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Scholary Paper (Seminar), 2002, 15 Pages
Author: Mario Vanella
Subject: Politics - International Politics - General
Details
Institution/College: LMU Munich (Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaft)
Tags: Klassischer, Realismus, Neorealismus, Grundzüge, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Theorien, Berücksichtigung, Morgenthau, Waltz, Grundkurs, Internationale, Politik
Year: 2002
Pages: 15
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28515-5
File size: 196 KB
Die Arbeit stellt klassischen Realismus und Neo-Realismus in Anlehnung an die beiden Hauptvertreter Morgenthau und Waltz gegenüber. Dabei werden gleichzeitig die Hauptargumente der beiden Theorien resümiert, wodurch der Leser einen guten Überblick über die Kernaussagen der beiden Denkrichtunegn bekommt.
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität
Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft
Veranstaltung: GK Internationale Politik
Fachsemester 1
Klassischer Realismus und Neorealismus: Grundzüge,
Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Theorien vor
allem unter Berücksichtigung von Morgenthau und Waltz
von: Mario Vanella
1 Ziel der Arbeit 4
2 Das Theorieverständnis von Waltz und Morgenthau 5
3 Gemeinsamkeiten des Klassischen und des strukturellen Realismus 7
3.1 Das anarchische Umfeld 7
3.2 Das Gleichgewicht der Mächte 8
3.3 Relative Gewinne 9
3.4 Schlechte Chancen für dauerhafte Kooperation 11
3.5 Bedeutungslosigkeit von Moral und Ethik für die Politik 11
4 Unterschiede zwischen klassischem Realismus und Neo-realismus 12
4.1 Der Ursprung der wirkenden Kräfte 12
4.2 Die Ausrichtung staatlichen Handelns 14
5 Quellenverzeichnis 16
1 Ziel der Arbeit
1979 legte Kenneth N. Waltz mit seinem Werk „International Politics Theorie“ einen Meilenstein in der Disziplin der Internationalen Politik. Wie die neue Bezeichnung Neo-realismus bereits vermuten lässt, hat seine Theorie ihre Wurzeln in der Tradition des Realismus, jedoch unterscheidet sie sich von dieser in vielen Punkten. Hauptmerkmal von Waltz Theorie ist der Systemische Ansatz. Bei der Analyse internationaler Vorgänge wird das Hauptaugenmerk auf das Internationale System, welches durch seine Struktur definiert ist, gelegt. Die Ebene des Individuums und der Nationalstaaten bleibt dabei unberücksichtigt. Folgende Überlegung liegt dieser zunächst etwas ungewöhnlich und stark abstrahierend wirkenden Maßnahme zugrunde: Wenn das Verhalten eines Staates im Internationalen System allein oder hauptsächlich von dessen Konzeption abhinge, so müssten sich nach Waltz gleich konzipierte Staaten gleich verhalten, und unterschiedlich konzipierte Staaten unterschiedlich. Dies ist jedoch nicht der Fall. Waltz führt für beide Fälle Gegenbeispiele an. Somit ist für ihn die Ursache für das Tun und Lassen der Nationalstaaten in systemimmanenten Kräften und Zwängen zu suchen, welche auf diese wirken. Die Beschaffenheit der Staaten und ihrer Bürger entbehrt für Vorgänge auf internationaler Ebene jeglicher Bedeutung.
2 Das Theorieverständnis von Waltz und Morgenthau
An dieser Stelle soll zunächst das Theorieverständnis von Morgenthau und Waltz charakterisiert werden. Welche Ansprüche an Theorie haben sie, was wollen sie erreichen? Die Erörterung dieses Punktes ist insofern wichtig, da die ganze Theorie natürlich darauf aufbaut. Für Morgenthau soll Theorie den Zusammenhang zwischen Ereignissen herstellen können, welche ohne sie lediglich „eine Fülle von Phänomenen“1 wäre. Sie muss zum einen in sich schlüssig sein, zum anderen empirisch nachprüfbar. Gerade dieser zweite Aspekt drückt in anderen Worten den Anspruch aus, welchen Waltz an eine Theorie stellt: Theorie soll erklären könne n. Für ihn ist nicht ein möglichst realitätsgetreues Abbild der Wirklichkeit mit verändertem Maßstab das Ziel, denn dies wäre seiner Ansicht nach widersinnig. Es stünde der Realität an Komplexität in nichts nach und könne somit seine Aufgabe, nämlich Vorgänge, welche wir ja gerade eben wegen ihrer Komplexität nicht verstehen, ebenso wenig erklären, wie die Realität selbst dies kann. Eine Theorie muss also abstrahierend sein. Dazu werden Annahmen getroffen welche zur Vereinfachung beitragen sollen. Anschließend werden nicht relevante Elemente ignoriert, und relevante Elemente auf ihre Eigenschaft reduziert, welche für den Untersuchungsgegenstand der Theorie wichtig sind. Waltz verweist hier auf Newton, um ein erläuterndes Beispiel zu bringen: Ein Körper kann in Bezug auf seine Form sehr komplex sein, trotzdem verhält er sich unter bestimmten Gesichtspunkten, als wäre seine Masse auf einen einzigen, unendlich kleinen Punkt, den Schwerpunkt konzentriert. Während man vor einer unlösbaren Aufgabe stünde, wenn man die Flugbahn eines solchen komplexen Körpers berechnen sollte, so wird dies zum Kinderspiel wenn man annimmt, der Körper sei eine sich mit seinem Schwerpunkt deckende Punktmasse. Diese krasse Abstraktion stellt kein Problem dar, da sie für das zu untersuc hende Ereignis „Flugbahn“ keinen Unterschied macht. Aber, und das ist der springende Punkt, sie abstrahiert die Realität soweit, dass ein kausaler Zusammenhang gefunden werden kann. Man kann also sagen, dass Waltz ein durchaus abstraktes Theorieverständnis hat, wobei die Ableitung von Gesetzen nicht in erster Linie durch Beobachtung sondern durch Überlegung kommt. Jürg Martin Gabriel charakterisiert Waltz’s Theorieverständnis folgendermaßen:
[...]
1 Hans Morgenthau: Macht und Frieden. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1963, S. 48
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