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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 15 Pages
Author: Kai Mühlenhoff
Subject: Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Details
Institution/College: University of Münster (Institut für Sportdidaktik)
Tags: Betrachtungsweisen, Bewegung, Bedeutung, Unterrichtsplanung, Sport, Sportunterricht, Auswerten
Year: 2003
Pages: 15
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28500-1
File size: 274 KB
Es wird unter Zuhilfenahme von Fachliteratur und eigenen Überlegungen eine sinnvolle Verbindung zwischen den Betrachtungsweisen der Bewegung und dem Handlungsmodell der Unterrichtsplanung gezogen.
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Excerpt (computer-generated)
Hauptseminar: Sport und Sportunterricht
analysieren und auswerten
WS 2002/03
Die Betrachtungsweisen der sportlichen
Bewegung und ihre Bedeutung für die Unterrichtsplanung
von
Kai Mühlenhoff
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Betrachtungsweisen der sportlichen Bewegung 2
2.1 Voreingehende Leitgedanken 2
2.2 Die historisch-gesellschaftliche Betrachtungsweise 3
2.3 Die morphologische Betrachtungsweise 3
2.4 Die anatomisch-physiologische Betrachtungsweise 4
2.5 Die psychologische Betrachtungsweise 5
2.6 Die biomechanische Betrachtungsweise 6
3. Die Anwendung der Betrachtungsweisen in der sportlichen Lehre 7
3.1 Allgemeine Voraussetzungen und Anforderungen 7
3.2 Praktischer Umgang mit den Betrachtungsweisen 8
4. Schlussteil 10
5. Bibliographie 13
1. Einleitung
Im Wintersemester 2002/2003 habe ich das Seminar „Sport und Sportunterricht analysieren und auswerten“ besucht. Am 12.11.2002 hielt ich ein Referat über die „Betrachtungsweisen der sportlichen Bewegung“. Bei der Erarbeitung, meinem Vortrag und der anschließenden Diskussion habe ich die Erkenntnis gewonnen, wie differenziert die Betrachtungsweisen im Rahmen der sportlichen Theorie und Praxis Anwendung finden. Es ist festzustellen, dass diese Differenziertheit mit einem matrixartigen wechselseitigen Beziehungsgeflecht innerhalb der Betrachtungsweisen einhergeht. Auch im Seminar wurde verdeutlicht, dass eine Unterrichtsstunde durch vielfältige Überlegungen im Sinne dieser Struktur bestimmt ist und gewisse Affinitäten bezüglich dieser Komplexität aufweist. So verläuft die Vorbereitung einer Unterrichtsstunde in einer chronologischen Struktur, die sich in die drei Phasen Analysieren, Entscheiden und Planen gliedert. Während des Unterrichtsprozesses ist eine fortwährende Reflektion jedoch zwingend erforderlich um flexibel auf sich verändernde Situationen, nicht unmittelbar voraussehbare Unwägbarkeiten und Entwicklungen reagieren zu können und einen Ist-Soll Abgleich der beabsichtigten Ziele jederzeit gewährleisten zu können. Sofern Störgrößen auftreten ist es die Aufgabe des Lehrenden diese zu erkennen und das Handlungsmodell ständig auf seine Funktion der Zielerreichung zu überprüfen und gegebenenfalls umzustellen. In der Seminararbeit möchte ich im Folgenden beleuchten, wie der Sportpädagoge die verschiedenen Betrachtungsweisen mit dem Handlungsmodell der Unterrichtsplanung in Beziehung setzen sollte und welche Handlungskompetenzen dadurch erforderlich werden.
Zunächst werde ich kurz die einzelnen Betrachtungsweisen der sportlichen Bewegung, so wie Meinel sie in seinem Buch „Bewegungslehre“ formuliert, erläutern. Im daran anschließenden Teil soll der Umgang dieser Betrachtungsweisen in der Praxis der sportlichen Lehre im Fokus des Interesses stehen, was anhand von Beispielen verdeutlicht werden soll. Ein abschließendes Fazit zu den Überlegungen soll der Schlussteil bilden.
2. Die Betrachtungsweisen der sportlichen Bewegung
2.1 Voreingehende Leitgedanken
Meinel schickt in seinem Buch den Erläuterungen zum Wesen der Betrachtungsweisen drei Leitgedanken voraus, deren Berücksichtigung vor einer methodisch falschen Herangehensweise bei der Analyse von Bewegungen bewahren soll und Fehlinterpretationen seitens des Betrachters zu vermeiden sucht. Beginnend hierzu führt er die Notwendigkeit einer allseitigen Betrachtung, d.h. ein gleichzeitiges Einbeziehen aller Betrachtungsweisen, an. Abhängig von einer Bewegung ergibt sich eine unterschiedliche Gewichtung in Bezug auf die Einbeziehung der jeweiligen Betrachtungsweisen. Das teilweise Dominieren einer Betrachtungsweise und der fast gänzliche Ausschluss einer anderen muss demnach nicht zwangsläufig dem Prinzip der Allseitigkeit widersprechen, sondern richtet sich vielmehr in seiner Ausprägung der Frage nach, mit welchem Zweck, unter welcher Zielsetzung es mehr bzw. weniger Sinn macht eine Bewegung eben vorwiegend unter einer bestimmten Perspektive unter die Lupe zu nehmen. Eine einseitige Betrachtungsweise bleibt laut Meinel unvollkommen und führt leicht zu Fehlern und Erstarrung.
Als zweiten Leitgedanken formuliert er die Tatsache, dass es bei der Analyse von Bewegungen im Endeffekt darum geht dem Wesen einer Bewegung auf die Schliche zu kommen. Mit anderen Worten heißt das, die vielfältigen Bedingungen, Ursachen und Gesetzmäßigkeiten, denen der Sportler als Ausführender einer Bewegung unterliegt, zu ergründen. Dieser Erkenntnisprozess führt zunächst über die sinnliche Ebene, über die sinnlich wahrnehmbare Bewegung, jedoch kann
die reale Bewegung, die wir erleben und sinnlich wahrnehmbar [ist] … erst verstanden werden, wenn wir ihren Sinn, ihre inneren Zusammenhänge, die Bedingungen ihres Entstehens usw. kennen, das heißt, sinnliche und rationale Erkenntnisgewinnung müssen eine Einheit bilden.1
Der Erforschung des Wesens einer Bewegung unerlässlicher Teil, dies ist Meinels dritter Leitgedanke, sei die Berücksichtigung ihrer Entwicklung. Bewegungen sind in ihrer Erscheinung einem ständigen Wandel unterzogen. Der Grund hierfür liegt in ihren Entstehungsbedingungen, die sowohl veränderlich sein.
[....]
1 Meinel, K.: Bewegungslehre, S. 105.
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