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Scholary Paper (Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Michael Pehle
Subject: Romance Languages - French Literature
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Romanistik)
Tags: Michel, Houellebecq, Elementarteilchen, Thesenroman, Proseminar
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28366-3
ISBN (Book): 978-3-638-76021-8
File size: 305 KB
Untersuchung des Romans "Elementarteilchen" von Michel Houellebecq im Hinblick auf die aufgestellen Thesen, sowohl in formaler als auch inhaltlicher Analyse. Die drei Hauptthesen des Romans werden explizit dargestellt und mit ihrem Bezug zur Erzähltechnik Houellebecqs untersucht.
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Abstract
Houellebecq stellt in seinem Roman Elementarteilchen viele Thesen, vor allem zur Anthropologie auf, was dazu führt, dass man den Roman als modernen Thesenroman bezeichnen kann. Diese Arbeit stellt die Annahmen Houellebecqs heraus und untersucht sowohl sprachlich als auch inhaltlich auf ihre Konsistenz um sie im Schlussteil kritisch zu hinterfragen.
Excerpt (computer-generated)
Michel Houellebecq: Elementarteilchen –
Ein moderner Thesenroman
von: Michael Pehle
3. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Die Person Michel Houellebecq 4
3 Zusammenfassung des Romans „Elementarteilchen“ 5
4 Darstellung des Buches als Thesenroman 7
4.1 Parallelität zwischen dem Inhalt und der Sprache der formulierten Thesen 7
4.2 Formale Struktur und Stil des Buches unter dem Blickwinkel eines Thesenromans 9
5 Hauptthesen des Romans: Die Probleme der Gesellschaft und deren Lösung 10
5.1 Das Schicksal Annabelles 10
5.2 Ursachen für die Entstehung der individualisierten Gesellschaft 12
5.2.1 Grund für die Vereinsamung der Menschen am Ende des 20. Jahrhunderts ist die 68er Bewegung 12
5.2.2 Zerstörung der Familie 14
5.2.3 Sex als zweites Differenzierungsmittel der Gesellschaft 15
5.3 Lösung der Probleme durch Abschaffung der Menschheit und Erschaffung einer neuen Rasse 16
6 Anmerkungen zu Houellebecqs Thesen 17
Literaturverzeichnis 20
1 Einleitung
In dieser Arbeit nehme ich eine Analyse des Buches „Les particules élementaires“, in deutscher Übersetzung „Elementarteilchen“, von Michel Houellebecq, vor. Beschäftigt man sich mit dem Roman, so drängt sich, aufgrund unterschiedlicher Anzeichen, die Formulierung Thesenroman auf; ein Begriff, den ich im Folgenden untersuchen werde. Dabei werde ich, von der Definition eines Thesenromans ausgehend, die Annahmen, die Houellebecq trifft, darstellen und sie anschließend mit der erzählten Geschichte in Bezug setzen. Bevor ich diesen Schritt mache, werde ich die Biografie des Autors näher beleuchten, sowie mich am Ende meiner Arbeit kritisch mit seinen Thesen auseinandersetzen und beschreiben, was für mich den Reiz an Houellebecqs Roman ausmacht. Leider gibt es bisher sehr wenig Sekundärliteratur, so dass ich lediglich auf das Buch „Das Phänomen Houellebecq“ von Thomas Steinfeld, auf Houellebecqs weitere Werke, sowie auf „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley zurückgreifen konnte.
2 Die Person Michel Houellebecq
Aufgrund des zurückgezogenen Lebens Houellebecqs ist es nicht leicht, seine wahre Biografie zu erfahren. Während in dem Buch „Das Phänomen Houellebecq“ von Thomas Steinfeld (Hg.) zu lesen ist, dass er bei seinen Großeltern aufgewachsen sei, wird dagegen auf seiner Homepage http://www.houellebecq.info/deutsch.php3 berichtet, dass er allein bei seiner Großmutter aufwuchs. Beim näheren Betrachten von Interviews Houellebecqs wird deutlich, dass er an dem Verbreiten von Legenden um seine Person durchaus interessiert ist. Bei meinen Recherchen bin ich auf keine fundierten Quellen über seine Kindheit gestoßen, daher werde ich hier nur wenig detailliert auf sein Leben eingehen und mich an den Ausführungen von Thomas Steinfeld orientieren.
Michel Houellebecq wurde 1958 auf der Insel La Réunion geboren und wuchs bei seinen Großeltern in Crécy-La-Chapelle auf. Der Name Houellebecq stammt von seiner Großmutter. 1980 bekam er sein Diplom als Agraringenieur und arbeitete seit dem als Informatiker.1 Seine erstes literarisches Werk war der Gedichtband „Poursuite du bonheur“ aus dem Jahr 1992, für den er den Prix Tristan Tzara bekam. Den Durchbruch schaffte er 1994 mit dem Roman „Extension du domaine de la lutte“, in der Deutschen Übersetzung „Ausweitung der Kampfzone“, der bereits 1999 verfilmt wurde. Sein zweiter Roman „Les particules élémentaires“ erschien 1998 und ist bezüglich der Thematik eine gedankliche Weiterführung des ersten Romans. Ebenfalls 1998 veröffentlicht er einen Essayband „Interventions“, in der deutschen Ausgabe „Die Welt als Supermarkt“. 2001 kommt sein dritter Roman auf den Markt, „Plateforme“, bzw. die deutsche Übersetzung „Plattform“. Auch dieser Roman kann bezüglich der Thematik des Sextourismus und der Gesellschaftskritik als Weiterentwicklung seiner Gedanken verstanden werden.
Dieses ist nur eine Auswahl seiner Veröffentlichungen. Houellebecq hat sich nicht allein durch Erzählungen wie „Elementarteilchen“ oder „Plattform“, sondern eben auch durch das Verfassen von Essays und vor allem von Gedichtbänden ausgezeichnet. Er selbst zieht die Poesie der Prosa vor, wie er in einem Interview, veröffentlicht im Essayband Die Welt als Supermarkt sagt: „Die Poesie ist das natürlichste Mittel, um die reine Intuition eines Augenblicks zu vermitteln. […] Solange man bei der Poesie bleibt, bleibt man bei der Wahrheit.“2.
3 Zusammenfassung des Romans „Elementarteilchen“
Houellebecq gibt dem Buch durch eine Vor- und eine Nachrede einen Rahmen, in dem er seine Geschichte abspielen lässt. Die Geschichte selbst ist nochmals in drei Teile gegliedert. Auf diesen Aufbau werde ich später noch genauer eingehen. In besagtem Rahmen berichtet ein Erzähler rückblickend aus der Sicht des Jahres 2050 über die Gesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt die Gesellschaft exemplarisch an den beiden Halbbrüdern Michel Djerzinski und Bruno Clément. Die Geschichte der beiden Brüder wird erzählt wie eine Vorlesung.
Michel ist Molekularbiologe und wird zum Wegbereiter der neuen menschlichen Rasse, die 2050 die alte Menschheit abgelöst hat und aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, bevor er sich selbst das Leben nimmt. Bruno wird Lehrer und leidet sein gesamtes Leben an einem extrem ausgeprägten Sexualtrieb, was ihn schließlich zur eigenen Einweisung in eine psychiatrische Klinik führt. Beide werden von ihrer Mutter Janina Ceccaldi verlassen, die die Erziehung der Kinder nicht mit ihrer individuellen Freiheit der 68er Generation vereinbaren kann.
[...]
1 Vgl. Steinfeld, T. (Hrsg.): Das Phänomen Houellebecq. Köln 2001 S.265
2 Houellebecq, M.: Die Welt als Supermarkt. Köln 1999 S. 34
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