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"Das verborgene Wort" von Ulla Hahn: Analyse des Romans unter der Fragestellung "Wie prägen Jungen-Beziehungen Hillas Lern- und Lebensgeschichte?"

Termpaper, 2002, 23 Pages
Author: Silke Kattenborn
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 23
Grade: 2.4
Language: German
Archive No.: V26112
ISBN (E-book): 978-3-638-28542-1

File size: 229 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Siegen
Fach Pädagogik
3. Semester

"Das verborgene Wort" von Ulla Hahn: Analyse des Romans
unter der Fragestellung "Wie prägen Jungen-Beziehungen
Hillas Lern- und Lebensgeschichte?

von: Silke Kattenborn

 


Inhaltsverzeichnis

1. Das Interesse der Erziehungswissenschaft an Autobiografien 3

1.1 Erziehungswissenschaftliche Grundfragen 4
1.2 Autobiografische Materialien: Lebenslauf und Lebensgeschichte 6
1.3 Spezifische Formen lebensgeschichtlichen Lernens 7
1.4 Analyse autobiografischen Materials: Fünf Schichten 10

2.Analyse: Wie prägen Jungen-Beziehungen Hillas Lern- und Lebensgeschichte?  13

2.1 Friedrich Schiller: Der Freund und die erste Schwärmerei 14
2.2 Georg: Der erste Schritt in Richtung Erwachsenwerden 17
2.3 Sigismund: Hilla beginnt kritisch zu denken

3. Fazit: Welche Bedeutung haben meine Analyse-Ergebnisse für die Erziehungswissenschaft? Wie kann ich sie auf die heutige Zeit übertragen?  21

Literaturverzeichnis

 

 


 

1.Das Interesse der Erziehungswissenschaft an Autobiografien

„Nichts als die Wahrheit“, „Ungelogen“ oder „Hinter den Kulissen“. So lauten einige von vielen populären Autobiografie n, die seit neuestem auf dem Markt sind. Biografien entwickeln sich zu einem neuen „Boom “. Über sein Leben zu schreiben ist wieder „in“. Lebensgeschichten sind nicht nur für die Unterhaltung interessant, sondern besonders auch für die Erziehungswissenschaft. Im ersten Teil dieser Hausarbeit werde ich erläutern, warum Autobiografien für die Erziehungswissenschaft interessant sind. Zunächst geht es um erziehungswissenschaftliche Grundfragen und die Doppelseitigkeit der Erziehungsaufgabe (universelle und individuelle Perspektive). Als zweiten Punkt dieses ersten Teils unterscheide ich die autobiografischen Materialien Lebenslauf und Lebensgeschichte. Mein Schwerpunkt wird dabei auf den Besonderheiten der Lebensgeschichte liegen. Im dritten Punkt geht es um die verschiedenen Form en lebensgeschichtlichen Lernens, wobei ich einzelne Aspekte herausgreifen und näher bestimmen werde. Daran knüpft der zweite Teil m einer Hausarbeit an. Die Textgrundlage m einer Interpretation ist der autobiografische Roman von Ulla Hahn „Das verborgene W ort“. Diesen Text werde ich auf die Fr age hin analysieren: Wie prägen Jungen- Beziehungen Hillas Lern- und Lebensgeschichte? Dabei greife ich drei Beziehungen heraus, die mir für die Entwicklung der Romanheldin wichtig erscheinen. Der dritte und letzte Teil m einer Arbeit wird eine Übertragung der Analyseergebnisse auf die heutige Zeit sein. Dabei stelle ich mir die Fragen: Welche Bedeutung haben m eine Analyseergebnisse für die Erziehungswissenschaft? Wie kann ich sie auf heute übertragen? Dazu mache ich einen Vorschlag, wie lebensgeschichtliches Lernen im Unterricht verwirklicht werden könnte.

1.1 Erziehungswissenschaftliche Grundfragen

Welchen Zweck soll Erziehung eigentlich er füllen? Diese Frage stellen wir uns nicht erst seit dem berühmten PISA-Test. 1926 versucht Friedrich Schleiermacher in seinen pädagogischen Vorlesungen auf dies e Frage eine Antwort zu finden. Er charakterisiert zwei Seiten von Erziehung, den universellen und den individuellen Teil. 1 Erziehung ist für ihn „das Tüchtigmachen für die Gemeinschaft und die Entwicklung der persönlichen Eigentümlichkeit.“ 2 Heute umschreibt die Erziehungswissenschaft das „Tüchtigmachen für die Gemeinschaft“ mit dem Begriff der Sozialisation. 3 W as aber damit genau gemeint ist, bleibt auch heute noch strittig. Die Erziehungswissenschaft ist darum bemüht, Bildungspolitik, Gesetzgebung und praktischer Erziehung eine rationale Grundlage zu geben, damit diese ihre Aufgabe des „Tüchtigmachens für die Gemeinschaft“ ausfüllen und optimieren können. 4

In Schleiermachers Forderung nach der „Entwicklung der persönlichen Eigentümlichkeit“ wird deutlich, dass er von einer schon einer schon bestehenden Besonderheit der einzelnen Person ausgeht. 5 Diese muss jedoch weiter entwickelt werden, und zwar mit Hilfe der Erziehung.6 Der Mensch benötigt also die Hilfe der Erziehung um zu einer eigenständigen Person zu werden. Das Problem der individuellen Seite der Erziehungsaufgabe ist, dass diese oft für die Sozialisation (also die universelle Seite) vereinnahm t und ihr untergeordnet wird.7

Die kritischen Erziehungstheoretiker gehen dieses Problem so an: Sie suchen persönliche Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft. 8 Die Vereinbarung des Individuellen und Universellen ist also das Ziel. 9 Die diskussionsleitenden Kategorien sind z.B. „Emanzipation“, „Identität“, „Selbstbestimmung“ und „Selbstverwirklichung“. 10 Aber hier wird wieder das Problem deutlich, dass nicht das Individuum im Mittelpunkt steht, sondern objektive Interessen. 11 Das Individuum soll sich folglich selbst bestimmen. Aber kann es dass von Geburt an, oder muss Selbstbestimmung gelernt und entwickelt werden? 12 Das Problem für die erziehungswissenschaftliche Forschung und der praktischen Pädagogik besteht darin, dass sich di e Überlegungen und Erklärungsversuche zur „Entwicklung der persönlichen Eigentümlichkeit“ nur schwer auf eine empirische Grundlage stellen lassen.13

Biografische Materialien geben der individuellen Seite von Erziehung ein größeres Gewicht und einen greifbaren Kern. 14 In Autobiografien erfährt m an von einem einzelnen Menschen was z.B. „Selbstverwirklichung“ oder „Emanzipation“ für ihn konkret bedeutet , was ihn darin behindert oder fördert. 15 Biografien lassen sich jedoch nicht auf di e individuelle Seite beschränken, die universelle Seite ist immer mit vorhanden. 16 Daraufhin lassen sich biografische Materialien unterschiedlich analysieren: Unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Bestimmtheit individueller Lebensläufe, und der Perspektive der Verarbeitung persönlicher Erfahrungen. 17 Bei der Interpretation sollte m an sich diese Differenzen bewusst machen, und die individuelle Seite der Erziehung und ihre subjektive Reflexion Gewicht zu verleihen. 18 Lernprozesse, in denen sich die „Entwicklung der persönlichen Eigentümlichkeit“ entwickelt, sollen in ihrer Besonderheit gekennzeichnet werden, und damit vom „Tüchtigmachen der Gesellschaft“ abgegrenzt werden. 19 Diese Differenzen werden an der Unterscheidung von Lebensgeschichte und Lebenslauf verankert. 20 In m einem nächsten Punkt werde ich die Textsorten der Lebensgeschichte und des Lebenslaufs näher erläutern und unterscheiden. Mein Hauptaugenmerk wird auf der Klärung des Inhalts von Lebensgeschichten liegen.

1.2 Autobiografische Materialien: Lebenslauf und Lebensgeschichte

[...]


1 Vgl. Theodor Schulze: Lebens lauf und Lebensgeschichte, in: Baacke/Schulze, Aus Geschichten lernen, W einheim 1993. S. 174.

2 Ebd.

3 Vgl . ebd.

4 Vgl . ebd. S. 175.

5 Vgl . ebd.

6 Vgl . ebd.

7 Vgl . ebd.

8 Vgl . ebd.

9 Vgl . ebd. S. 176.

10 Vgl . ebd.

11 Vgl . ebd.

12 Vgl . ebd.

13 Vgl . ebd.

14 Vgl . ebd.

15 Vgl . ebd. S. 177.

16 Vgl . ebd.

17 Vgl . ebd.

18 Vgl . ebd.

19 Vgl . ebd.

20 Vgl . ebd. S. 178.


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