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Scholary Paper (Seminar), 2001, 87 Pages
Author: Patrick Jung
Subject: Archaeology
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Institut für Vor- und Frühgeschichte)
Tags: Küstenwachtürme, Nordengland, Ländeburgi, Wachtürme, Rhein, Donau, Zeugnisse, Festungsbauprogramms, Seminar, Spätantike, Wehrbauten
Year: 2001
Pages: 87
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-28517-9
File size: 2640 KB
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Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Vor- und Frühgeschichte
Seminar: Spätantike Wehrbauten
Wintersemester 00/01
Die Küstenwachtürme in Nordengland, die
Ländeburgi und Wachtürme an Rhein und Donau
Zeugnisse des
„großen valentinianischen Festungsbauprogramms“?
Patrick Jung
7. Semester
Vor- und Frühgeschichte
Alte Geschichte
Klassische Archäologie
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Küstenwachtürme in Nordengland ... 4
2.1 Beschreibung und Rekonstruktion der Befunde ... 4
2.2 Funktion ... 5
2.3 Datierung ... 7
3. Ländeburgi an Rhein und Donau ... 9
3.1 Verbreitung ... 9
3.2 Lage ... 10
3.3 Beschreibung und Rekonstruktion der Befunde ... 11
3.4 Datierung ... 13
4. Wachtürme an Donau und Rhein ... 21
4.1 Donauknie (Valeria) ... …........... 22
4.2 Obere Donau (Pannonia I und Noricum Ripense) ... 21
4.3 Donau-Iller-Rheinlimes (Raetia II und Maxima Sequanorum) ... 25
4.4 Ober- bis Niederrhein (Maxima Sequanorum, Germania I und Germania II) …. ... 27
5. Die Sicherung der Flußgrenzen in der Spätantike: Zur Funktion der Ländeburgi und Wachtürme an Rhein und Donau ... 29
6. Zusammenfassung ... 37
Zeittafel ... 39
Ausgewählte Schriftquellen und Inschriften ... 40
Literaturverzeichnis ... 48
Abbildungsverzeichnis ... 61
Abbildungen ... 63
1. Einleitung
„Zu dieser Zeit erklangen fast in der ganzen römischen Welt die Kriegstrompeten. Die wildesten Völker wurden aufgeboten und zogen durch die Grenzgebiete in ihrer Nähe. Die Alamannen verwüsteten gleichzeitig Gallien und Raetien, die Sarmaten und Quaden die pannonischen Länder, die Pikten und Sachsen, die Scotten und Attascotten suchten die Britannier mit stetem Unglück heim, die Austorianer und andere Maurenstämme verübten schlimmere Einfälle als sonst in Afrika, und die Räuberhaufen der Goten plünderten Thrakien.“1
Die Spätantike war eine Zeit der Grenzen. Das imperium sine fine des Vergil2 existierte längst nicht mehr. Die Römer waren von der lange praktizierten expansiven Außenpolitik in die Defensive geraten. An allen Fronten bedrängten die Feinde des Reiches dessen Grenzen. So auch an Rhein und Donau. Germanen, Hunnen, Alanen, Sarmaten und andere aggressive Nachbarn machten es notwendig, daß die Römer ihr Territorium absicherten. Zu den Verteidigungslinien an den beiden großen Flußgrenzen gehörten neben der zivilen Infrastruktur militärische Bauten unterschiedlicher Art: Legionslager, Kastelle, aber auch kleinere Fortifikationen verschiedener Form und Zweckbestimmung. Diese Signalstationen, Wachtürme (Burgi) und befestigte Anlandemöglichkeiten für Flußschiffe (Ländeburgi) sollen in dieser Arbeit untersucht werden.
Als Quellenmaterial stehen uns dazu vor allem die archäologischen Hinterlassenschaften zur Verfügung. Zwar sind verwertbare Befunde und Funde in großer Zahl vorhanden, doch man stößt bei ihrer Interpretation in Bezug auf Fragen der Datierung und Funktion häufig auf Grenzen. Für die Problematik der zeitlichen Einordnung sind vor allem Ziegelstempel und Bauinschriften, also epigraphische Zeugnisse, von großer Bedeutung. Die schriftlichen Quellen schließlich beschränken sich auf wenige Autoren. In erster Linie ist Ammianus Marcellinus zu nennen, ein Geschichtsschreiber und Panegyriker (Lobredner) griechischer Herkunft. Ihm haben wir das letzte große Geschichtswerk der Antike zu verdanken.
Aus der zahlreich vorhandenen Forschungsliteratur zu den drei unterschiedlichen Themenkomplexen möchte ich im folgenden Standardwerke und neuere, zusammenfassende Publikationen nennen, die einen guten Einstieg in die Thematik ermöglichen. Die Yorkshire signal stations werden in zwei Artikeln von P. R. Wilson und P. Ottaway in den Akten zu den Limeskongressen 1989 und 1995 behandelt.3
Die letzte zusammenfassende Bearbeitung der Ländeburgi durch W. Schleiermacher hingegen liegt schon 58 Jahre zurück.4 Die Ländeburgi am Rhein werden im Aufsatz von O. Höckmann zur Verteidigung der Rheingrenze in der Spätantike besprochen.5 Über diese Anlagen bieten auch die verschiedenen Artikel in den zusammenstellenden Publikationen zu den „Römern in Rheinland-Pfalz“6 und den „Römern in Hessen“7 einen Überblick. S. Soproni bezieht die Ländeburgi an der Donau in seinen Abhandlungen zur Grenze in Pannonien ein.8 Die neueste und umfangreichste Einzeldarstellung eines Ländeburgus ist die der Anlage in Ladenburg durch B. Heukemes aus dem Jahr 1981.9
Der Publikationsstand zu den Wachtürmen ist an den einzelnen Grenzabschnitten unterschiedlich. St. Johnson listete im Jahr 1983 alle ihm bekannten Wachtürme von der Rheinmündung bis zur mittleren Donau auf.10 Die bereits genannten Monographien von S. Soproni können als Standardwerke für den pannonischen Limes in Ungarn gelten. Zum österreichischen Limesabschnitt hat K. Genser eine zusammenfassende Darstellung verfaßt.11 Einen guten Überblick bieten die Limesführer von M. Kandler und H. Vetters sowie ein neuere von H. Friesinger und F. Krinzinger.12 Grundlegend für den Donau-Iller-Rheinlimes ist vor allem die (leider unvollendete) Publikation von K. Stehlin.13 Eine aktuellere Liste mit den Anlagen an diesem Limesabschnitt bietet ein Beitrag neueren Datums von J. Garbsch.14 Zusammenfassende Darstellungen und damit einen guten Einstieg auch in die weitere Forschungsliteratur bieten gleich mehrere Autoren: So etwa ein weiterer Beitrag von J. Garbsch zum Donau-Iller-Rheinlimes15, der Führer von W. Drack zum Hochrheinlimes16 oder der Band „Die Römer in der Schweiz“ von den Herausgebern W. Drack und R. Fellmann17. Zur Grenzverteidigung mit Flußschiffen an der übrigen Rheinstrecke ist der bereits erwähnte Artikel von O. Höckmann die grundlegende Publikation.
Die Kleinbefestigungen an den nördlichen Grenzen des römischen Reiches sollen geordnet nach Bauformen und geographischen Gesichtspunkten vorgestellt werden. Dabei liegen die Schwerpunkte auf den Fragen nach der Datierung und speziellen Funktion im spätrömischen Verteidigungssystem. Letzterer Aspekt wird übergreifend in einem eigenen Kapitel behandelt. Ausgangspunkt hierbei bilden die unterschiedlichen antiken Hinterlassenschaften. Die Sekundärliteratur wird unter kritischer Bewertung mit einbezogen.
[...]
1 Amm. 26, 4, 5 zu Ereignissen im Jahr 364 n.Chr. – Ireland 1986, 152. – Brodersen 1998, 233.
2 Verg. Aen. 1, 279.
3 Wilson 1991. – Ottaway 1997.
4 Schleiermacher 1942.
5 Höckmann 1986.
6 Cüppers 1990.
7 Baatz/Herrmann 1989.
8 Soproni 1978. – Ders. 1985.
9 Heukemes 1981.
10 Johnson 1983, 270-279.
11 Genser 1986.
12 Kandler/Vetters 1986. – Friesinger/Krinzinger 1997.
13 Stehlin 1957.
14 Garbsch 1988.
15 Ders. 1970.
16 Drack 1980.
17 Drack/Fellmann 1988.
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