Anfängerfilme mit spärlichen Budgets stehen internationalen Millionenproduktionen gegenüber, es werden rein kommerzielle Filme, die sich an ein Massenpublikum wenden, gedreht, aber auch künstlerische Experimentalfilme, Dokumentationen und Kinderfilme. Die Tradition der Stadt als Film- Metropole reicht weit zurück. Quasi seit der Erfindung des Films ist Berlin Mittelpunkt oder Nebendarsteller einer unzähligen Reihe von Produktionen. Die Filme in oder über Berlin bringen nicht nur den Ort, sondern auch das besondere Lebensgefühl und die Menschen dieser Stadt ins Bild. Dies ist ein Nebeneffekt, der ein positives Berlin-Bild vermitteln kann, aber zumindest Interesse an der Großstadt weckt. Das hat natürlich zur Folge, dass das Publikum, die Medien und auch das Ausland auf Berlin aufmerksam werden und vermehrt ausländische Produzenten anlockt. Zwischen 1918 und 1930 wuchs Berlin zu einem geistigen Zentrum heran, das viele Künstler und Filmemacher inspirierte. Mit „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“ vermittelt Walter Ruttmann die Bewegung und die Schönheit Berlins von 1927. Auch während der NS-Zeit wurde hauptsächlich in Berlin gedreht. Zu nennen wären da zum Beispiel das kulissenschwere „Amphitryon“ oder der Propaganda-Film „Hitlerjunge Quex“, in welchem man Heinrich George, der vorher noch als Franz Biberkopf in „Berlin Alexanderplatz“ eine weniger unsympathische Rolle hatte, zu sehen war. Nach dem Krieg bot Berlin, welches bis März 1945 noch stark bombardiert wurde, eine gute Kulisse für Trümmerstadt-Filme. In der Nachkriegszeit versuchten die Alliierten, das Kulturleben der einst glitzernden Metropole wieder anzukurbeln. Die russische Besatzungsmacht baute einen neuen Staatsfilm auf, repräsentiert durch die DEFA. Die westlichen Alliierten zerschlugen den Staatsfilm des Dritten Reiches, boten aber keine neue Alternative. Nach und nach wurde der Betrieb in den Filmstudios wieder aufgenommen und neue Ateliers entstanden. In den Nachkriegsfilmen dominierten erst die Themen Trümmerstadt und Heimkehrer, dann griffen einige Filmemacher den Brennpunkt des geteilten Landes auf und versuchten die Probleme der Teilung in Ost und West zu verdeutlichen. Die DEFA produzierte 1956 den Film „Berliner Romanze“, eine sensible Liebesgeschichte zwischen einer Ostberliner Verkäuferin und einem jungen Westberliner. In den Fünfzigern findet man vermehrt Filme über die Stadt des Wirtschaftswunders beim Wiederaufbau. Nach dem Mauerfall konnten endlich Filme über ein neues vereintes Berlin gezeigt werden.
Berlin als filmische Stadt oder als Stadt im Film bedeutet nicht bloß Großstadtkulisse, sondern viel mehr: Die Stadt wird bewußt in die Handlung miteingewoben und inszeniert, sie bekommt eine dramaturgische Funktion im Film. So kann das Umfeld und die Umgebung, in der ein Mensch lebt, dessen Innenwelt widerspiegeln. Die Probleme, die in einer Großstadt wie Berlin herrschen, geben den psychischen Zustand ihrer Bewohner wider.
Ende des 20. Jahrhunderts verkörpert Berlin ganz besonders die Situation und die Widersprüche der Großstadt. So viele positive Aspekte die kulturelle Vielfalt Berlins mit sich bringt, so viele Ausgrenzungen zieht die Isolation der Großstadt hinter her. Es bilden sich Minoritäten-Viertel in denen ausländische Bürger abgeschottet und ohne Chance auf Integrität leben. Die glitzernden Fassaden der hochtechnisierten Büros und Fabriken können die Armut und Obdachlosigkeit der Menschen in Berlin nicht verdecken. Und trotz der zahlreichen Möglichkeiten, an unendlich vielen Begegnungsstätten Beziehungen oder Freundschaften zu knüpfen, ist das Gefühl der Entfremdung und Einsamkeit nirgends so stark wie in überfüllten Großstädten. Von dieser Polarität erzählen immer mehr Filmemacher. Auf dem Markt erscheinen zunehmend Splitter- Geschichten und Episodenfilme, die sich nicht nur auf ein Thema beschränken lassen, sondern die Vielschichtigkeit der Gesellschaft zum Ausdruck bringen wollen. Es sind Geschichten der Berliner Subkultur, angesiedelt zwischen Drogenabhängigen und Prostituierten, Yuppies und Künstlern, Arbeitslosen und Landstreichern, rumhängenden Jugendlichen und Träumern, die perspektivlos umherirren.
2 Filmbeispiele
Die von mir ausgewählten Filmbeispiele sollen verdeutlichen, wie Berlin im Spielfilm dargestellt wird und wie diese Stadt die Menschen, die in ihr leben, charakterisiert.
2.1. Berlin Alexanderplatz
Inhalt:
Der Regisseur Phil Jutzi verfilmte Alfred Döblins gleichnamigen Roman, dessen Handlung sich in der Berliner Unterwelt abspielt. Die Hauptfigur Franz Biberkopf (Heinrich George) wird nach vier Jahren aus der Strafanstalt Tegel entlassen. Er möchte zurück ins Alltagsleben, seine kriminellen Taten vergessen und ein bürgerliches Leben führen. Biberkopf versucht sich als Straßenverkäufer am Alexanderplatz. Mit seiner „Berliner Schnauze“ bringt er Schlipshalter an den Mann. Der Ganove Reinhold (Bernhard Minetti) erfährt von Biberkopfs krimineller Vergangenheit, und setzt die hübsche Cilly (Maria Bard) darauf an, Biberkopf davon zu überzeugen, sich der Bande anzuschließen. Biberkopf weigert sich, doch läuft er in eine Falle und wird so in einen Einbruch verwickelt. Auf der Flucht wirft Reinhold ihn aus dem fahrenden Wagen, denn er verdächtigt Biberkopf zu Unrecht des Verrats. Franz Biberkopf wird vom darauffolgenden Auto überrollt. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt und einer Armamputation kehrt Franz heim. Er sucht Reinhold auf um sich der Bande wieder anzuschließen, denn er sieht keine Hoffnung mehr, in ein normales Leben zurück zu finden. Der kriminelle Erfolg stellt sich bald ein, Biberkopf lebt in Saus und Braus.
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